Ein Viertjahrhundert „kritisch-konstruktive Begleitung“ einer der effizientesten deutschen Müllverbrennungsanlagen: Die Vermittlungsarbeit im Interesse der Bürgerinnen und Bürger wurde Ende Mai mit einem Anwohnerfest gewürdigt.

Gegründet wurde der Umweltbeirat 1992. Er setzt sich zusammen aus Vertretern des Ortsbeirats Hassee-Vieburg, der Kirchen sowie von IHK und DGB. Seit 2011 ist Dr. Stefan Anderssohn Vorsitzender des Beirats. Er sieht sich in dieser Position als Anwalt der Anwohner: „Eine Müllverbrennungsanlage mitten im Stadtgebiet bietet Vorteile, weckt bei den Anwohnern aber auch skeptische Fragen oder Bedenken“, erklärt er. „Wir sind Bindeglied zwischen Bürger und MVK und stehen dafür ein, dass die hohen Umweltanforderungen eingehalten werden.“ Seine Aufgabe Nummer eins ist die Prüfung der Emissionsdaten. Die Geschäftsleitung der MVK erstattet dem Umweltbeirat regelmäßig Bericht. Durch die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit hat der Umweltbeirat auch fachlich einen tiefen Einblick in die Abläufe der Verbrennungsanlage gewonnen. „Die regelmäßigen Rundgänge tun ihr Übriges“, sind sich Anderssohn und Dr. Frank Ehlers, der Geschäftsführer der MVK, einig.
Anderssohn selbst hatte die Idee, das 25. Jubiläum des Umweltbeirats im großen Rahmen zu feiern. Er sieht in dem Projekt ein Beispiel der erfolgreichen Bürgerbeteiligung. Krisen habe es keine gegeben. Der Umweltbeirat sieht darin auch einen Beleg für die erfolgreiche eigene Arbeit.
Oliver Voigt, Vorsitzender des Ortsbeirats Hassee-Vieburg und ebenfalls langjähriges Mitglied des Umweltbeirats, pflichtet dem bei. Er sieht den Umweltbeirat als Informationsvermittler. „Es ist doch so: Wenn irgendwo etwas passiert, von dem man nicht weiß, dann macht einen das erstmal unzufrieden. Dem beugen wir vor, indem wir vorher Bescheid sagen. Das sorgt für Zufriedenheit.“ Und diese Informationsvermittlung funktioniere offensichtlich, denn in seinen nun sieben Jahren im Umweltbeirat kam nie eine Beschwerde seitens der Anwohner auf ihn zu, blickt er zurück. Einmal im Jahr berichtet der Umweltbeirat der MVK im Ortsbeirat. „So sehen die Bürger regelmäßig ein Gesicht zum Beirat und das macht den Kontakt leichter“, findet Voigt.
Auch Dr. Frank Ehlers lobt die Zusammenarbeit. Ein gutes Verhältnis zwischen MVK und Anwohnern war ihm immer wichtig. „Eine Anlage wie diese, inmitten eines Wohngebiets, ist selten. Wir leben hier in einer engen Symbiose“, beschreibt der Geschäftsführer der MVK. „Die Bürger der Stadt produzieren Abfall. Wir entsorgen ihn und gewinnen daraus Strom und Wärme, die wir über die Energienetze wieder an die Bürger zurückgeben können.“ Rund 80 LKW-Ladungen Abfall werden der MVK täglich angeliefert und aufbereitet. Damit können 17.000 Haushalte mit Wärme und 10.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Und das alles zur Hälfte CO2-neutral.
Transparenz ist dem Unternehmen wichtig. Über Führungen, Kooperationen und gesellschaftliches Engagement wirke das Unternehmen zurück in die Gesellschaft.
Am 21. Mai wurde die jahrelang erfolgreiche Zusammenarbeit nun gebührend gefeiert. Viele Anwohner nahmen das Angebot an und so wurde der Tag bei bestem Wetter, Musik, Speis und Trank auf dem Gelände der MVK gemeinsam verbracht. Das besondere Highlight für die Kinder war natürlich die MVK -Riesenrutsche. Das Jubiläumsfest war ein voller Erfolg und lässt alle Beteiligten zuversichtlich in die Zukunft blicken.

(Text: Meyer)

Fotos: © Frahm