
Parkprobleme im Schoolkamp spitzen sich zu – Anwohnerinnen und Anwohner fühlen sich von Ordnungsamt und ABK schikaniert
Die 337. Sitzung des Ortsbeirats (OBR) Wellsee/Kronsburg/Rönne beschäftigte sich mit der Parkproblematik im Schoolkamp, aktuellen Themen in Wellsee und der Einrichtung eines Tagesordnungspunkts für die ältere Generation.
Als der erste stellvertretende OBR-Vorsitzende Axel Schnorrenberg (SPD) die Sitzung eröffnete, war der Saal gut gefüllt. Für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher im Feuerwehrgerätehaus Wellsee sorgte das Kernthema des Abends: das Parkproblem im Schoolkamp.
Verstopfte Straße, genervte Nachbarn
Eine Anwohnerin fasste es so zusammen: „Wir fühlen uns mittlerweile schikaniert.“ Der Grund wäre das Hin und Her, wie die Stadt und der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) mit der Situation in der Straße umgingen. Das Hauptproblem: Das Parken ist nach der Straßenverkehrsordnung auf engen Fahrbahnen wie dem Schoolkamp unzulässig, wenn dadurch die Fahrbahnbreite neben dem Fahrzeug auf weniger als 3,05 Meter reduziert wird. Vor allem zu den Bringzeiten der Grundschule Wellsee wird es in der Straße durch „Elterntaxis“ noch enger und voller. Daher werden hier regelmäßig Strafzettel verteilt und sogar Fahrzeuge abgeschleppt – auch von unmittelbar Anwohnenden.
Für Unmut sorgte dies vor allem, da es bisher von der Stadt Kiel die Aussage gab, dass im Schoolkamp „mit Augenmaß vorgegangen werde“, so Schnorrenberg. Das Parken wurde in der Vergangenheit geduldet. Nun werde es geahndet, was zu Verunsicherung führt: „Wo darf man parken? Kommt das Ordnungsamt? Es gibt ein ständiges Hin und Her“, so ein Bürger. Von den Strafmaßnahmen wären auch die Pflegedienste und Handwerker im Notdienst betroffen, gab eine Wellseerin zu bedenken. Für diese gäbe es jedoch die Möglichkeit, beim Ordnungsamt eine Ausnahmegenehmigung für das Halte- oder Parkverbot zu beantragen, so Schnorrenberg.
Ein weiteres Ärgernis, bedingt durch die enge Fahrbahn, ist die unregelmäßige Abfuhr der Mülltonnen im Schoolkamp. „Die Müllabfuhr probiert in die Straße zu fahren. Wenn es für sie zu eng ist, wird die Abfuhr ausgesetzt und das Ordnungsamt gerufen,“ berichtete der 1. stellvertretende Vorsitzende. Der Frust über die eingefahrene Situation war unter den Wellseern deutlich zu hören: „Wir sitzen in dieser Runde nicht das erste Mal. Es hat sich nichts geändert. Wir können das nicht länger aufschieben,“ so ein Anwohner.
Die 2. stellvertretende Vorsitzende Martina Behrens-Krull (Grüne) wiegelte ab: „Ich verstehe Ihren Frust. Daher hat der OBR ein Schreiben ans Ordnungsamt aufgesetzt, in dem wir um Prüfung, Aufklärung und genaue Handhabe der Parksituation bitten.“ Auf breite Zustimmung fiel auch der Vorschlag von Jacqueline Hörlöck (SSW), das Ordnungsamt und den ABK zu einer künftigen Sitzung einzuladen, um die Situation gemeinsam zu klären. Die Anregung eines Wellseers, im Schoolkamp eine Schranke zu installieren wie vor der Schule am Heidenberger Teich (Mettenhof), nahm der OBR ebenfalls auf. Hier wird zweimal am Tag die Schulstraße mittels einer Schranke für 40 Minuten gesperrt, damit „Elterntaxis“ nicht passieren können.
Einwohner fragen und regen an
Im Gewerbegebiet Wellsee erfolgen im Frühjahr 2026 weitere Asphaltierungen der Fahrbahn, dies betrifft auch die Bunsen- und die Edisonstraße. Die geplanten Bauarbeiten im Schoolkamp werden auf 2027 verschoben.
Ulrike Zumegen vom Verein „Wir für Wellsee“ machte den Vorschlag, einen Tauschschrank vor dem Bürgertreff einzurichten. Dies fand beim OBR großen Anklang. „Wir freuen uns, wenn dort Bewegung ist und Menschen zusammenkommen“, so Schnorrenberg.
Beirat für Seniorinnen und Senioren erhält festen TOP
Zum Abschluss der Sitzung stellte Rainer Glüsing, Ansprechpartner für Wellsee/Kronsburg/Rönne, den Kieler Seniorenbeirat vor. Dieser setzt sich aus 24 Mitgliedern der 18 Ortsbeiratsbezirke zusammen und vertritt die Interessen der älteren Generation unabhängig. Sein Ziel ist es, die Gesellschaft für die Bedürfnisse älterer Menschen zu sensibilisieren und zu Verbesserungen ihrer Lebensumstände beizutragen. Dabei soll das Mit- und Füreinander aller Altersgruppen unterstützt werden. Der OBR beschloss, den Bericht der Seniorinnen und Senioren ab der nächsten Sitzung (2. Dezember) als festen TOP einzurichten. CK