
DanGer Festival am 5./6. September im Naturbad Ladelund
DanGer steht für die Anfangsbuchstaben der Länder Danmark und Germany. Das Festival wird in zwei Dörfern diesseits und jenseits der Grenze abgehalten.
Nachdem bereits am 7. Juni im dänischen Örtchen Rens ein Open-Air-Festival unter Beteiligung einer Neue-Deutsche-Welle-Showband stattgefunden hatte, steht nun das Pendant auf deutscher Seite an. Am 5./6. September 2025 wird in Ladelund gefeiert. Headliner sind Lotto King Karl, Fools Garden und Torfrock.
Hinzu kommen dänische Künstler wie Rikke Thomsen und Johnny DeLuxe. „Der hatte schon mehrere Nr.-1-Hits und Platin-Alben in Dänemark“, verrät Timo Christophersen, einer der beiden Festivalmacher.
KIEL LOKAL traf sich mit ihm im Rathaus von Ladelund, im Büro des Bürgermeisters. Mit dabei: Lutz Martensen, der sich ebenfalls seit über einem Jahr ehrenamtlich engagiert, um das DanGer Festival zu organisieren. Beide sind in Ladelund Gemeinderatsmitglieder. Lutz ist sogar Bürgermeister und hauptberuflich Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland. Timo ist Malermeister eines mittelständischen Betriebs mit acht Angestellten und stellvertretender Obermeister. Er war selbst mal Musiker in einer Coverband.
Lutz stand 36 Jahre lang hinter dem DJ-Pult. „Ich habe alles gemacht: von der Goldenen Hochzeit bis zum Motorrad-Treffen. Das war eine gute Zeit. Ich habe so viele geile Sachen erlebt, dass ich ein Buch schreiben könnte“, schwärmt er.
Zudem geht der 54-Jährige seit der Jugend jedes Jahr auf drei bis vier Festivals: „Ich habe schon überall reingeschaut. Allerdings nur von vorne, vor dem Tresen.“
Wie sind sie auf die Idee gekommen, selbst ein Festival für ihre Gemeinde zu organisieren? „Weil wir direkt an der Grenze liegen, fehlt uns als Dorf der Norden. Dasselbe haben wir erfahren von der nördlichen Seite der Grenze. Früher gab es eine Schranke, die um 22 Uhr geschlossen wurde. Heute ist es offen. Warum hat man immer noch die Grenze im Kopf?“, so Lutz. „Wir haben uns mit der Gemeinde Rens zusammengesetzt und überlegt: Was ist der kleinste gemeinsame Nenner? Das ist Musik.“ Bereits während der Festivalplanung sind andere verbindende Aktionen entstanden wie z. B. gemeinsame Faustball-Spiele und Ringreiten.

Das grenzübergreifende DanGer Festival wird aus dem EU-Programm ‚Interreg‘ mit 84.000 Euro gefördert. Das klingt viel, doch die Hälfte davon geht nach Rens. Und der Rest ist bei einem Kostenvolumen von 600.000 Euro doch überschaubar. Darin inbegriffen sind 244.000 Euro für den Schwimmsteg, auf dem die 12 × 9 Meter große Bühne platziert werden soll. „Das wird etwas Besonderes. Die Bands spielen bei uns auf dem Wasser“, freut sich Timo und ergänzt: „Die Location ist so schön. Das ist total idyllisch.“
Um das selbst zu sehen, fahren wir nach dem Gespräch vom Rathaus zum Veranstaltungsort am Dorfrand. Auf einem Gelände von etwa 15 Hektar befindet sich das Naturbad Ladelund, das als schönstes Naturbad Schleswig-Holsteins ausgezeichnet wurde. Der Badesee besteht aus drei ehemaligen Merkel-Kuhlen, die mit Wasser aufgefüllt sind. „Im Sommer haben wir hier 1.400 Gäste am Tag“, informiert Lutz. „Ein Großteil kommt aus Dänemark, weil es dort keine Freibäder gibt. Die fahren bis zu zwei Stunden.“ Zum Vergleich: Die Anfahrt von Kiel dauert 70 Minuten. Dreimal hatte es auf diesem Gelände zuvor schon kleinere Musikfeste mit bis zu 800 Gästen gegeben, diesmal werden 2.400 erwartet. Der Vorverkauf läuft gut. Die Campingtickets für das angrenzende Feld sind fast ausverkauft.
„Die Organisation ist unwahrscheinlich aufwendig, aber es macht unwahrscheinlich viel Spaß, weil uns alle im Dorf unterstützen“, sind sich die beiden Festivalmacher einig. Das Dorf hat rund 1.500 Einwohner. Ihr Helferpool umfasst 100 Leute. „Ich bin überrascht, wie viele sich melden“, so der Bürgermeister. „Firmen fragen uns an: Wie können wir helfen?“
Auf dem Festival soll es eine Foodmeile mit deutschen und dänischen Spezialitäten geben, regionale Erzeugnisse und selbst gemachtes Eis. Weitere Infos stehen auf der Homepage www.danger-festival.de. CF