Hereinspaziert in den Jugendtreff

Mit Neele Petersen auf Rundgang durch das Kieler Juwel

Ein Ort zum Träumen – mit Platz zum Spielen, zum Lachen und Toben, zum Basteln und Kreativsein, zum Musikhören und Zusammensein. Das ist das Kieler Juwel, der Jugendtreff für Kinder und Jugendliche in Wellsee.

Den Vormittag bestimmt die Schule. Doch am Nachmittag? Da haben viele Kinder und Jugendliche frei. Allein muss dennoch niemand zu Hause sitzen. Denn das Juwel beziehungsweise sein fünfköpfiges Team hält montags bis freitags von 14–20 Uhr ein vielfältiges Angebot für 8- bis 21-Jährige bereit. Treff-Leiterin Neele Petersen hieß KIEL LOKAL in den gemütlichen Räumlichkeiten in der Julius-Leber-Straße 36a herzlich willkommen und gab dabei Einblicke in einen Ort voller Wärme und Geselligkeit.

Ein bisschen versteckt liegt das einstöckige Gebäude in zweiter Reihe hinter der Wohnsiedlung. Idyllisch grenzt es an den Wald, aber auch praktisch und vor allem sportlich an den Skatepark, der von den Kindern und Jugendlichen oft genutzt wird. „Wir haben im Schnitt so 15 Besucherinnen und Besucher pro Tag“, berichtet Petersen, während sie einmal durch die gesamte Anlage führt. Relativ ausgewogen sei das Verhältnis, ein bisschen mehr Jungs als Mädchen vielleicht. Viele Stammbesucherinnen beziehungsweise Stammbesucher schauen sogar täglich vorbei. Kein Wunder, denn die Atmosphäre ist „sehr familiär. Die meisten kennen sich untereinander.“ Andere wiederum kommen nur alle paar Wochen zu Besuch. Sind sie „herausgewachsen“, verteilt sich das Leben meist auf andere Regionen in Kiel, weiß Neele Petersen. Ältere kämen aber auch „gerne mal zurück“, zum Beispiel, um sich für Bewerbungen einen Rat zu holen.

Doch was genau gibt es im Juwel, dessen eleganter Name sich aus dem Wort „Jugend“ und dem Stadtteilnamen Wellsee ableitet? „Wir haben jede Woche einen Wochenplan“ mit verschiedenen Aktionen wie Workshops und Bildungsangeboten wie zum Beispiel ein Quiz zum Thema „Tierwohl und Umwelt“. Im letzten Quartal des Jahres geht es außerdem regelmäßig in die Sporthalle nach Gaarden, wo eine feste Hallenzeit für die Kinder und Jugendlichen eingeplant ist. Ansonsten bieten die klassischen Indoor-Vergnügungen wie Tischkicker, Billard und Tischtennis Raum für schöne gemeinsame Stunden.

Gemeinsam eine gute Zeit haben und den Nachmittag mit Freundinnen und Freunden bei einem guten Spiel verbringen: Das können Kinder und Jugendliche im Kieler Juwel.
Fotos: Anna Maria Bader

Drei Mitarbeitende sind stets vor Ort, sodass in Kleingruppen auch Ausflüge möglich sind – per öffentlichem Nahverkehr oder aber auch mit den Bussen des Deutschen Roten Kreuzes, das Träger des seit 2003 bestehenden Jugendtreffs ist.

„In den Ferien gibt’s auch gerne mal ne Disco“, erzählt Neele Petersen, denn auch in den Ferien ist der Treff selbstverständlich geöffnet. „Wenn wir es schaffen, bieten wir auch eine Ferienfreizeit an.“ Sie zeigt auf Bilder an den Wänden von lachenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern der letzten Reisen nach Vorupør in Dänemark oder Thumby an der Schlei. Klar heben sich die Rahmen dabei von der Wandfarbe ab. Weiß ist nur ein Teil. Ein helles Grün und im ausgebauten Dach, dem Ruhe- und Rückzugsbereich, sogar Schwarz lassen die unterschiedlichen Räume ganz individuell erscheinen. Und genau so sind sie auch entstanden. „Eigentlich alles, was die Gestaltung betrifft, machen wir gemeinsam“, schildert Petersen. „Von der Wandfarbe bis zum Programm.“ Das findet, sofern keine Ausflüge anstehen, vor Ort statt – im gemütlichen „Zockerzimmer“, das trotz seines fetzigen Namens eine ruhige Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt. Das sogenannte Spiegelzimmer wurde einst für eine tanzende Mädchengruppe ausgestattet, ist längst aber auch mit Tischen möbliert, an denen gespielt und gequizt wird. Der Hauptraum in der Mitte des Hauses ist mit Beamer und Discokugel, Tischtennis und Kickertisch fast immer irgendwie im Einsatz.

 

Ein umfangreiches Materiallager mit Spielen, Werkzeug, Bastelutensilien, Outdoorequipment und vielem mehr grenzt an das Büro, in dem das Team die Verwaltung organisiert.

Und wenn jemand Hunger hat? Oder einen Kuchen backen will? Der kann in der Küche auf seine Kosten kommen, wo regelmäßig gemeinsam gekocht wird. Im Frühling und Sommer geht es aber auch viel nach draußen – zum Skatepark oder auch in den Garten, um gemeinsam zu spielen und zu gärtnern. Oder einfach zum Faulenzen auf die Terrasse, wo der Tag abends am lodernden Lagerfeuer ausklingen kann. AB