
Kommunalverein Molfsee veröffentlicht Buch zur eigenen 75-jährigen Geschichte
Wie lebten die Menschen in Schulensee nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs? Welche Folgen hatte die britische Besatzung für die Bevölkerung? Und wie entstand aus dieser schwierigen Zeit heraus der heutige Kommunalverein Molfsee?
Diesen Fragen hat sich die Historikerin Victoria Karaski gewidmet. Zum 75-jährigen Bestehen des Kommunalvereins Molfsee hat sie die bewegte Gründungsgeschichte des Vereins wissenschaftlich aufgearbeitet. Ihre Ergebnisse hat sie am 23. Oktober in der gut besuchten Begegnungsstätte Molfsee vorgestellt.
Nach dem Kriegsende 1945 waren in Schulensee über hundert Häuser von britischen Truppen beschlagnahmt worden – darunter nahezu alle Häuser im Kleinen Eiderkamp. Zahlreiche Familien mussten ihre Wohnungen binnen kürzester Zeit räumen und unter schwierigen Bedingungen in Notunterkünften leben, während britische Soldaten und später auch deren Angehörige die beschlagnahmten Häuser bewohnten.
Aus dieser Notlage heraus gründeten die Betroffenen zunächst eine Bürgerinitiative. Jahrelang setzte sich der Verein unermüdlich dafür ein, die Häuser an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzuführen. Erst 1956 wurde das letzte Haus von der britischen Besatzungsmacht freigegeben.
Aus der damaligen Bürgerinitiative entwickelte sich im Jahr 1949 der heutige Kommunalverein, der sich bis heute überparteilich und ehrenamtlich für die Interessen der Molfseerinnen und Molfseer engagiert.
Die Forschungsergebnisse von Victoria Karaski sind nun in gekürzter Form als Buch unter dem Titel „Die Briten in Schulensee“ erschienen. „Mit diesem Buch ist ein wichtiges Stück Zeitgeschichte unserer Region erstmals umfassend dokumentiert“, betont Astrid Hein, Vorsitzende des Kommunalvereins Molfsee.
Das Buch wird Vereinsmitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt. Nichtmitglieder können es zum Preis von zehn Euro erwerben, und zwar bei der Gemeindeverwaltung Molfsee am Mielkendorfer Weg, in der Forellen Apotheke Schulensee, der Apotheke am Freilichtmuseum sowie im Restaurant Catharinenberg in Molfsee.