Das große „Meet and Eat“

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Netzwerken und Kochen – in der Mensa der Alten Mu ver-schmelzen beide Elemente. Das Konzept läuft unter dem Titel Cocina und verbindet verschiedenste Ideen aus dem Gastro- bereich miteinander. Am 16. November konnten Besucher einen ersten Eindruck der Gerichte und des bunten Miteinanders erhalten.

Wir wollen die soziale Funktion des Essens mit Business verbinden“, erklärt Marcel Lungerhausen, Veranstalter des Events und Erschaffer von Cocina. „Wir bringen hier verschiedene Menschen zusammen und schauen, was passiert.“
Ursprung des Projekts war die große Mensaküche der alten Hochschule. Diese wurde im vergangenen Jahr renoviert und dient nun als mietbarer Raum für Köche, Start-ups, Caterer und weitere kreative Ideen und Events. Hiervon profitieren nicht nur große Start-ups, auch kleine Betriebe wie „Anjas Gartenglück“ nutzen das Dach der Cocina, um in einer vom Ordnungsamt genehmigten Produktionsküche nach Bedarf zu arbeiten und sich zu entfalten.
Inzwischen konnte der in Molfsee aufgewachsene Hotelfachmann acht Mieter mit verschiedenen kulinarischen Richtungen vereinen. Die Idee des „Meet and Eat“ entsprang seiner langjährigen Erfahrung in der Gastronomie und Eventplanung in den unterschiedlichen Betrieben in ganz Schleswig-Holstein und im Ausland. Diese Eindrücke projiziert Marcel nun auf das Projekt und die Gerichte, die dort entstehen. Das große Ziel: Das Handwerk des Kochens mehr zu würdigen und durch das Miteinander eine innovativere Küche zu erschaffen.
Diese wird bereits jede Woche bei dem Mittagstisch der Cocina präsentiert. Dienstag bis Freitag von 12–14 Uhr wird täglich zu verschiedenen Themen geschlemmt – von syrisch-arabisch bis regional wird alles geboten. Auch vegane Gerichte sind hier Normalität, um umliegende Betriebe und die Vereine in der Alten Mu zu verköstigen. „Wir wollen zeigen, dass man auch durch rein vegane Speisen satt werden kann“, meint der 31-Jährige.
Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, Müllvermeidung und Regionalität – etwa mit Kräutern aus dem Garten und der Zusammenarbeit mit Höfen aus dem Umland. Dabei ist auch die Qualität wichtig. Am Eröffnungstag beeindrucken neben den schön angerichteten Speisen auch die Atmosphäre des Gastraums. Mit Musik und Kerzen entsteht eine Wohlfühlatmosphäre für die Besucher.
Auch die Resteritter fühlen sich in der Gemeinschaft wohl. Neben dem Einkochen von Marmeladen und Chutneys nutzen sie die 45 m² der Räumlichkeiten für die berühmten Schnibbelpartys. Sie verwerten regionales Gemüse und Obst, so etwa die aktuelle Apfel-ernte aus dem Freilichtmuseum Molfsee.
„Die alte Küche bot so viel Platz, da haben wir einfach Gleichgesinnte gesucht“, erzählt Maneet Kaur. Sie nutzt den Raum für indische Kreationen. „Das Ganze ist kein Geschäftsmodell. Wir sind hier zum Lernen und Weiterentwickeln.“ Denn schließlich soll auch die Küche ganz der Kreativ- und Kulturwirtschaft der Alten Mu entsprechen und weiterhin Raum für Neues bieten.

Text: Haag; Foto:©Frahm