Kronshagen-Magazin

Heft Nr. 58

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Neue Ortsmitte kommt weiter voran

Die Neugestaltung der Ortsmitte Kronshagen hat weitere wichtige Meilensteine erreicht. So hat am 17. Oktober 2019 der Kronshagener Wochenmarkt zumersten Mal auf der Interimsfläche vor dem Rathaus stattgefunden.

In zahlreichen Gesprächen hatte die Gemeindeverwaltung in den Wochen davor mit den Wochenmarktbeschickern die Rahmenbedingungen auf der Fläche abgesprochen. „Ich freue mich, dass der erste Wochenmarkt auf der neuen Fläche so gut geklappt hat und angenommen wurde. Die Rückmeldungen von Marktbeschickern und Besuchern waren sehr gut“, sagt Bürgermeister Ingo Sander. Die Gemeindeverwaltung bleibe mit den Marktleuten weiter im engen Austausch.

Nach derzeitiger Planung soll der Wochenmarkt ein Jahr auf der provisorischen Fläche bleiben, bis die Umgestaltung der Südseite abgeschlossen ist. Außerhalb der Marktzeit steht die Fläche vor dem Rathaus als Parkplatz zur Verfügung.

Gestaltung des neuen Bahnhofsvorplatzes beginnt
Die Arbeiten am Vorplatz des Bahnhaltepunktes starten Anfang November. Geplant ist eine deutliche Aufwertung und Ausweitung der Grünfläche. Dazu gehören ein neues Wasserspiel, insgesamt 32 Meter an Sitzbänken und ein Platz für Außengastronomie
im befestigten Bereich. Für die Anzahl der Parkplätze, zu der es auch in den letzten Monaten wiederholt Gespräche mit den Händlern gab, heißt das konkret: die 22 Parkplätze, die am
Bahnhaltepunkt reduziert werden, um dort mit mehr Grün die Aufenthaltsqualität zu verbessern, werden nicht nur ersetzt. Faktisch wird die Zahl der Parkplätze im Ortskern steigen. Sechs Parkplätze in unmittelbarer Nähe auf der Südseite der Kieler Straße. Weitere 16 sind vis-à-vis in einer Parkreihe auf dem neuen Marktplatz parallel zur Kopperpahler Allee geplant.

Hinzu kommen Parkplätze am Rathaus und an der Volksbank. Zudem erhält der geplante Neubau auf der Nordseite eine Tiefgarage. „Wir wollen mit allem, was wir mit sehr viel Bürgerbeteiligung und Informationseit mehreren Jahren planen, eine deutliche Aufwertung des Ortskerns für alle: Anlieger, Geschäftsleute und Besucher. Dazu gehört eine optimale, zeitgemäße Infrastruktur, die auch ausreichend Parkplätze im Nahbereich der Ladenzeile beinhaltet“, so Ingo Sander. Um die Belastungen der Baustelle am Bahnhofsvorplatz für die Gewerbetreibenden so gering wie möglich zu halten, bespricht er Zeiträume, Taktungen und die Parksituation direkt mit den Betroffenen.

Ausschreibung für Bebauung der Nordseite gestartet
Mit der Veröffentlichung der Ausschreibung für die Bebauung an der Nordseite ist auch hier eine weitere wichtige Stufe genommen. Bis Ende Januar 2020 können sich Unternehmen für die Realisierung der Wohn- und Geschäftshausbebauung auf dem Grundstück nördlich der Kieler Straße bewerben. Im Juni nächsten Jahres wird eine Jury, der auch Kronshagener Bürger angehören werden, die Entscheidung fällen, welcher Entwurf mit welchem Investor umgesetzt wird. Der Baubeginn ist für Anfang 2021 vorgesehen.

In die Ausschreibungsunterlagen sind auch Vorschläge und Anregungen eingeflossen, die im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens geäußert wurden. Dazu gehört beispielsweise der vielfach geäußerte Wunsch nach einer Fassadengestaltung im ortstypischen roten Klinker. Ebenso eingeflossen ist die Anregung nach besonderen Wohnkonzepten, wie etwa generationsübergreifendem Wohnen oder die Berücksichtigung
von Baugemeinschaften.

