
American Football? Bereits seit Ende der Achtzigerjahre ist die Kontaktsportart in Kiel vertreten. Was sie so faszinierend und zum Erfolgserlebnis für alle macht? Das verrät ein Blick hinter die Kulissen der aktuellen U13-Jugendmannschaft.
Donnerstagnachmittag auf dem Kilia-Sportplatz am Hasseldieksdammer Weg. Der Himmel ist bewölkt, der Kunstrasen trocken. Gute Bedingungen für das Training der U13, der Jüngsten von den Baltic Hurricanes.

Unterschiedliche Körpergrößen und Stärken sind gefragt
Ein ganzer Pulk grün-orange gewandeter Kinder erscheint auf der Fläche: Mädchen und Jungen mit Stollenschuhen, weißen Helmen und der typischen breitschultrig machenden Schutzkleidung unter den Trikots. 10–13 Jahre sind die Kinder und Jugendlichen alt. Was sofort ins Auge sticht? Ihre unterschiedliche Statur. Es ist alles vertreten. Große und kleinere sind dabei, flinke, wendige, athletische, aber auch kräftigere Typen. „Football bietet für jede und jeden ein Einsatzgebiet“, schwärmt Jugendtrainer Finn Jürgensen. Durch die zahlreichen Positionen im Spiel sei der Football enorm vielseitig und biete einfach allen Kindern tolle Entfaltungsmöglichkeiten – auch denen, die vorher vielleicht noch „gar nicht so viel Sport gemacht haben“.
Tryouts am 25. Oktober in Kiel
36 Kinder waren diese Saison in der U13, die äußerst erfolgreich sogar ins Finale der U13 Liga Nord einziehen konnte (Wie das Spiel am 26.9. ausging, stand bei Drucklegung noch nicht fest). Rund die Hälfte des Teams steigt altersbedingt zum Winter in die U16 auf. Neue Talente ab zehn Jahren sind daher gerade jetzt besonders gefragt – und herzlich eingeladen, am 25. Oktober um 14 Uhr (Check-in ab 13.30 Uhr) im Sportforum der Uni Kiel bei den Tryouts der Jugendmannschaften ihre Fähigkeiten zu testen und anhand verschiedener Stationen herauszufinden, ob American Football vielleicht genau ihr Ding ist.

Wie Christian und Emmanuel zum Football kamen
Denn nicht jeder hat wie zum Beispiel Christian aus Russee die Sportart schon länger genaustens im Blick: „Mein Vater war Trainer, mein Bruder hat schon gespielt“, erzählt der Zwölfjährige, der seit 2024 bei den Baltic Hurricanes trainiert. Emmanuel, 13 Jahre, aus Hasseldieksdamm, entdeckte den Teamsport wiederum durch einen Kinofilm, den er sah. Das gemeinsame Training, aber auch die Punktspiele machen „sehr viel Spaß“, sind sie sich einig.
Auch Kalle aus Molfsee ist in ihrer Mannschaft. Was ihm besonders am Football gefällt? „Dass man sich auspowern kann“, berichtet der Elfjährige, der wie seine Teamkollegen im Sommer zweimal pro Woche trainiert; im Winter meist sogar noch ein drittes Mal – damit alle auch fit sind und genügend Kraft und Ausdauer haben.
Kondition und Konzentration sind beim Football gefragt
Denn American Football verlangt „viel Kondition und Konzentration“, erklärt Headcoach Eric Delsman. Wenn der Ball in unterschiedlichen, hoch komplexen Spielzügen in die gegnerische Endzone getragen oder geworfen wird, sei das Ganze „wie ein lebendiges Schachspiel, wo alle Spieler gleichzeitig spielen“.
Tino Dreger, der sich im Verein in der Medienarbeit engagiert und als Spielervater aus Erfahrung spricht, nickt und lacht. „Es dauert schon ein bisschen, um alles zu verstehen“, gesteht er. Aber man wachse mit der Zeit hinein.

Gemeinschaft und Stimmung machen den Football besonders
Und zwei Dinge könnten wirklich alle von Anfang an genießen: den tollen Spirit der Gemeinschaft und die herrliche Stimmung bei den Punktspielen – mit Musik und Cheerleadern und einem großen Publikum, denn schon die Teamstärke bringe jedes Mal unglaublich viele Menschen und Angehörige auf den Platz. AB