
„Bookwalker“ Birger Petersen dreht im Vieburger Gehölz seine Runden
Gerade in unserer digitalen Zeit hat das Lesen von gebundenen Büchern einen gewissen Charme. Besonders ist das Leseverhalten von Birger Petersen aus der Hamburger Chaussee.
Wer öfter im Vieburger Gehölz spazieren geht, hat ihn bestimmt schon mal gesehen. Der 36-Jährige fällt auf, wie er etwas tut, was sonst niemand macht: Er liest beim Spazierengehen, vorzugsweise englischsprachige Bücher. Er selbst nennt sich Bookwalker oder auch Leseläufer. „Gefühlt verwende ich jedes Mal einen anderen Begriff, wenn man mich fragt, was ich tue“, sagt er. Sucht man diese Schlagworte im Internet, gibt es keine vergleichbaren Einträge. Das muss also einmalig sein.
Wie ist Birger auf diesen Einfall gekommen? „Ich saß abends auf dem Sofa und wollte spazieren gehen. Andererseits wollte ich nicht mit dem Lesen aufhören. Da fing ich an, mit dem Buch rauszugehen“, erzählt er. „Seitdem habe ich schon viele Runden gedreht und viele Bücher gelesen.“ Zuerst waren es 7,5 Kilometer lange Strecken, inzwischen kommt er auf 10–12 Kilometer. Meistens geht es für zwei Stunden respektive zwei Runden durch das Vieburger Gehölz, aber Birger nutzt das Bookwalken auch schon mal, wenn er irgendwo einen Termin hat. „Da darf ich aber keinen Zeitdruck haben“, betont er. „Zum Glück bin ich noch nicht gestürzt, nur ein paarmal gestolpert. Das kann aber auch ohne Buch passieren.“ Die Reaktionen anderer Spaziergänger auf sein Hobby sind „weniger außergewöhnlich“, so Birger. „Eine Frau sagte mal: Ich könnte das nicht.“ Ob sie es denn selbst ausprobiert hat?CF