Ein Stück Kindheit wiedergeschenkt

Dem Puppenspieler Peter-Michael Krohn und seinem Tom-Kyle-Puppentheater gelingt bei jedem Auftritt etwas ganz Besonderes: Er bringt Kinderaugen zum Leuchten und appelliert an die Phantasie.

Auch Erwachsene dürfen während seiner Auftritte endlich einmal wieder Kind sein. Sein aktuelles Stück ist eine Hommage an das Hohnsteiner Puppenspiel. Fragt man Peter-Michael Krohn, der im Kieler Süden unter dem Fernsehturm wohnt, nach dem Ursprung seiner Leidenschaft für das Puppenspiel, so erhält man zunächst eine ganz simple Antwort: „Mein Vater ist schuld.“ Denn dem kam als Mitglied der Berufsfeuerwehr bei der Planung der alljährlichen Weihnachtsfeier im Jahr 1987 die Idee, die Kinder der Angestellten einmal mit einem Puppenspiel zu beschäftigen. Gesagt, getan – in den kommenden Wochen fanden vor und nach den Einsätzen in der Wache Proben statt. Im Dezember desselben Jahres feierte das Stück des Feuerwehrmannes Premiere. Mit dabei: Sein gerade geborener Sohn Peter-Michael, der im Körbchen hinter der Bühne schlief.

Motiviert durch seinen Vater, begann Krohn bereits in jungen Jahren, selbst Stücke auf die Beine zu stellen. „Aus der Frage, was Papa da immer mit den Holzköpfen macht, wurden bald eigene Auftritte im Kindergarten und auf Schulfesten“, so Krohn. Besonders habe ihn schon damals das klassische Puppenspiel der 1950er-Jahre begeistert.

Angetrieben von dieser Inspiration, wurde es zur Leidenschaft des jungen Mannes, neue und eigene Ideen des Puppenspiels im Gewand von damals zu präsentieren. Auf dem abwechslungsreichen Weg zum Ziel reiste Krohn für zwei Jahre mit dem bekannten Circus Roncalli. Während dieser Zeit lernte er vor allem etwas über das Spiel mit dem Publikum, Improvisation und das richtige Timing.

Seine Ausbildung als Theaterplastiker begann Krohn am Theater Kiel, wo er bis heute tätig ist. Parallel suchte er den direkten Weg in die Welt des Puppenspiels und gründete das Tom- Kyle-Puppentheater, baute eigene Bühnen, Puppen und schrieb Stücke.

Das erste feierte im Dezember 2011 Premiere – und wurde ein voller Erfolg. „Aus Angst, dass niemand kommen würde, verlangte ich für das Stück keinen Eintritt“, so Krohn. „Am Ende standen die Leute Schlange und ich musste sogar einige wieder heim schicken“, ergänzt er. Schon damals seien alle Generationen vertreten gewesen. Besonders gerührt sei Krohn von einer älteren Besucherin gewesen: „Sie zog mich an meinem Schlips zu sich herunter und sagte: Sie haben mir ein Stück Kindheit wiedergeschenkt.“

Im aktuellen „Räuberstück“ spielen zwölf restaurierte Originalpuppen aus den 50er-Jahren die Hauptrollen. Karten für die nächste Vorstellung am 29. Oktober um 14 Uhr im Theater Kiel sind unter www.theater-kiel.de erhältlich.

(Text: Schepmann; Foto: ©Frahm)