In den Erdgeschossflächen sollen Flächen für Gastronomie oder Einzelhandel bzw. Dienstleistungen entstehen. Die Ansiedlung von Discountern oder großflächigem Einzelhandel ist nicht gewünscht. Auch dies war eine klare Position im Beteiligungsworkshop. Die Ausschreibungsunterlagen können bei Interesse im Rathaus eingesehen werden. Zur Koordination bittet das Rathaus dazu um Anmeldung bei Frau Brauns, Telefon 0431 / 5866-189 oder E-Mail: silke.brauns@kronshagen.de. „Bei der Entscheidung für den Investor und die Bebauung ist mir wichtig, dass er unser Anliegen und unsere Anforderungen kennt und versteht, was unserer Gemeinde und unseren Bürgern wichtig ist“, sagt Ingo Sander. „Mein Ziel ist ein Ortskern, der seinen Namen verdient und eine Bereicherung für uns alle wird.“

Text: Gemeinde Kronshagen, Fotos: Carsten Frahm


Platz für Start-ups und Weltfirmen

Kaum neu gebaut, gleich schon wieder ausgebucht. Da kann doch direkt weitergebaut werden. „Das machen wir sogar“, bestätigt Jan-Kay Rohde, Standortleiter vom LBU Real Business Park Kiel, freudig. „Wir sind gerade in der Planung, um zusätzliche Neubauten auf dem Gelände zu errichten.“

Eine Auslastung von über 100 Prozent hat LBU Real hier in Wittland 2–4. Bei dem Prozentsatz kratzt sich der Redakteur erst mal am Kopf und fragt sich, wie das gehen soll?! „Das liegt daran, dass wir neben den bereits komplett dauerhaft vermieteten Büro- und Lagerräumen auch tages- und stundenweise Konferenz- und Tagungsräume zur Verfügung stellen“, klärt Rohde auf. Es herrscht also rege Nachfrage. Heute soll es erst einmal um die zwei jüngst fertiggestellten Neubauten gehen.

Workboxen als Lager oder Werkstatt
Es handelt sich zum einen um sogenannte Workboxen, die auf 38–50 m² als Werkstatt- oder auch Verkaufsflächen genutzt werden können. Diese kleinen Hallen sind allesamt ausgestattet mit Starkstrom, Netzwerk und LED-Beleuchtung. Gebaut wurden sie nach neuesten Dämmwerten und sind energetisch und sicherheitstechnisch auf neuestem Stand. Gedauert hat der Bau gerade einmal ein halbes Jahr. „Die beteiligten Bauunternehmen haben es superschnell hinbekommen, die gesamte Halle hier aufzustellen“, freut sich der Standortleiter.

Jede dieser Boxen geht für eine Pauschalmiete an den Mann beziehungsweise das Unternehmen. Die Mietverträge laufen zwischen zwölf und 24 Monaten. „Die Räumlichkeiten sind in Größe und Preis bestens geeignet für Start-ups und Kleingewerbe“, benennt Rohde die primäre Zielgruppe. Eine kleine Holzwerkstatt, ein Fotostudio und auch ein Shop für Backutensilien sind schon eingezogen. Genauso werden die Workboxen auch gerne als günstiges Außenlager genutzt, da sie sich gut mit dem Transporter anfahren lassen. Die Boxen gingen weg wie warme Semmeln. Jan-Kay Rohde sagt dazu: „Gerade in Kiel ist es momentan ja äußerst schwierig, kleine Lager und Produktionsstätten zu ergattern. Meistens bekommt man lediglich große Flächen, mit denen ein Tischler, der gerade startet, noch gar nichts anfangen kann.“ Der Standortleiter führt aufgrund des großen Interesses bereits
eine Warteliste für neue Interessenten.

Neubau für Bosch Sicherheitssysteme
Ein paar Meter weiter, rechts um die Ecke, ist der zweite Neubau zu sehen, den Herr Rohde vorstellt: „Hier entsteht ein zweistöckiges Bürogebäude, das wir in Absprache mit dem Mieter genau nach seinen Wünschen errichtet haben.

