Was im Hornheimer Weg 51 auf vier Etagen so alles entsteht
Immer wieder wechselnde Baufahrzeuge, eine mächtige Holzeinfassung um die große Eiche vor der Tür und seit Ende
März ein Baugerüst um das gesamte Gebäude.
Wer in letzter Zeit am Hornheimer Weg 51 vorbeigekommen ist, am vorletzten Haus, ehe das Vieburger Gehölz beginnt, der oder die sah sofort – hier wird gebaut. Doch was genau und wie lange wird es noch dauern?
KIEL LOKAL fragte bei Renke Buhmann von der Heimat-Siedlungsbaugenossenschaft „Grünes Herz“ nach, denn die erwarb im Oktober 2024 das rot geklinkerte Mehrfamilienhaus aus der Mitte der 1960er Jahre. Eine Entscheidung, die der Diplom-Kaufmann, der auch im Vorstand des Grünen Herzen sitzt, eigenen Aussagen zufolge „nicht einen Tag bereut“ hat.
Auf Hinweis eines Mieters der insgesamt sieben Parteien hatte sich der Kieler nämlich einst an den Nachlassverwalter des Gebäudes gewandt, das bald den Bestand der 60 Genossenschaftshäuser (mit 351 Wohneinheiten) erweitern soll. Der veraltete Zustand des Hauses wurde dabei zum Glücksfall, denn ein hoher Renovierungsstau mit entsprechenden Investitionen machte die Immobilie für potenzielle andere Investoren unattraktiv.
„Wir gehen von zwei Millionen aus in der Fertigstellung“, gewährt Buhmann einen Einblick in das gesamte Finanzvolumen, denn Transparenz und Gemeinsinn liegen dem Vorstandsmitglied sehr am Herzen. „Für rund 500.000 Euro plus Nebenkosten“, hat die Baugenossenschaft das quaderförmige Haus wiederum gekauft.
Sieben Wohnungen mit Balkon werden darin nun aktuell hergerichtet, wobei neu hergestellt die Situation im Hause viel besser trifft. Eine „absolute Kernsanierung“ wird im Hornheimer Weg 51 zur Zeit vorgenommen, denn „bis auf tragende statische Strukturen“, so Buhmann, „ist alles abgetragen worden.“

Was alles geplant ist?
Zwei 50 Quadratmeter große Wohnungen im Souterrainbereich, vier 95 Quadratmeter große Vierzimmerwohnungen in den Etagen Hochparterre und im ersten Stock sowie eine große Dachgeschosswohnung mit 130 Quadratmetern Wohnfläche werden bei der Kernsanierung für künftige Mieter umgesetzt.
Während die Souterrain-Wohnräume vollkommen barrierefrei verwirklicht werden, mit ebenerdigem Zugang von der Rückseite des Hauses, so sind in den anderen Geschossen die Türzargen verbreitert worden. Für ein langfristiges Wohnen auch im Alter. Ein Treppenlift, um dann auch das Parterre erreichen zu können, ist ebenfalls angedacht.
Von außen wie von innen wird das Gebäude kaum wiederzuerkennen sein. Denn von der Isolierung der Souterrain- und Kelleretage über die Dämmung der Außenfassade mit neuen, dreifach verglasten Fenstern bis zum neu eingedeckten, ebenfalls wärmegedämmten Dach werden auch die Fußböden, Leitungen, Elektrik, der Putz und die Innenraumelemente wie Türen und Küchen von Grund auf neu gemacht, um am Ende ein Mehrfamilienhaus im Gebäudestandard KfW55 zu erreichen.
„Eine Wasser-Luft-Wärmepumpe wird die alte Ölheizung ersetzen“, fügt Renke Buhmann ergänzend hinzu. Auch das Abwasser der unter Straßenniveau gelegenen Souterrainwohnungen wird künftig nach neusten Bestimmungen abgeführt: Es wurde dafür extra eine Wasserhebeanlage in einem speziellen Schacht eingebaut.
Seit wann bereits saniert wird?
Schon im Februar 2025 hatte die Baugenossenschaft ihren Bauantrag für das Bauvorhaben einreichen können. Die Wartezeit bis zur Freigabe der Baugenehmigung im November 2025 wurde mit genehmigungsfreien Arbeiten überbrückt.
Daher ist das Gebäude schon jetzt vollständig entkernt – inklusive fachgerechter Asbestentsorgung. Denn nicht nur im Estrich, auch in den Abgaswegen war der hochgefährliche, krebserregende Gefahrstoff einst verbaut worden.
Der Keller konnte ebenfalls bereits freigelegt, abgedichtet und isoliert werden – per aufwändigem Verfahren mittels Saugbagger; einer amtlichen Auflage zum Schutz der alten Eiche im Vorgarten, für die auch die auffällige, hölzerne Einfriedung errichtet werden musste.
Wann mit der Fertigstellung und dem Einzug der ersten Mieter gerechnet werden kann? „Mitte der zweiten Jahreshälfte werden wir verbindlich werden“, erklärt Renke Buhmann. Dann stehe auch die genaue Miete fest, über die aktuell noch entschieden werde. Heiß begehrt ist der neue Wohnraum auf alle Fälle schon jetzt: Sechs der sieben Wohnungen sind bereits vorreserviert. AB
