Alles außer Mainstream

Die Diele der "Fantasterei" ist ein Veranstaltungsort, beispielsweise für die Kinder-Workshops am 6. September.

Festivalmacher Arnulf Zurheide berichtet über das Wilwarin-Festival am 6./7. Juni

Das Wilwarin-Festival in Ellerdorf (mitten im Naturpark Westensee) findet dieses Jahr zum 25. Mal statt.

Von Anfang an dabei ist Arnulf Zurheide. KIEL LOKAL besuchte ihn auf seinem Resthof in
Techelsdorf. Wir sitzen bei Schwarztee an einer langen Tafel in der großen Küche und lauschen seinen Erzählungen. Genau auf diesem elterlichen Hof hatte bereits 1995 alles angefangen – mit einer Privatparty. „Doch nach drei Jahren ist es zu groß geworden“, erzählt Arnulf und beschreibt das jähe Ende: „Eines Nachts hat meine Mutter den Goa-Leuten den Stromstecker gezogen, weil sie nicht leiser werden wollten.“ Heute bezeichnet er das als Anekdote, damals war es eine Katastrophe.

Ein neuer Veranstaltungsort wurde gesucht und gefunden: im nahe gelegenen Ellerdorf. „Dort wird bereits seit 50 Jahren das Ellerdorfer Waldfest gefeiert. Einer der damaligen Mitveranstalter ist der Bruder des jetzigen Bauern, dem das Gelände gehört“, so Arnulf. „Wir sind im totalen Tal der Tränen gestartet.“ Anstelle der erwarteten 500 Gäste sind beim ersten Wilwarin-Festival nur 200 gekommen. Die Besucherzahl ist aber über die Jahre kontinuierlich gestiegen. Inzwischen sind es zwischen 4.000 und 5.000. „Wir haben viele treue Fans. Manche bringen ihre Kinder mit“, verkündet der 52-Jährige, der mit Herzblut bei der Sache ist. „Das macht wirklich Spaß, weil hier so viele Menschen an einem Strang ziehen, um etwas Eigenständiges und Unvergleichliches zu schaffen.“

Besonders dankbar ist er über die vielen Leute, die das vierköpfige Organisationsteam unterstützen. Das mögen rund 40 bei der Vorbereitung sein und 200–300 beim Festival
selbst. „Für viele ist Wilwarin die fünfte Jahreszeit. Wir sind ab zwei Wochen vorher auf dem Gelände, bauen auf und sitzen abends zusammen am Lagerfeuer.“
Musikalisch ist Wilwarin ganz breit aufgestellt. Ob Punk, Ska, Rap oder Elektro, hier ist alles dabei. „Alles außer Mainstream“, so Arnulf. „Es gibt so viele begabte Künstler*innen, denen wir eine Bühne bieten.“ Insgesamt spielen dieses Jahr am 6./7. Juni 40 Bands auf drei Livebühnen, darunter sind Frittenbude, Alarmsignal, Waving the Guns, Schizophrenia, PA69 und The Pill. Hinzu kommen 40 DJ-Teams auf zwei weiteren Bühnen: der E-Stage und der „Schietkuhle“.
Bei Letztgenannter läuft das Booking über den Kieler Luna Club. „Das holt die jüngere Generation ab“, sagt Arnulf, der gemeinsam mit Jan Ruempler die übrigen Buchungen übernimmt. „Es bewerben sich total viele Bands bei uns. Das sind so viele, dass wir nicht auf jede E-Mail antworten können.“

Was macht der Festivalmacher außer Wilwarin? „Diverse Sachen“, antwortet er. „Alles, was mit Veranstaltungen zu tun hat.“ So arbeitet er „seit ziemlich vielen Jahren“ als Stage Manager bei „Gewaltig leise“ auf der Krusenkoppel.

Auf diesem Resthof nahm Wilwarin im Jahr 1995 seinen Anfang. Seit 13 Jahren wird hier zum Ende der Sommerferien das Rotzgören-Festival ausgetragen.

Zudem veranstaltet Arnulf das Rotzgören-Festival. Das wird seit 13 Jahren am letzten Wochenende der Schulferien auf dem eigenen Hof ausgetragen. „Das ist so etwas wie die Krusenkoppel mit Camping“, erklärt der zweifache Vater. Das Familienfest für vier- bis zehnjährige Kinder bietet ein buntes Programm mit Hofrallye, vielen Workshops für Kinder und ein bis zwei Konzerten. Da kommen etwa 1.000 Menschen. Im letzten Jahr war es ausverkauft.

Mehr dazu auf den Homepages www.wilwarin.de und www.fantasterei-techelsdorf.de. CF