„Antisemitismus vor 1933“

Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft (SHUG) hat es sich zum Ziel gesetzt, interessierten Bürgerinnen und Bürgern Einblick in die Forschungsarbeit der Christian-Albrechts-Universität Kiel zu geben. Zu diesem Zweck veranstaltet sie regelmäßig Vorträge, nach langer Coronapause nun auch wieder in der Sektion Molfsee.

Am Donnerstag, dem 11. November 2021, spricht um 19 Uhr der Historiker Prof. Dr. Manfred Hanisch unter dem Titel „Antisemitismus vor 1933“. Um zu zeigen, wie lang die nationenübergreifende Geschichte von Judenfeindschaft und Antisemitismus ist, schlägt Hanisch einen weiten geschichtlichen Bogen: Von der christlichen Antike über die Kreuzzugsbewegung im Mittelalter bis hin zu Kaiserreich und Weimarer Republik.
Der Vortrag zeigt die Geschichte und Entstehungsgründe des Antisemitismus an seinen Höhepunkten und in seiner Geistesgeschichte auf, etwa mit den Pest-Pogromen 1354 und der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492. Dabei wird nebenbei klar, dass auch aufgeklärte Herrscherinnen und Herrscher in Bezug auf die Juden nicht stets gar so aufgeklärt waren. Maria Theresia wies Juden aus Prag aus und der berühmte Ausspruch Friedrich des Großen – „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ – galt nicht für die Juden im Königreich Preußen.
Und wussten Sie, dass sich Juden im Ersten Weltkrieg dem Verdacht ausgesetzt sahen, nicht genügend für das deutsche Vaterland zu kämpfen? Jedenfalls stimmte dieser Vorwurf nicht: Die Gefallenenzahlen der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens waren höher als der Durchschnitt.
Manfred Hanisch weckt mit seinem Vortrag das Interesse für die weitreichenden Folgen von Verleumdung, Propaganda und Hass – und zeigt, wie sehr all das auch heute noch von Belang ist. Seien Sie dabei, am 11. November um 19 Uhr im großen Saal der Begegnungsstätte Molfsee, Osterberg 1a. Die 3G-Regel ist zu beachten. Mitglieder der SHUG haben freien Eintritt, Nichtmitglieder zahlen fünf Euro, Schülerinnen und Schüler zwei Euro.

Die nächsten Vorträge
Freuen Sie sich schon auf die weiteren Vorträge der nächsten Monate, die nächsten sind: Prof. Dr. Kersten unter dem Titel „Sternbilder – Sternsagen“ am 9. Dezember und Prof. Dr. Bosch zu „Neue Perspektiven für Biologie und Medizin: Das Individuum als Metaorganismus“ am 20. Januar. Fortsetzung folgt.

Text: Sellhoff; Foto: ©Wikipedia Commons