
Kreative Lösungen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit von Jugendlichen und dem Ortsbeirat
In der 335. Sitzung des Ortsbeirats Wellsee/Rönne/Kronsburg präsentierten Kinder und Jugendliche im Wellseer Jugendtreff „Juwel“ ein Video, das auf Probleme und Wünsche in der Region aufmerksam macht.
Im Fokus standen Themen wie Sauberkeit und Beleuchtung, aber auch die positive Gemeinschaft im Jugendzentrum „Juwel“. Nun gilt es, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu überprüfen und umzusetzen, um Wellsee für alle attraktiver zu gestalten.
Die Sitzung fand im „Juwel“ statt, wo sich die Jugendlichen kreativ und aktiv eingebracht haben. „Wir haben uns mit unseren Jugendlichen zusammengesetzt und die Punkte zusammengefasst und erarbeitet, was die Probleme und Kritikpunkte in Wellsee sind und was den Jugendlichen gut gefällt. Um dies ansprechend und lebhaft darstellen und präsentieren zu können, haben wir uns hierbei gemeinschaftlich für das Format eines Videos entschieden, in dem die Jugendlichen entweder als Schauspielerin oder Schauspieler vor der Kamera stehen oder die Rolle des Off-Sprechers oder der Off-Sprecherin übernehmen“, so Neele Petersen, Pädagogin im „Juwel“.
In ebendiesem Video wurden Punkte sehr deutlich, unter anderem, dass die Hygiene der Flächen und Wege rund um das „Juwel“ ein Problem ist. Den Jugendlichen bemängelten, dass Hundehaufen oft nicht entfernt werden. Und wenn sie doch eingesammelt werden, dass die Kottüten im Knick oder an der Seite landen. Das gemeinschaftliche Denken vom „sauberen Wellsee“ wird nicht von allen gleichermaßen mitgetragen. Hierzu zählen nicht nur die Hundehaufen, sondern auch Schmierereien am Gebäude, Sticker, Vandalismus und Müll.
Zudem sind sowohl der Skatepark als auch der Basketballplatz und die Wege zum „Juwel“ in den Abendstunden nicht ausreichend beleuchtet. „In den Sommermonaten ist das kein Problem, da es lange hell ist, aber zur dunklen Jahreszeit ist dies durchaus ein Problem. Nicht nur, dass unsere Jugendlichen die Angebote nicht nutzen können, auch der Heimweg gestaltet sich durch die fehlende Beleuchtung als Hindernis“, so Neele Petersen. Hinzu käme, dass sich viele Jugendliche in den frühen Abendstunden durch betrunkene junge Erwachsene auf dem Skatepark nicht richtig sicher fühlen. Trotz guten Wetters griffen sie dann lieber auf die Indoor-Angebote des „Juwels“ zurück.
Positiv gesehen wird das „Juwel“ an sich, wo die Jugendlichen immer gern hingehen und gemeinsam etwas mit Gleichaltrigen machen können und hierbei immer ein faires, offenes Umfeld vorfinden. „Es ist wie eine kleine Familie. Man kennt sich untereinander. Es ist schön, zu sehen, wie die Jugendlichen aufblühen und bei uns neue Freundschaften schließen und diese bewahren“, so Pädagoge Florian.
Seitens des „Juwels“ wird traurig auf die Tatsache geblickt, dass die Neugestaltung des Jugendtreffs erst einmal auf Eis gelegt wurde. „Es ist viel angedacht, vor allem in puncto der Attraktivität der Stadtteile für Jugendliche, aber leider hat die Stadt derzeit nicht die personellen Mittel, um dies sinnvoll und zeitnah umzusetzen“, so Peter Böhm, Vorsitzender des Ortsbeirats.

Es wurde rege über mögliche Ideen und Maßnahmen diskutiert, um die benannten Probleme zu beheben oder sie zu mindern.
Zur Sauberkeit kam die Idee auf, ob man nicht andere Mülleimer aufstellen könnte, die mehr Volumen fassen und durch ein höheres Gewicht nicht mehr so leicht umzukippen sind und somit besser vor Vandalismus geschützt sind. Zum Thema Hundekot könnten Schilder oder auch Spender für Hundekotbeutel helfen. Gegen den Angstraum wurde angeregt, Beleuchtungen mit Zeitschaltuhr anzubringen oder einen temporären Baustrahler zu nutzen, der im „Juwel“ verstaut wird.
All diese Vorschläge müssen nun geprüft und auf eine mögliche Umsetzung getestet werden. JB
