Kinder- und Jugendthemen im Mittelpunkt

Ortsbeirat Hassee/Vieburg machte Station im Jugendtreff Hassee

Die 370. Sitzung des Ortsbeirates (OBR) Hassee/Vieburg im Jugendtreff Hassee widmete sich Kinder- und Jugend­themen sowie Verkehrsproblemen im Stadtteil.

Full House bei der Ortsbeiratssitzung am 18. November in der „Station 113“ (Altenrade 2). Ein bunter Mix aus Sitzmöbeln wurde herangeholt, Knabbereien machten die Runde, und auch sprachlich ging es locker zu. Das anfängliche „Formalgedöns“, so OBR-Vorsitzender Oliver Voigt, war dennoch verpflichtend, um die Beschlussfähigkeit zu sichern.
Anschließend stellte Leiter Jörg Thonke den Jugendtreff vor, der in Hassee seit 25 Jahren eine feste Größe ist. Die „Station 113“ ist ein Standort der offenen Kinder- und Jugendarbeit für 10–16-Jährige und widmet sich den Themen Freundschaft, Liebe und Sexualität. Auch individuelle Probleme wie Schulden können hier besprochen werden. Das Team besteht aus zwei Sozialpädagogen und zwei Erziehern.

Als Vermittler zwischen dem OBR und den Heranwachsenden im Stadtteil war an diesem Abend Elias Bestmann vom Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Kiel zugegen.

Junger Rat stellte sich vor

„Jugendliche sind bei einer Ortsbeiratssitzung anwesend, das ist toll“, freute sich Bestmann aus dem Bezirk Kiel-Süd eingangs. Im Folgenden erläuterte er die Funktion des Jungen Rats. Dieser bringe Anträge für die Ratsversammlung auf den Weg. „Wir können keine abschließenden Entscheidungen treffen, aber wir fragen nett und forsch nach“, so Elias Bestmann. Seine bisherigen Highlights waren die Anträge, die durchgekommen sind. Allen voran der Beschluss im Schulausschuss, dass an allen Schulen, an denen es möglich ist, eine genderneutrale Toilette eingerichtet wird. Der Flop in diesem Jahr war für ihn die Haushaltssperre der Stadt, wodurch nur noch Prüfanträge gestellt werden konnten, aber nichts geändert werden konnte.
Derzeit wird an einem Erste-Hilfe-Set für mentale Gesundheit gearbeitet, das Stressbälle, Center Shocks oder Fidget Spinner beinhalte. Abschließend unterstrich Bestmann, dass Jugendliche jederzeit in die Sitzungen des Jungen Rats kommen dürften, um ihre Probleme und Wünsche für den Stadtteil anzusprechen.

Ideen der Jugendlichen

Der nächste TOP widmete sich den Ideen der Jugendlichen. Die teilweise zögernden Teilnehmenden wurden durch OBR-Mitglieder wie Thorsten Becherer (Grüne) zu Wortmeldungen motiviert: „Diese Veranstaltung hätte uns damals auch gut gefallen. Nutzt den OBR für eure Themen.“ Folgendes wurde daraufhin zur Sprache gebracht:

  1. Elterntaxis an der Gemeinschaftsschule Kiel-Hassee (GemS Hassee) sorgen für Gefahrensitua­tionen vor der Schule. Der Lehrer Jens Tollknäpper unterstrich, dass es hier ein Problem gäbe, bei dem auch Schüler der Theodor-Heuss-Schule betroffen wären. Bestmann bat um genauere Informationen wie eine gezeichnete Karte. Hiermit könnten die Jugendlichen auf den Jungen Rat zugehen.
  2. Auf dem Sportplatz der GemS Hassee sollten keine Hunde ausgeführt werden. Hier wird eine bessere Beschilderung gewünscht.
  3. In der Cafeteria der GemS Hassee sei das Essen zu teuer bei geringer Qualität.
  4. Die Beleuchtung der Veloroute auf dem Stück Richtung Winterbeker Weg ist verbesserungswürdig.
  5. Die Querung Veloroute / Hasseer Straße bei den Schranken ist uneinsichtig. Christian Jopen (SPD) erläuterte: „An der Stelle können wir nichts tun. Die Bahn hat ein höhergeordnetes Interesse. Auch wenn sich das schneller anfühlt, dort fahren alle 30.“ Solveig Seelbach (CDU) ergänzte: „Das Andreas-Kreuz ist wie ein Stoppschild. Die Spielräume, die wir haben, liegen bei minus 10. Wir können dort Gebüsch zurückschneiden lassen.“ Für Becherer sei dies eine „typische Ecke, wo sich alle Mühe geben müssen“. Aus der Sitzung mitgenommen wurde dennoch der Vorschlag aus dem Publikum, dort Tempo 20 fahren zu lassen. „Das wird aber schwierig werden“, so Christian Jopen.
  6. Die Glasfaser-Verbindung im Jugendtreff fällt häufiger aus.
  7. Die Umkleidekabinen in der Turnhalle der GemS Hassee sind nach dem Brand 2023 nach wie vor nicht nutzbar. Hier hakte der OBR nach.

Immer wieder kam die Frage nach der Erreichbarkeit des OBR für die Jugendlichen auf. Einige Jugendliche wiesen darauf hin, dass sie von der Sitzung nur durch ihren Lehrer erfahren hätten.
„Was müssen wir tun, damit ihr häufiger zu uns kommt?“, fragte Jopen. Die Antworten darauf: mehr Werbung, vor allem online, intensiver Kontakt zum Jungen Rat sowie das stärkere Zugehen auf die Schulen. Hier regte Lehrer Jens Tollknäpper einen gemeinsamen Austausch zwischen OBR, Lehrkräften und dem Jungen Rat an, wozu sich alle bereit zeigten.
Abschließend erwähnte Becherer noch einmal, dass sich die Jugendlichen weiterhin an den Ortsbeirat wenden könnten. Das ist online möglich.

Parksituation vor Jugendtreff

Der OBR wies darauf hin, dass LKW vor allem tagsüber regelmäßig die Einfahrt zum Jugendtreff blockierten. Aus diesem Grund wird die Stadtverwaltung beauftragt, Möglichkeiten für eine bessere Beschilderung oder die Einrichtung einer Sperrfläche zu prüfen.

An der T-Kreuzung Hamburger Chaussee / Meimersdorfer Weg ist die Ampel unvorteilhaft mitten auf dem Gehweg platziert. Dieses soll vom Tiefbauamt geprüft werden. Fotos: Christina Kreyenberg

Ampel sorgt für Hindernis auf dem Gehweg

Oliver Vongehr (SPD) stellte fest, dass an der T-Kreuzung Hamburger Chaussee / Meimersdorfer Weg eine Ampel mittig auf dem Fußgängerweg steht und damit die Passage behindert. Dazu richtet der Ortsbeirat eine Anfrage an das Tiefbauamt, um eine Prüfung zu veranlassen.

Die nächste OBR-Sitzung findet am 16. Dezember im „Haus Damiano“ statt. Die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben. CK