Recht auf freie Werkstattwahl

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Ihr Auto hat noch Garantie, aber irgendetwas läuft nicht ganz richtig und nun müssen Sie in die Werkstatt? – Keine Angst vor der oft teureren Vertragswerkstatt, Sie haben auch in der Garantiezeit das Recht, selbst zu entscheiden, wo sie Ihr Fahrzeug reparieren lassen.

Dieses Wahlrecht basiert auf einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2010, die jedoch vielen Autobesitzern bis heute nicht bekannt ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von A.T.U durchgeführt hat: Demnach glauben immer noch 46 Prozent der Befragten, die schon einmal einen Pkw mit Garantie gekauft haben, dass sie zum Erhalt ihrer Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller eine Vertragswerkstatt beauftragen müssen. Wie kommt es zu diesem weit verbreiteten Irrtum? – In der Vergangenheit haben Fahrzeughersteller ihre Garantiezusage tatsächlich meist von der Durchführung der erforderlichen Inspektions- und Wartungsarbeiten in einer Vertragswerkstatt abhängig gemacht. Wie die Umfrage zeigt, sind diese veralteten Regelungen nach wie vor tief in den Köpfen der Autofahrerinnen und -fahrer verankert.
Mit der Verordnung von 2010 hat die EU-Kommission die Rechte der Verbraucher während der Garantielaufzeit gestärkt. Die Verordnung gilt nicht nur im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung oder bei freiwilligen Neuwagengarantien, sondern auch bei kos-
tenpflichtigen Anschluss- oder Gebrauchtwagen- sowie bei den sogenannten Durchrostungsgarantien. „Entscheidend für den Erhalt der Ansprüche ist jedoch, dass sich die Werkstatt jeweils nach den Vorgaben des Herstellers richtet und nur Ersatzteile in Originalteil-Qualität verwendet“, erläutert Dr. Frank-Bernd Weigand, Leiter der Rechtsabteilung bei A.T.U.
Professionell arbeitende freie Werkstätten bestätigen dies ihren Kunden bereits auf der Rechnung. Der Besuch einer Vertragswerkstatt darf nur in Ausnahmefällen vorgeschrieben werden. Etwa wenn Fahrzeuge vom Hersteller zurückgerufen werden, der Garantiefall eintritt oder wenn dies im Leasingvertrag ausdrücklich so geregelt wurde.

Wenn einem plötzlich die Warnleuchte aufgeht
Sobald gelbe und rote Lämpchen im Cockpit des Autos aufleuchten, steigt die Verunsicherung der Fahrer. Welche Warnleuchte steht für welches Problem? Sollte man sofort anhalten oder weiterfahren? Die Faustregel ist: Rot heißt stoppen, bei Gelb oder anderen Farben kann erst einmal weitergefahren werden. Doch oftmals bleibt die Frage bestehen: Welche Warnleuchte steht für genau welches Problem?
Sobald sicherheitsrelevante Teile betroffen sind und durch ein orangefarbenes Warnsignal darauf hingewiesen wird – etwa bei den Bremsen –, sollte schnellstmöglich die Werkstatt angesteuert werden. Grundsätzlich lohnt sich der Blick in die Bedienungsanleitung und auf den Füllstand der Flüssigkeiten.
Bei einem Aufleuchten der Airbag-Anzeige, was an einer angeschnallten Person auf einem Sitz und einem aufgeblasenen Airbag leicht erkennbar ist, ist der Werkstatt-Termin hingegen fällig, da sich der Unfallschutz mindert. Zunächst drohen jedoch keine weiteren Schäden bei Nutzung des Fahrzeugs. Da sie zu den Kontrollleuchten gehört, erlischt nach wenigen Sekunden des Einschaltens der Zündung das Licht.
Beim Aufleuchten der ABS-Lampe ist wie beim Airbag ein zeitnaher Termin zur Reparatur nötig, dennoch kann eine mögliche Ursache für den Warnhinweis auch ein defekter Sensor an einem der Räder sein. Auch diese orangefarbene Kontrollleuchte geht nach einigen Sekunden der Einschaltung von der Zündung alleine aus. Trotz der möglichen Weiterfahrt ist Vorsicht geboten, da die Räder bei starkem Bremsen blockieren könnten.
Warnleuchten für ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), ASR (Antriebschlupfregelung) oder DTC (Dynamic Traction Control) stehen für die elektronischen Traktionskontrollen. Ein Aufleuchten während der Fahrt bedeutet meist, dass das System eingreifen muss. Sobald die Traktion wieder besteht, erlischt auch die Warnleuchte. Bei einem dauerhaften Leuchten sollte eine Werkstatt angesteuert werden.

Foto: © Sturm/Pixel