„Langzeitpraktikum“ heißt das Zauberwort

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Wie Jugendliche bis zum Start des neuen Lehrjahres ihre Chancen erhöhen

Ausbildungsstart verpasst, Lehre abgebrochen? Wenn es aus was für Gründen auch immer bis in den Herbst hinein nicht mit der Ausbildung geklappt hat, ist jetzt die richtige Zeit, aktiv zu werden.

Manchmal läuft es einfach nicht rund. Wer die Schule beendet hat, aber dennoch noch nicht seinen Weg zur passenden Berufsausbildung gefunden hat, schaut vielleicht demotiviert auf das im August gestartete Ausbildungsjahr, auf vorübergezogene Nachrückerplätze und vergangene Chancen.

Dennoch ist der nahende Winter keineswegs ein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil, erklärt Hans-Martin Rump, Leiter der Kieler Agentur für Arbeit.
Er weiß: „Es gibt mehrere Alternativen, die Zeit bis zum nächsten Beginntermin im Sommer 2026 zu überbrücken.“ Zum Beispiel? „Eine dieser Möglichkeiten ist die Einstiegsqualifizierung.“ Und zwar in Form eines Langzeitpraktikums, bei dem Jugendliche und Betriebe einander über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten in Ruhe kennenlernen und herausfinden können, ob Berufsbild und persönliches Engagement gut zusammenpassen.

„Klappt es am Ende mit einem Ausbildungsvertrag, können Zeiten der Einstiegsqualifizierung auch – abhängig vom Besuch der Berufsschule – durch die zuständige Kammer anerkannt werden“, führt Rump einen weiteren Vorteil an und untermauert den Erfolg dieses Schnupperns gern mit einer Zahl: „Rund zwei Drittel aller Jugendlichen schaffen nach dem Langzeitpraktikum den Sprung in die Ausbildung“, berichtet er.

Doch wie kommen interessierte junge Menschen und entsprechende Unternehmen zusammen? Jugendliche, die bei der Berufsberatung als Bewerbende registriert sind, können sich gern bei ihrer Beraterin, ihrem Berater nach entsprechenden Angeboten erkundigen. Betriebe, die Plätze für eine Einstiegsqualifizierung bereitstellen möchten, wenden sich an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter unter Telefon 0800/ 4555520 oder bei ihrer persönlichen Ansprechperson.

Nicht unattraktiv: Das Praktikum wird monatlich mit 262 Euro durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter vergütet, die ebenso eine Pauschale für die Sozialversicherung und neuerdings auch Fahrtkosten, beispielsweise für eine Monatskarte im öffentlichen Personennahverkehr übernehmen. Wichtig: Der entsprechende Antrag muss vor Beginn des Langzeitpraktikums vorliegen. AB