„Nie wieder“ ist jetzt

Der frühere Pastor Tilman Lautzas hat das Hasseer Demokratieprojekt initiiert. Nächster Termin ist die Filmvorführung von „Höcke. Und seine Hintermänner“. Foto: Carsten Frahm

Demokratieprojekt veranstaltet Filmabend am 9. Februar im Gemeindehaus Michaelis

Das Demokratieprojekt, das unter Moderation von Pastor i. R. Tilman Lautzas an der Michaeliskirche in Hassee angesiedelt ist, arbeitet seit über einem Jahr konzentriert an zahlreichen Projekten.

Die Veranstaltungen dienen zum einen dem Wachhalten der Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis, zum anderen der Bildung und Sensibilisierung der heutigen Generation für den Wert der Demokratie und die ganz persönliche Verantwortung für ihren Erhalt.
Die Demokratie wurde unter äußers­tem Einsatz erkämpft. Doch unsere Vorfahren haben sie bereits 1933 wieder verspielt. Daraus folgte bekanntermaßen ein unbeschreibliches weltweites Inferno. Haben wir das vergessen?

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde uns die Demokratie von den Alliierten zwangsverordnet. Ein Glücksfall, der Deutschland zu einem der erfolgreichsten Staaten der Welt gemacht hat und 80 Jahre Frieden brachte. Nun stehen die Rechtsextremen wieder in den Startlöchern. Und es ist an uns zu handeln. Denn: „Nie wieder“ ist jetzt. Dabei gibt es wirklich wichtige Themen, die unbedingt angepackt werden müssen. Wie geht es mit dem Rentensystem weiter, wie mit dem Klimaschutz? Was können wir gegen den Fachkräftemangel tun, und wie sichern wir das Sozialsystem, die Bildung? Diese Felder dürfen auf keinen Fall Leuten überlassen werden, die durch unterkomplexe Denkweise und vermeintlich einfache Lösungen „glänzen“. Sie gehen so weit, den menschengemachten Klimawandel selbst gegen überwältigende wissenschaftliche Evidenz infrage zu stellen. Sie wollen Windräder abreißen und Atomkraftwerke wieder ans Netz bringen.
Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Derartige Reden können heute ohne Scham in die Welt hinausposaunt werden. Vor einigen Jahren hätte es das sofortige politische Aus bedeutet.“

Die nächsten Veranstaltungen

In den nächsten Wochen haben sich die Arbeitskreise innerhalb des Projekts einiges vorgenommen. Am Sonntag, dem 9. Februar, läuft im Gemeindehaus Michaelis im Wulfsbrook 57 der Film „Höcke. Und seine Hintermänner“. Start ist um 18 Uhr.
Am 11. März hält Martin Rzeszut den Vortrag „Demokratie in Gefahr!“ – ebenfalls im Gemeindehaus. Beginn ist um 19 Uhr.
Der Stadtteilrundgang „Wege gegen das Vergessen“ von Klaus Hein-Mooren und Karl Stanjek hat so viel Anklang gefunden, dass er erneut angeboten wird, das nächste Mal am Samstag, dem 22. März. Um 14 Uhr geht es am Startpunkt vor der Seniorenresidenz an der Waldwiese (Hamburger Chaussee 75) los. Die Strecke ist nur zweieinhalb Kilometer lang. Wer z. B. aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht mitmachen kann, hat am 31. März um 19 Uhr die Möglichkeit, der virtuellen Version dieses Spaziergangs im Gemeindehaus Michaelis beizuwohnen.
Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Das Demokratieprojekt ist langfris­tig angelegt, sodass Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt in Planung sind. Es wird einen Workshop über Alltagsrassismus und einen Vortrag über Populismus in den Sozialen Medien geben. Lesungen sind geplant und eine Filmveranstaltung mit dem Kieler Dramaturgen Arno Aschauer. Auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „AfD-Verbotsantrag jetzt?“ ist in Planung. JM