Klare Worte zur ernsten Lage

Nora von Massow und Ingo Sander beim Vortrag im Bürgerhaus
Nora von Massow und Ingo Sander beim Vortrag im Bürgerhaus

Bürgermeisterin und Landrat informierten zu Katastrophen- und Zivilschutz

Geselligkeit und interessante Impulse – das erwarten wohl die meisten, wenn zum sommerlichen „Talk & Wine“ eingeladen wird. Beim Vortragsabend der CDU überraschte Landrat Ingo Sander jedoch mit unerwartet klaren und ernsten Worten.

Wie ist es um meine Vorräte bestellt? Sollte ich sicherheitshalber noch eine Kiste Wasser besorgen? Und ist vielleicht doch die Anschaffung eines autarken Kurbelradios sinnvoll? Wer im Juni vom „Talk &
Wine“-Abend des Ortsverbands der CDU nach Hause schritt, tat dies gewiss mit diesen oder ähnlichen Gedanken. Denn nicht nur das Thema „Zivil- und Katastrophenschutz – was kommt auf uns zu?“ hatte bereits Unbequemes erahnen lassen. Auch die Vortragenden, insbesondere Landrat Ingo Sander, nahmen kein Blatt vor den Mund: Die Situation ist ernst.
„Wir sind in einer Art hybriden Bedrohung“, sagte Sander, „wir sind zwischen Frieden und Krieg.“ Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und mit Donald Trump als unzuverlässigem Staatschef des langjährigen Bündnispartners USA habe sich nicht nur die allgemeine Situation in Europa verändert. Auch in Deutschland sei es „nicht mehr so sicher wie vor 20 Jahren“. Dies brächten „massive Cyberattacken“ und zahlreiche fremde Drohnenüberflüge zum Ausdruck.
„Wir haben unsere Sicherheit sehr vernachlässigt“, konstatierte der Landrat, der sich „Kraft meines Amtes“ als „unterste Behörde des Katastrophenschutzes“ bezeichnete. Umso wichtiger sei es nun, endlich aktiv zu werden und sich zu wappnen.

Kronshagen will für Krisen gerüstet sein

Wie dies konkret in Kronshagen aussehen kann und was auf gemeindlicher Seite, aber auch von jeder und jedem Einzelnen getan wird und werden sollte, führte Bürgermeisterin Nora von Massow aus, die ebenfalls als Gast geladen war und den Anwesenden bei aller ernster Thematik auch durchaus Mut machte.
„Kronshagen kann Krisen“, betonte sie mit Blick zurück auf die gelungene Flüchtlingsintegration und die Coronapandemie. Auch jetzt gehe es darum, besonnen zu handeln, um Verwaltung wie Bürgerinnen und Bürger resilient zu halten beziehungsweise zu machen.
Im Rathaus sei daher eine Arbeitsgruppe zum Thema Zivilschutz eingerichtet worden, um eine Blaupause zu erstellen, wie im Krisenfall verfahren wird.

Notstrom für das Rathaus

„Wir haben uns mit einer Notstromnetzersatzanlage beschäftigt“, um das Rathaus auch im Falle eines Stromausfalls, eines sogenannten Blackouts, funktionsfähig zu halten. Denn von dort werden sämtliche Hilfen koordiniert.
Auch die im Frühjahr eingerichteten Notfallinfopunkte zeugen von den im Hintergrund eingerichteten Strukturen und ermöglichen im Krisenfall den zuverlässigen Austausch von Informationen.
Ebenso wichtig sei jedoch auch, selbst vorzusorgen und nicht auf den „Staat als Vollkaskoversicherer“ zu hoffen. „Das können wir nicht bedienen“, sagte die Bürgermeisterin und rief zur Eigenvorsorge auf. Drei bis fünf Tage sollten sich alle demnach autark versorgen können, genug Flüssigkeit und Speisen im Haus haben und im Krisenfall auch nach den Nachbarn schauen.

Text und Fotos: Anna Maria Bader