Das ändert sich alles im neuen Jahr

Kindergeld, Deutschlandticket und Co. – diese Neuerungen erwarten Sie in 2026

Immer wieder ist der 1. Januar ein Tag des Neubeginns – und zwar in vielerlei Hinsicht. Gesetzesänderungen, Gebührenordnungen, Fristen – Jahr für Jahr kommt es zu Neuerungen und Änderungen. Was Sie 2026 beachten und bedenken sollten? Wir haben Ihnen ein paar Tipps und Hinweise, vor allem finanzieller Art, zusammengefasst.

Wird alles teurer? In gewisser Weise schon. Um Familien zu entlasten, dürfen Eltern sich aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten allerdings auch 2026 wieder über eine – wenn auch kleine – Erhöhung des Kindergelds freuen. Ab Januar bekommen Familien pro Kind 259 Euro im Monat, also vier Euro mehr als noch 2025. Auch der Kinderfreibetrag steigt dazu parallel an – um 156 Euro auf 6.828 Euro pro Jahr.
Ebenfalls eine Erhöhung ist auch beim gesetzlichen Mindestlohn zu verzeichnen. Ab 1. Januar steigt dieser um 50 Cent auf 13,90 Euro.

Auch die Beitragsbemessungsgrenzen für Kranken- und Pflegeversicherung sowie für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen im neuen Jahr wieder an, was höhere Sozialabgaben für Gutverdienende bedeutet. So liegt sie in der Kranken- und Pflegeversicherung künftig bei 5.812,50 Euro brutto pro Monat. Bei der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt sie von 8.050 auf 8.450 Euro an. Und apropos Rente: Ab dem 1. Januar soll erstmals die sogenannte Aktivrente in Kraft treten. Menschen, die das Rentenalter erreicht haben und eine volle gesetzliche Rente beziehen, können dann zusätzlich bis zu 2.000 Euro pro Monat mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verdienen – und zwar steuerfrei. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge müssen dabei jedoch weiterhin geleistet werden. An der Aktivrente nicht teilnehmen können Beamte, Selbstständige, Minijobber sowie Menschen in Frührente.

Etwas ganz anderes, das aber auch unter das Thema Finanzen fällt: Aufgrund von deutlich gestiegenen Reparaturkosten erhöhen die Auto- und Motorradversicherungen ihre Beiträge um durchschnittlich etwa sieben Prozent.

Auch rund ums Wohnen gibt es Veränderungen: Während durch einen staatlichen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten mit eher sinkenden Netzentgelten beim Strom zu rechnen ist, steigen jedoch die Umlagen leicht um 0,35 Cent pro Kilowattstunde an. Je nach Netzgebiet und je nachdem, ob oder wann die Stromanbieter die Preise an die Haushalte weitergeben, kann es zu entsprechenden Preisentwicklungen kommen.
Ähnlich verhält es sich beim Gas. Da zum 1. Januar die Gasspeicherumlage wegfällt, ist zunächst mit einer Entlastung der Haushalte zu rechnen. Weil jedoch die Gasnetzentgelte in den meisten Netzgebieten steigen, schon allein aufgrund der Entwicklung, dass der Gasverbrauch im Ganzen zurückgegangen ist und die bestehenden Kosten auf weniger Abnehmer verteilt werden, ist gleichzeitig auch mit einem Anstieg der Gaskosten zu rechnen.

Und noch etwas zum Thema Finanzen: Ab 2026 erstellen die Finanzämter allen, die ihre Steuererklärung über das Elster-Portal elektronisch einreichen, digitalen Steuerbescheid in Form eines rechtsverbindlichen PDF-Bescheids – im Gegensatz zum bisher postalischen Papier-Bescheid. Wer keinen digitalen Bescheid wünscht, muss künftig aktiv widersprechen. Wer seine Steuererklärung nach wie vor in Papierform einreicht, wird auch wie bisher seinen Bescheid per Post erhalten.

Widmen wir uns dem Thema Umwelt: Im neuen Jahr hin wird die Käfighaltung von Legehennen in Deutschland nun vollständig verboten. In der EU ist sie jedoch weiterhin zulässig. Da in der Bundesrepublik keine Pflicht zur Kennzeichnung von Herkunft und Haltungsart besteht, können Produkte, in denen Eier verarbeitet werden, nach wie vor mit Eiern aus Käfighaltung bestückt sein.
Auch dem Greenwashing wird künftig der Kampf angesagt. Ab 27. September dürfen Unternehmen umweltbezogene Aussagen nur noch treffen, wenn diese auch eindeutig, messbar und überprüfbar sind. Selbstentworfene Siegel ohne nachvollziehbare Kriterien und unabhängige Zertifizierungen sind dann nicht mehr zulässig.

Mehr Transparenz ist übrigens auch im Sommer gefordert, genauer gesagt ab dem 2. August, im Rahmen der in Kraft tretenden europäischen KI-Verordnung. Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen dann nämlich kennzeichnen, wenn Inhalte wie Texte, Bilder, Video- oder Audiodateien KI-generiert sind. Auch Chatbots, Systeme zur Emotionenerkennung oder zur biometrischen Einordnung müssen ab August ausgewiesen werden.

Mobilität: Das Deutschlandticket bleibt zwar im Rahmen der Mobilitätswende weiterhin erhalten, erfährt ab dem neuen Jahr jedoch eine neue Preiserhöhung. Statt 58 Euro wie bisher, kostet es nun 63 Euro pro Monat.

Bis zum 30. Juni müssen alle Verkaufsstellen von E-Zigaretten Rücknahmestellen für Ein- und Mehrweg-E-Zigaretten eingerichtet haben. Unabhängig von einem Neukauf müssen dort gebrauchte E-Zigaretten entgegengenommen werden. Ebenfalls interessant für Raucherinnen und Raucher: Ab April wird aktiven wie ehemaligen starken Zigaretten-Abhängigen von den gesetzlichen Krankenkassen eine kostenfreie Lungenkrebs-Früherkennung angeboten. Anspruchsberechtigt sind hier 50- bis 75-Jährige, die über mindestens 25 Jahre hinweg einen hohen Zigarettenkonsum hatten. AB