Die Zeiger drehen sich wieder

Turmuhr Michaelis
Viele weitere Jahre wird das Uhrwerk den Hasseern die Zeit ver­künden. Foto: Leonie Teufert

Turmuhr der Michaeliskirche erfolgreich restauriert

Nun ist es endlich geschafft. Über ein Jahr hat die Restaurierung des historischen Uhrwerks gedauert. Denn hier ist alte Handwerkskunst im Spiel.

Am 13. November kam die 110 Jahre alte, denkmalgeschützte Turmuhr der Michaeliskirche nach erfolgreicher Reparatur an ihren angestammten Platz zurück.
KIEL LOKAL war vor Ort und hat sich das Resultat in luftiger Höhe angeschaut. Der Weg führte über eine Wendeltreppe und eine steile Holztreppe hinauf in den Kirchturm und endete in einem relativ großen und überraschend leeren Raum. Hier befindet sich das historische Uhrwerk in einem schlichten Holzkasten, der von einer Tür verschlossen ist.
„Es ist offenbar die letzte mechanische Kirchenuhr im Kreis Kiel“, berichtet Pastorin Elvira Schlott. Und wirklich: Die Mechanik bietet ein beeindruckendes Bild. „Ein Zahnrad neben dem anderen“, begeistert sich die Pastorin. Nach der Restaurierung greifen die Zahnräder nun wieder ineinander und die Uhr erwacht zu neuem Leben. Sowohl die eindrucksvolle Mechanik des Uhrwerks mit dem großen Pendel als auch die schweren Gewichte, die an meterlangen Seilen im Turm hängen und die alte Mechanik antreiben, zeigen die hohe Handwerkskunst ihrer Erbauer. Beeindruckend sind außerdem die meterlangen Gestänge, die die Bewegungen des Uhrwerks auf die vier Zifferblätter übertragen.
Den hohen vierstelligen Betrag für die Turmuhr-Restaurierung aufzubringen, wurde erst durch viele Spenden und Kollekten möglich, erzählt Pastorin Anna-Lena Koepke. Auch einige größere private Spenden waren dabei. „Einzelne Menschen haben angefragt: ‚Wieso geht denn die Uhr nicht?‘ Dann haben sie eine größere Summe auf den Tisch gelegt“, verkündet Pastorin Schlott beeindruckt. Sie glaubt, dass sich auch Menschen beteiligt haben, die gar nicht so eng mit der Kirche verbunden sind. „Also nicht nur die, die jeden Sonntag in der Kirche sind.“ Das große Interesse aus der Nachbarschaft zeigten auch viele Anrufe und Rückfragen nach dem Schicksal der Turmuhr.
Zuschüsse gab es auch von der Landeskirche, da die einzelnen Gemeinden vor Ort gar nicht mehr über viel Geld verfügen. Erst wenige Jahre liegt beispielsweise der schwere Frühjahrssturm zurück, der das Dach der Michaeliskirche schwer beschädigt und eine aufwendige Reparatur in Abstimmung mit dem Denkmalschutz notwendig gemacht hatte. LT