Im Dezember wird es bezugsfertig sein und ab Januar begrüßen wir die Firma Bosch Sicherheitssysteme auf unserem Gelände.“ Die Baumaßnahmen werden dann gerade mal ein Dreivierteljahr benötigt haben. Wie beim vorherigen Bau kann man auch hier von zügiger Arbeit sprechen. Am Ende werden sich unter anderem Anschlüsse für E-Bikes und E-Autos finden lassen – für ein nachhaltiges Umfeld wird also auch gesorgt.

Für die Planung und Ausführung der beiden Gebäude ist die Firma Freyler Industriebau GmbH zuständig. Das mittelständische Unternehmen, welches deutschlandweit mit zwölf Standorten vertreten ist, hat bereits vor einigen Jahren zwei Baubschnitte für die LBU Real Leipzig erfolgreich realisiert. Heiko Geppert, Geschäftsbereichsleiter des Freyler Standortes Leipzig, freut sich über die reibungslose Abwicklung und lobt die angenehme Zusammenarbeit
mit dem LBU Business Park.

Wenn wir uns auf dem Areal umblicken, erkennen wir, dass noch Fläche vorhanden ist, die für weitere Projekte und Bauvorhaben verwendet werden kann. Das Kronshagen Magazin ist wahrscheinlich nicht das letzte Mal hier.

Text: Christopher Voges, Fotos: Carsten Frahm


„Wir ziehen alle an einem Strang“

Wo wir uns nun schon vom Bürgermeister die Neubauten haben erklären lassen, können wir ja gleich zusammen sitzen bleiben und noch ein bisschen über seine Person reden.Ingo Sander hatte dieses Jahr Jubiläum: 15 Jahre Wohnen in Kronshagen.

Was war der Auslöser für den Umzug nach Kronshagen?
Das war Zufall. Meine damalige Dienststelle war früher in Eutin angesiedelt. Durch eine Umorganisation 2003/04 wurde die Dienststelle dem Landeskriminalamt/Kiel angegliedert. Daher haben wir im Umkreis nach einer neuen Bleibe gesucht und sie schließlich in Kronshagen gefunden.

Wie kam es zum Interesse am Bürgermeisteramt?
Ich war schon immer politisch sehr interessiert. Durch meine Schicht und Bereitschaftsdienste war es nicht möglich, früher kommunalpolitisch aktiv zu werden. 2013 habe ich Kontakt mit dem jetzigen Bürgervorsteher Bernd Carstensen aufgenommen und mich mit ihm darüber ausgetauscht, wie ich mich einbringen könnte. Kurz darauf bin ich eingestiegen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich nicht ansatzweise mit einer möglichen Bürgermeisterkandidatur auseinandergesetzt.

In welchem Bereich der Kommunalpolitik waren Sie aktiv?
Ich habe als bürgerliches Mitglied im Umweltausschuss – also Umwelt-, Klimaschutz und Verkehr – begonnen. Durch die regelmäßigen Fraktionssitzungen war ich relativ schnell in den Themen, die die Gemeinde bewegen. Durch meine Tätigkeit und unterschiedliche Gespräche war irgendwann das Thema Bürgermeisterkandidatur auf dem Tisch, mit dem ich mich vorher gar nicht auseinander gesetzt hatte. Schließlich war ich in leitender Funktion im Landespolizeiamt tätig und beruflich zufrieden. Der Reiz, an zentraler Stelle, die Geschicke der Heimatgemeinde mitzugestalten zu können, hat zu meiner bewussten Entscheidung für eine Kandidatur geführt. Umso erfreulicher, dass es geklappt hat.

