„Kiel ist fit für den Bau-Turbo“

Auf der Homepage www.kiel.de/digitale-baugenehmigung werden Antworten auf häufigen Fragen zum Online-Bauantrag beantwortet. Dort gibt es auch Links zum Antragsportal und zur Unteren Bauaufsichtsbehörde.

Landeshauptstadt Kiel startet den Online-Bauantrag

Das digitale Serviceangebot der Landeshauptstadt Kiel ist seit September um eine Leistung reicher: Ein Antragsportal für Baugenehmigungsverfahren macht es möglich, Bauanträge online zu stellen.

Von dieser Neuerung profitieren Bauherr*innen, Investor*innen, Unternehmen und Architekturbüros, die ihre Bauanträge jetzt papierlos bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde einreichen können.
Der gesamte Ablauf wird vereinfacht, denn alle Beteiligten – einschließlich der Bauaufsichtsbehörde und weiterer Prüfinstanzen – können den Bauantrag gleichzeitig digital bearbeiten und Unterlagen hochladen. In laufenden Verfahren kommunizieren Antragsteller*innen und Behörde über das Antragsportal, digital verschlüsselt und rechtssicher. Die Baugenehmigung wird zur effizienten PDF-Datei. Briefwechsel entfallen überall dort, wo das Portal zum Einsatz kommen kann.
Das Angebot wird kontinuierlich erweitert. Für die Anmeldung wird die BundID oder ein „ELSTER Mein Unternehmenskonto“ benötigt. Konkret wird mit vier Leistungen gestartet: Das Vereinfachte Baugenehmigungsverfahren (§ 63 der Landesbauordnung Schleswig-Holstein) und das Vollumfängliche Verfahren (§ 64) sowie die Anzeigen zu Baubeginn und Nutzungsaufnahme sind online unter sh.digitalebaugenehmigung.de/kiel verfügbar. Häufige Fragen zum Online-Bauantrag beantworten die FAQ unter www.kiel.de/digitale-baugenehmigung.

Noch mehr Digitalisierung in der Bauverwaltung
Bisher gehen die Angaben und Pläne der Bauprojekte in der Behörde auf Papier ein – im Ausmaß eines Aktenordners beim Einfamilienhaus und bis zu 40 Umzugskisten für ein Großbauverfahren. Die Aktenberge müssen transportiert, an externe Instanzen versendet und abschließend im Bauaktenarchiv für die Stadtgesellschaft verwahrt werden. Das ist Vergangenheit, wenn sich Antragstellende jetzt zur digitalen Einreichung entscheiden.
Das Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation hat sich grundlegend neu aufgestellt und begleitende Prozesse von der Bauberatung über die Beteiligung von Prüfingenieur*innen bis zur Archivierung und Akteneinsicht auf den Prüfstand gestellt. Folgende Verbesserungen aus dem kontinuierlichen Prozess werden schon genutzt:
Wer Bauberatung benötigt, kann in einem neuen Online-Formular sein Anliegen schildern oder ­kurze Beratungstermine direkt im Online-Terminkalender buchen. Dadurch verkürzen sich Antwortzeiten erheblich. Digitale Serviceangebote zum Denkmalschutz finden sich anschaulich zusammengefasst unter www.kiel.de/denkmalschutz. Nach der Baugenehmigung erfolgt die Prüfung von Brandschutz oder Gebäudestatik über das neue Portal Elektronische Bautechnische Prüfakte (ELBA) – dabei werden ganze Transportkolonnen der Post digital ersetzt. Ergänzend konnte die Fachsoftware der Bauordnung mit einem Workflow-Modul aufgerüstet werden, welches Transporte im Haus vermeidet. Im Hintergrund steht die elektronische Akte der Landeshauptstadt Kiel bereit für die Langzeitarchivierung. Der Clou: Auch das Angebot des Bauaktenarchives wird damit perspektivisch digital. Neu und bereits im Serviceportal verfügbar ist die komfortable Online-Terminbuchung zur Akteneinsicht.

„Wir reden aktuell über den Bau-Turbo der Bundesregierung“, so Baudezernentin Doris Grondke: „Das wird nicht klappen ohne eine Digitalisierung der Behörden. Da wir hier seit 2022 Gas geben, ist Kiel fit für den Bau-Turbo.“

Amtsleiterin Birgit Kulgemeyer schildert den mehrjährigen Kraftaufwand: „Kiel konnte als Pilotkommune des Landesprojektes zur Einführung des Antragsportals maßgeblich helfen, die Online-Baugenehmigung allen Behörden zu ermöglichen. Wir trauen uns jetzt den führenden Stapellauf zu. Mitarbeitende wurden in dem 2022 gestarteten Projekt zu Digitalexpert*innen, wovon unser Amt nachhaltig profitiert. Neben dem großen Schritt der Online-Angebote bin ich stolz auf Detailleistungen. Unser Amt hat nebenbei den ersten KI-Assistenten der Landeshauptstadt zur Unterstützung bei Formulierungen und Recherchen eingeführt. Wir sind im Bundesvergleich gut aufgestellt und wollen uns jeden Tag weiter verbessern.“
Doris Grondke, Dezernentin für Stadtentwicklung und Bauen, ergänzt: „Wir reden aktuell über den Bau-Turbo der Bundesregierung – per Novelle des Baugesetzbuches sollen Umweltprüfungen und Beteiligungsverfahren vereinfacht und Fristen verkürzt werden. Das wird nicht klappen ohne eine Digitalisierung der Behörden. Da wir hier seit 2022 Gas geben, ist Kiel fit für den Bau-Turbo.“
Weitere Informationen zum genutzten Antragsportal für digitale Baugenehmigungen und zur Koordination der landesspezifischen Anpassung des IT-Verbundes Schleswig-Holstein gibt es online auf den Homepages www.digitale-baugenehmigung.de und www.itvsh.de.