Kieler Spendenparlament: Die Plattform, die alle verbindet

Gruppenbild des Kieler Spendenparlaments
30.000 Euro wurden bei der Sitzung des Spendenparlaments am 10. März an 18 soziale Initiativen verteilt. Foto: Kieler Spendenparlament

Seit bereits zwölf Jahren ist das Kieler Spendenparlament in der Landeshauptstadt aktiv. Von Anfang an mit dabei – gleich zwei Männer aus dem Kieler Süden.

Das Kieler Spendenparlament? Gehört haben gewiss schon viele von dem gemeinnützigen Verein. Doch was genau hat er sich zum Ziel gesetzt? Wie funktioniert sein Konzept und was hat er seit der Gründung im Jahr 2014 schon alles erreicht?

Frank Meier (links) und Sönke Schuster
Starkes Duo aus dem Kieler Süden: Frank Meier (links) und Sönke Schuster sind bereits seit Jahren für das Kieler Spendenparlament aktiv. Foto: Anna Maria Bader

Zwei Männer, die sogar beide im Kieler Süden zu Hause sind und noch dazu keine Unbekannten, engagieren sich seit Jahren für die nach Hamburger Vorbild geführte Organisation. Es sind Frank Meier aus Hassee und Sönke Schuster aus Russee, Kollegen in gleich doppelter Hinsicht, denn als Vorstandsvorsitzender beziehungsweise Pressesprecher der Stadtwerke Kiel AG ist bei ihnen nicht nur auf beruflicher Ebene Teamgeist gefragt. Auch im Kieler Spendenparlament sind die beiden von Anfang an mit von der Partie. Meier zunächst im Präsidium, später im Vorstand, dessen Vorsitz er 2021 schließlich übernahm. Schuster als Pressesprecher.

Was es mit dem Gremium auf sich hat, dessen Mitglieder Parlamentarier heißen und sich dreimal im Jahr im großen Sitzungssaal im Rathaus zusammenfinden, um demokratisch über die Vergabe von Spendengeldern zu entscheiden? „Wir sind eine Plattform, die mit Menschen agiert“, erklärt Frank Meier. Als zentrale Verknüpfungsstelle bringt das Spendenparlament nämlich wohltätige Projekte, Spenderinnen und Spender sowie unterstützungsfreudige Unternehmen zusammen und hilft auf diese Weise, die Lebensbedingungen für bedürftige Menschen in der Region zu verbessern.

Der große Vorteil: Ein kleiner Verein, der oftmals allein von ehrenamtlichem Engagement getragen wird, muss, so Meier, auf diese Weise nicht selbst noch Stunden in das Einwerben von Spendengeldern für ein bestimmtes Projekt investieren. Auch ein Unternehmen, das wohltätige Projekte oder Organisationen unterstützen möchte, braucht sich nicht auf die Suche nach einem passenden Empfänger zu machen. Und auch private Spenderinnen und Spender, die gern regelmäßig nachhaltige soziale Projekte fördern wollen, kommen beim Kieler Spendenparlament auf ihre Kosten – indem sie ihr Geld in guten Händen wissen. Oder indem sie als Mitglieder im Parlament (der Beitritt ist ab einer jährlichen Spende von 80 Euro möglich) ganz transparent und demokratisch nach einer ausführlichen Prüfung durch eine Finanzkommission darüber abstimmen, welche sozialen und wohltätigen Projekte mit einer Förderung bedacht werden sollen.

Die Zahlen sprechen längst für sich: Rund 730.000 Euro wurden seit 2014 schon über das Kieler Spendenparlament an insgesamt 351 Projekte ausgezahlt – in Beträgen, die meist bei 2000 Euro liegen, aber auch ein paar Ausreißer unter sich vereinen. Wie zum Beispiel ein Kindergarten-Projekt in Rönne aus dem Jahr 2014, das mit 70 Euro die niedrigste Summe bildet. Oder die drei MINT-Projektwochen von 2020 der Technischen Akademie Nord. Mit 7.200 Euro belegen sie bisher den oberen Rang – und erzählen von der Vielfalt der Projekte, die bunter kaum sein könnte:

Ferienaufenthalte für Kinder, die gemäß Schuster „noch nie in den Urlaub reisen konnten“, sind dabei, arbeitserleichternde Spülmaschinen, einiges für Geflüchtete, der Kieler Wohlfühlmorgen, bei dem Wohnungslose sich einmal in wertschätzender Atmosphäre vom Friseurangebot bis zum Brillenservice ausgiebig verwöhnen lassen können. „In den Projekten sind alle Altersgruppen vertreten“, betont Frank Meier. „Wir fördern nahezu alles, was mildtätig und spendenbedürftig ist.“
Anträge von Vereinen und Organisationen für Spendenbitten gäbe es genug. Das Kieler Ehrenamtsbüro kommuniziert schließlich seit Jahren die Möglichkeiten des Parlaments an sämtliche Gruppen.

„Was wir noch bräuchten“, sind Meier und Schuster sich jedoch einig, wären „noch mehr Mitglieder im Parlament.“ Ob aktiv oder passiv – jede beziehungsweise jeder ist herzlich willkommen. Ein entsprechender Mitgliedsantrag liegt daher jederzeit neben weiteren Infos im Internet auf
www.kieler-spendenparlament.de bereit. AB

Diese Projekte förderte das
Kieler Spendenparlament zuletzt im Kieler Süden:

Seit Jahren schon versorgt das Sozialkaufhaus Echt.Gut in der Hasseer Straße bedürftige Kielerinnen und Kieler. Für Renovierungsarbeiten, einheitliche Antirutsch-Kleiderbügel, Umkleidekabinen und neue Holzregale wurde der Stadtmission Mensch als Trägergesellschaft ein Spendenbetrag von insgesamt 4.000 Euro bewilligt.
1.614 Euro bekam der Caritasverband im Krusenrotter Weg für die Organisation von Deutschkursen für geflüchtete Menschen, die kein Deutsch sprechen und in absehbarer Zeit auch nicht an einem regulären Sprachkurs teilnehmen können.