Sie haben sich zur Wahl aufstellen lassen, konnten im Februar 2016 die Kronshagener von sich überzeugen, haben die Wahl gewonnen und sind nun rund dreieinhalb Jahre im Amt. Was hat in dieser Zeit alles so geklappt, wie Sie es sich zu Beginn Ihrer Amtszeit ambitioniert und euphorisch vorgenommen haben?
Rückblickend würde ich sagen, dass ich das Amt natürlich ambitioniert, aber auch mit dem gebotenen Respekt übernommen habe. Man ist ab Tag eins in der Verantwortung und dennoch benötigt man natürlich eine gewisse Zeit, um sich in die Themen einzuarbeiten und alle Ansprechpartner kennenzulernen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Fraktionen der Gemeindevertretung und vor allem die Bürgerinnen und Bürger wollten wissen, wie „der Neue“ denn so ist. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, mir zunächst ein Bild zu machen und nicht in überzogenen Aktionismus zu verfallen. Eine vernünftige und wertschätzende Kommunikation war und ist letztlich der Schlüssel dafür, dass wir seit dem ersten Tag ein gutes Miteinander im Rathaus haben. Ich habe eine tolle Crew, die mit einem vergleichsweise überschaubaren Personalkörper die Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger erbringt und die politischen Entscheidungen der Gemeindevertretung umsetzt. Es kann nach meiner festen Überzeugung vor Ort nur voran gehen, wenn Politik und Verwaltung pragmatisch und sachorientiert zusammenarbeiten. Ich freue mich, dass das mit allen politischen Fraktionen und den allermeisten Akteuren wirklich gut gelingt. Thematisch ist in den vergangenen dreieinhalb Jahren viel passiert. Ich bin zufrieden mit der Entwicklung in Kronshagen.

Haben Sie da konkrete Beispiele?
Es gibt sehr viele Beispiele, die im Alltag wenig Beachtung finden und dennoch besonders sind. Unser Bauamt ist täglich aktiv, um unsere Infrastruktur instand zuhalten. Wahrgenommen werden aber oft nur die medienwirksamen Großprojekte. Die Versorgung mit Kita-Plätzen, die Jahr für Jahr durch kluge Entscheidungen sichergestellt wird, ist für uns in Kronshagen fast selbstverständlich. Mit dem Blick über den Tellerrand wird aber klar, dass das ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Ein großes Thema war die Schulfusion der Grundschulen, die zu Beginn meiner Amtszeit – verständlicherweise – zu hoch emotionalen Diskussionen geführt hat. Letztlich hat die Gemeindevertretung nach monatelangen, intensiven Beratungen die Entscheidung getroffen, beide Grundschulen zusammen zu legen. Insbesondere die Art und Weise der Zusammenführung, der extern begleitet Fusionsprozess und die Entwicklung der neuen „Grundschule an den Eichen“, inklusive Sanierung und Erweiterung der Gebäude, ist hocherfreulich. Das ist ein sehr, sehr großes Paket gewesen, an dem mdankenswerter Weise ganz viele Menschen mitgeschnürt haben. Ein anderes großes Thema war der Brand bei der Feuerwehr. Bei diesem Unglück wurde die Fahrzeughalle mit allen Fahrzeugen und derkompletten Ausrüstung zerstört. In weniger als einem Jahr wurde das komplette Gebäude inklusive der kompletten Ausrüstungen und Fahrzeugausstattung erneuert. Das war nur möglich, weil sehr viele Menschen an einem Strang in eine Richtung gezogen haben. Insofern gibt es einige gute Beispiele.

Wenn man auf die Website der Gemeinde klickt, steht da: Wir haben viel vor! Was genau hat die Verwaltung vor?
Die Gemeinde Kronshagen hat das Ziel, das hohe Niveau der kommunalen Infrastruktur zu erhalten und punktuell zu verbessern. Das ist mit Blick auf die Finanzen eine echte Herausforderung. Für mich steht dennoch fest, dass wir gut beraten sind,
unser hohes Niveau in der kommunalen Infrastruktur zu halten und weiterhin beispielsweise in Kita, Schule, Sportanlagen zu investieren. Außerdem müssen wir die demographische Entwicklung im Blick haben. Die Realisierung von seniorengerechtem Wohnraum, ärztlicher Versorgung und Pflege wird uns in den kommenden Jahren sehr fordern. Für weiteres größeres Wachstum fehlen uns die Flächen, und ich unterstütze sehr, dass eben nicht jede Grünfläche versiegelt wird. Nur durch eine moderate bauliche Entwicklung werden wir unseren Charme erhalten. Ich bin froh, dass die Gemeindevertretung auch in diesem Punkt sorgsam und mit Augenmaß entscheidet. Außerdem prüfen wir aktuell unsere Verkehrsinfrastruktur. Wir wollen die Radverkehrssituation deutlich verbessern und die Sicherheit erhöhen. Hierzu wird aktuell eine Konzeption erstellt. Ich möchte, dass wir ein attraktiver Wohnort bleiben, in dem sich jung und alt wohl fühlen. Wir haben also viel vor! Sie haben vorhin Ihre kommunalpolitische Arbeit im Umwelt- und Klimaschutz angesprochen.

