Hörprobleme im Alter

Ohrenuntersuchung an einer Frau
Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Zum Welttag des Hörens am 3. März:
Gehör vor permanent lauten Geräuschquellen schützen

Etwa 25 Prozent der über 60-Jährigen leiden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter einem Hörverlust. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Dabei kann das Gehör leicht eingeschränkt sein bis zur kompletten Gehörlosigkeit.

Das Gehör ist 24 Stunden am Tag auf Empfang – im Gegensatz zu den Augen können wir die Ohren nicht schließen. Umso wichtiger ist es, sie insbesondere vor Lärm zu schützen. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der über 65-Jährigen eine Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) aufweisen. Die Ursachen setzen sich aus genetischen Einflüssen, sogenannten exo- und endogenen Faktoren zusammen.
Negative exogene Faktoren sind Lärm, Rauchen, Übergewicht, ototoxische Medikamente, Infektionen und Chemikalien. Das Innenohr altert zum Beispiel durch Hypoxie, Ischämie, oxidativen Stress. Abnutzungsschwerhörigkeit wäre der treffendere Begriff, denn Menschen in Indus­trieländern hören im Alter schlechter als etwa gleichaltrige Ureinwohner Australiens.

Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem Verschleiß der Sinneszellen im Innenohr, der sogenannten Haarzellen. Aber auch der Hörnerv und das Hörzentrum werden durch den Alterungsprozess beeinträchtigt. Die nachlassende Hörkraft im Alter fällt den Betroffenen zu Anfang häufig gar nicht auf, da die Veränderungen in der Regel langsam erfolgen. Zunächst ist ein hoher Frequenzbereich betroffen. Ältere Menschen verstehen Stimmen von Frauen und Kindern schlechter oder hören beispielsweise Vogelgezwitscher nicht mehr.
Mit der Zeit breitet sich die fehlende Wahrnehmung auf immer mehr Frequenzbereiche aus. Betroffenen fällt es dann immer schwerer, einem Gespräch zu folgen, da sie nur noch Wortfetzen mitbekommen. Weitere Anzeichen für einen beginnenden Hörverlust: Betroffene sprechen selbst lauter und haben insbesondere bei lauten Umgebungsgeräuschen Probleme, Worte klar und deutlich zu hören.

Was tun bei Schwerhörigkeit im Alter?

Eine Altersschwerhörigkeit kann eine große Belastung sein. Nicht selten ziehen sich Betroffene aus dem sozialen Leben zurück, weil es ihnen unangenehm ist, dass sie Gesprächen nicht mehr folgen können. Helfen kann hier ein fachärztlicher Hörtest in einer Praxis für Hals- und Ohrenheilkunde mit einer einhergehenden Untersuchung der Ohren.
Im einfachsten Fall wird festgestellt, dass Ohrenschmalz den Gehörgang verstopft. Eine weitere Ursache könnte auch eine Mittelohrentzündung sein, die beispielsweise mit Antibiotika behoben werden kann. Wird jedoch eine Altersschwerhörigkeit diagnostiziert, ist es wichtig, die Ohren frühzeitig mit Hörhilfen zu unterstützen, denn sie erfüllen viele wichtige Aufgaben – sei es im sozialen Miteinander, bei der Orientierung im Straßenverkehr oder auch beim Erhalt der mentalen Fähigkeiten. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit bei unbehandelter Schwerhörigkeit langfristig verschlechtern kann. Prophylaktisch hilft es, Lärm zu vermeiden und bei Arbeiten mit Lärm persönliche Schutzausrüstung zu tragen.