Polizeistation Kronshagen mahnt zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr
Fahrradkontrollwochen, der Schulbeginn und eine eigentlich nicht mehr neue Verkehrsführung im Ort, die nach wie vor für Unsicherheiten und Konflikte sorgt: Gleich mehrere Themen rücken den Radverkehr in Kronshagen wieder in den Fokus.
Was ist los in Kronshagen? Im Spätsommer 2026 eine ganze Menge – und zwar auf den Straßen und Wegen. Das berichtet zumindest Heike Simon, seit 1. Juni 2026 Leiterin der örtlichen Polizeistation.
Radkontrollen und Schulstart
Neben den vom Land Schleswig-Holstein vorgesehenen Radwochen, in denen immer wieder präventiv Kontrollen im Fahrradverkehr vorgesehen sind, um für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, steht gemäß Simon beispielsweise der Schulstart unmittelbar bevor. Für die Kronshagener Routen und Wege bedeute dies nicht nur, dass ab der dritten Augustwoche mit den frischgebackenen Erstklässlerinnen und Erstklässlern viele junge, unerfahrene Fußgängerinnen und Fußgänger unterwegs sein werden. Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule, so gibt die Polizeihauptkommissarin zu bedenken, stehe für viele Kinder auch ein neuer Schulweg an, der nun mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Auch hier sei daher besondere Rücksicht geboten – insbesondere an Kreuzungen und auf den Hauptstraßen, die in Kronshagen nicht immer für alle Verkehrsteilnehmenden so eindeutig seien und regelmäßig für Verwirrung sorgten.
Fahrräder sollen auf die Straße
„Ganz schwierig ist es nach wie vor mit der neuen Beschilderung, die ja eigentlich gar nicht mehr neu ist“, berichtet Heike Simon zudem. So führe die vom Kreis Rendsburg-Eckernförde angeordnete Regelung, dass Fahrräder im Gemeindegebiet grundsätzlich auf der Straße fahren sollten und fast flächendeckend die angeordneten Radwege aufgelöst wurden, noch immer zu gefährlichen Situationen.
Auf Gehwegen, die mit einem „Fahrräder frei“-Schild ausgestattet sind, komme es zu Konflikten, da Radelnde hier oft viel zu schnell unterwegs seien. Dabei gelte auf solchen Strecken Schrittgeschwindigkeit. Fußgängerinnen und Fußgängern sei stets Vorrang zu gewähren.
Auch in der neu gestalteten Claus-Sinjen-Straße ist Rücksicht geboten. Hier befindet sich der nun einzige angeordnete Radweg Kronshagens: ein gemeinsamer Fuß- und Radweg, gekennzeichnet mit dem runden blauen Verkehrszeichen 240 mit den übereinander angeordneten und durch einen waagerechten Strich getrennten Symbolen für Fußgänger und Fahrräder. Was das Schild neben dem rücksichtsvollen Miteinander von Fahrrad- und Fußverkehr besagt? Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss diesen Weg benutzen und darf – im Gegensatz zur restlichen Kronshagener Verkehrsführung – die Fahrbahn nicht befahren.

Baustelle Kopperpahler Allee
Eine ganz andere Herausforderung bildet zurzeit die Koppelpahler Allee. Aufgrund der Bauarbeiten (die Versorgungsbetriebe Kronshagen erneuern noch bis in 2027 hinein die Wasser- und Stromversorgungsleitungen) ist die Straße zeitweise nur einspurig nutzbar.
Da der rot gepflasterte (übrigens nicht angeordnete) Radweg im Bauabschnitt gesperrt ist, sind Radelnde hier wiederum zur Nutzung der Straße verpflichtet. Eine Baustellenampel, deren Wartezeiten Geduld erfordern, regelt den Verkehr. Doch viele Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer suchen eine schnellere Lösung, durchqueren den Grünstreifen und mogeln sich über den Fußweg an der Baustelle vorbei. Hierbei fahren sie nicht nur unerlaubterweise auf dem Gehweg und bringen Spazierende in Bedrängnis und Gefahr.
„Das ist tatsächlich auch ein Rotlichtverstoß“, mahnt Heike Simon – und der werde je nach Situation mit mindestens 90 Euro und einem Punkt geahndet.
Vorsicht in Einbahnstraßen
Noch ein weiterer Aspekt liegt der Polizistin am Herzen: „Wir haben in Kronshagen ja viele Einbahnstraßen, die für Fahrräder in der Gegenrichtung freigegeben sind.“ Oft sei der Platz dort allerdings sehr begrenzt. Darum gelte auch hier besondere Vorsicht und Rücksichtnahme für alle Verkehrsteilnehmenden in jeglicher Richtung.

Text und Fotos: Anna Maria Bader