Das sind ja nun zwei Begriffe, die aktuell in jedermanns Munde sind. Was wird denn aktuell in Kronshagen für den Klimaschutz getan?
Leider beobachte ich aufgrund der überfälligen Umweltschutzund Klimadebatte auf vielen Ebenen derzeit einen Aktionismus, bei dem ich fürchte, dass er weder sachgerecht noch nachhaltig ist. Wir haben in Kronshagen dieses Thema schon früh in den Blick genommen und schon vor Jahren eine Bürgersolaranlage auf dem Rathaus installiert, eine Fernwärmekonzept für etliche gemeindliche Liegenschaften erstellt, Car-Sharing eingeführt und weitere
Projekte auf den Weg gebracht. Im vergangenen Jahr haben wir die Dächer der Liegenschaften mit dem Ziel überprüfen lassen, dort sukzessive Photovoltaik-Anlagen zu installieren, wir haben erste Wildblumenwiesen zum Insektenschutz ausgesät und planen derzeit erste Ladesäulen zur Stärkung der Elektromobilität. Ein wesentliches Ziel ist für mich die Verbesserung der Radverkehrssituation. Ich bin fest davon überzeugt, dass gute Radverkehrsanlagen dieses Verkehrsmittel stärken werden und letztlich ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz sein werden. Völlig klar ist: Alle bisherigen Maßnahmen sind erfreulich, sie
reichen aber nicht aus! Um die Gemeinde bei diesem Thema noch besser aufzustellen, setzen wir auf die geplante Klimaschutzagentur des Kreises Rendsburg-Eckernförde, von der wir uns neben dem notwendigen Knowhow auch Synergien, die Akquise von Fördermitteln und Unterstützung bei der pragmatischen Umsetzung von Projekten erhoffen.

Was zeichnet für Sie als Privatperson eigentlich Kronshagen aus?
Kronshagen ist ein wunderbarer Wohnort mit einer tollen Infrastruktur für alle Altersgruppen. Wir haben gute KiTas, Schulen, Sportmöglichkeiten, Vereine, Verbände und Kirchen, mit den entsprechenden Angeboten, außerdem Handel und Gewerbe. Wir haben im Grunde genommen alles vor Ort, was man sich als Familie wünschen kann. Die Größe Kronshagens mit etwa 12.000 Einwohnern ist überschaubar und es ist nicht so anonym wie in der Großstadt. Man kennt sich hier, man schätzt sich hier, man geht anständig miteinander um. Ich fühle mich mit meiner Familie sehr wohl in Kronshagen.

Wie sehr ist Kronshagen eigentlich Kronshagen und wie sehr ist Kronshagen auch Kiel?
Kronshagen ist Kronshagen und nicht Kiel. Punkt. (lacht) Wir legen großen Wert darauf, dass wir als eigenständige Gemeinde die Entscheidungen zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger hier vor Ort treffen und nicht fremdbestimmt sind. Durch unsere direkte Stadtrandlage haben wir natürlich viele Schnittstellen zur Landeshauptstadt und einen regelmäßigen, konstruktiven Austausch zu den gemeinsamen Themen. Das gilt übrigens ebenso für unsere Nachbarn im Amt Achterwehr. Viele Kronshagenerinnen und Kronshagener schätzen die Nähe zur Landeshauptstadt und zur Kieler Förde, aber ebenso die kurzen Wege ins „Grüne“. Für beide Ziele lebt man perfekt in Kronshagen!

Text: Christopher Voges, Foto: Carsten Frahm


Bezahlbare Wohnungen für Jung und Alt

Baustellenbesuch am Güstrower Weg. Während vor dem Haus noch Pflastersteine verlegt werden und drinnen die Handwerker arbeiten, bin ich mit Dr. Stephan Seliger verabredet, dem Vorstandsvorsitzenden des Genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens Eckernförde eG (kurz GWU).

„Wir sind auf Anfrage des Bürgermeisters in Kronshagen aktiv geworden. Er hat einen Investor gesucht, um auf zwei städtischen Grundstücken ausschließlich sozial geförderten Wohnraum zu erstellen“, erzählt Dr. Seliger beim Eintreten in das Gebäude. Nachdem bereits in der Bürgermeister-Drews-Straße drei Häuser mit 36 Wohneinheiten fertiggestellt wurden, entsteht nun im Gütrower Weg ein nahezu baugleicher Neubau mit zehn
Wohnungen.

Standard für kostensparendes Bauen
Alle Gebäude sind nach dem sogenannten „Kieler Modell“ der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen errichtet. „Die Besonderheit beim Kieler Modell ist, dass es eine Gebäudestruktur hat, die sehr kompakt und flexibel ist“, so Dr. Seliger. Die Architektur stammt von Zastrow & Zastrow Architekten und ist vorbildlich für kostensparendes Bauen. „Das Kieler Modell finden wir total klasse, weil wir uns viele Arbeitsschritte sparen können“, so der Bauherr. „Die Planung liegt fertig in der Schublade und wurde schon mehrfach umgesetzt. Das reduziert die Baukosten.“

Routinierte Handwerksbetriebe
Die GWU arbeitet immer wieder mit denselben Firmen zusammen. Die Handwerker wissen aus Erfahrung, welche Handgriffe wo zu setzen sind. Das sorgt nicht nur für gute Qualität, sondern auch für Effizienz. „Handwerker, die sich sicher sind, worauf sie sich einlassen, können ein Angebot abgeben, das zur Senkung der Baukosten beiträgt.“ Dr. Seliger führt
mich durchs zentrale Treppenhaus in eine der bereits fertiggestellten Wohnungen. Ansprechende, barrierefreie Wohnungen Alles sieht einladend und hochwertig aus: Helle Räume, bodentiefe Fenster, Fußbodenheizung, Design-Fußboden in Holzoptik und große Balkone. „Wir bauen immer KfW55-Standard. Das ist höher als gesetzlich gefordert“, erläutert Dr. Seliger. „Ein Dämmstandard, den man später nicht mehr ertüchtigen muss.
Die Gebäudehülle ist zukunftsfähig gedämmt.“ Die gute Dämmung verspricht den zukünftigen Mietern dauerhaft niedrige Heizkosten. Die Wärme kommt über einen Fernwärme-Anschluss
der VBK. „Was uns noch wichtig ist, ist Barrierefreiheit“, sagt er. „Jedes Bad hat bodenebene Duschen, so dass wir auch älteren Bewohnern einen hohen Wohnkomfort ermöglichen.“ Obendrein gibt es einen Fahrstuhl.

Gut durchmischte Mieterstruktur
Obwohl das „Kieler Modell“ im Jahr 2015 ursprünglich für Flüchtlingsunterkünfte ausgelegt war, soll es hier ausdrücklich keine Konzentration geben. Die GWU versucht immer, die Mieterstruktur gut zu durchmischen, also junge Familien und Senioren, Zugezogene, Menschen mit und ohne Behinderungen. Die Architektenpläne bieten genügend Variationsmöglichkeiten bei den Wohnungsgrößen. Damit kann die Wohnungsbaugenossenschaft flexibel auf die regionale Nachfrage reagieren. In diesem Fall reicht das Angebot von Ein-Zimmer- Wohnungen (43 m²) bis zur Vier-Zimmer-Wohnung (85 m²).

Erstbezug im November und Dezember
Der Baufortschritt im Güstrower Weg liegt voll im Plan. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Bauablauf“, freut sich Dr. Seliger und nennt noch einmal den Grund: „Wir arbeiten überwiegend mit den gleichen Handwerkern zusammen. Insofern hatten wir keine Überraschungen.“ Die ersten Wohnungen werden im November bezogen,
der Rest zum 1. Dezember 2019. Vertraglich geregelt ist, dass die Gemeinde Kronshagen das Belegungsrecht hat. „Die Gemeinde schaut, ob es Bedürftige gibt. Wenn kein Bedarf besteht, werden wir die Wohnungen im Internet ausschreiben“, so der GWU-Vorstandsvorsitzende. Für den Erstbezug ist längst alles vergeben.

Text und Fotos: Carsten Frahm