Verlässlich auch über den Stadtteil hinaus

Foto: Freiwillige Feuerwehr Russee

Freiwillige Feuerwehr Russee beeindruckt mit vielen, hohen Zahlen

Brandeinsätze, Hilfeleistungen sowie Schutz von Weihnachtsmarktzufahrten: 88-mal waren die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Kiel-Russee im vergangenen Jahr gefordert. Für einen Einsatz im Jahr 2023 erhielten einige Mitglieder jetzt eine besondere Ehrung.

In Vertretung der Landesregierung ehrte Feuerwehr-Amtsleiter Thomas Hinz am 17. Januar Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kiel-Russee. Sie erhielten das Flut-Ehrenzeichen für ihren Einsatz im Jahr 2023. Die Ostseesturmflut hatte damals Deiche an der gesamten
Küste stark beschädigt. Auch 23 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr Russee waren als Teil der 9. Brandschutzbereitschaft eingesetzt.

Einsatz der FF Russe zusammen mit anderen Kieler Wehren als 9. Brandschutzbereitschaft in Hasselberg zu Deichverstärkung mit Sandsäcken.

Bereits im Dezember 2024 hatte ein Festakt im Kieler Rathaus stattgefunden, bei dem Stadtrat Christian Zierau den anwesenden Helferinnen und Helfern die Abzeichen verliehen hatte. Auf ausdrücklichen Wunsch des Ministerpräsidenten Daniel Günther sollte die Auszeichnung jedoch auch allen Ehrenamtlichen, die bei dem Termin verhindert waren, im Nachgang in einem würdigen Rahmen überreicht werden. Als „Signal, dass man sich auf diese Leute verlassen kann“.

Dass die Bürgerinnen und Bürger auf die Russeer Feuerwehrleute vertrauen können, machte auch der Bericht zum Einsatzgeschehen im abgelaufenen Jahr 2024 deutlich. „Nach rund elf Minuten traf das erste Fahrzeug im Mittel an der Einsatzstelle ein“, wusste Gruppenführer Niklas Wendt zu berichten. „Und das über alle Tageszeiten und im Einsatzgebiet mit sieben Stadtteilen.“ Unter den insgesamt 88 Alarmierungen waren 59 Brandeinsätze und sieben zu einer technischen Hilfeleistung. In Summe waren es rund 1.100 Personalstunden. Aus Sicht des Stadtwehrführers Hans-Bernhard Hassenstein war 2024 mit den 355 Alarmierungen für alle zehn Ortswehren „ein routiniertes Jahr ohne spektakuläre Einsätze“. Herausragend seien dennoch die Einsätze zur Aufstiegsfeier von Holstein Kiel oder zum Schutz der Weihnachtsmärkte gewesen – beide Male mit Russeer Unterstützung.

Eine routinierte Einsatzabarbeitung erfordert auch eine ordentliche Ausbildung. Hier berichtete der stellvertretende Ortswehrführer Björn Beeck über zahlreiche Lehrgänge und Fortbildungen. So hat es im vergangenen Jahr einen Gesamtumfang von 1.800 Stunden sowie 24 reguläre praxisnahe Ausbildungs- und Übungsabende mit insgesamt 2.100 Stunden gegeben. „Dazu kamen besondere Übungen sowie zahlreiche Termine zur Fortbildung von Maschinistinnen, Gruppenführern und Atemschutzgeräteträgerinnen und -trägern.“ Lob für die prägnante Präsentation von Ausbildung und Einsatzzahlen gab es nicht nur von Janine Blöhdorn (Grüne) in ihrem Grußwort für die Ratsfraktionen. Auch der scheidende Amtsleiter Hinz stellte fest: „Ich komme gerne nach Russee, das hat Hand und Fuß.“

„Das hohe persönliche Engagement über den reinen Feuerwehrdienst hinaus“, wie es Ortswehrführer Arne Beeck beschrieb, „summierte sich bei den 68 Ehrenamtlichen auf rund 16.000 Stunden.“ Die höhere Fluktuation erfordere zukünftig aber eine intensivere Mitgliederwerbung, wofür er eine stärkere Unterstützung der Stadt einfordert. Gut aufgestellt sei dafür aber die Jugendabteilung mit 31 Mitgliedern.

Aufgrund bestandener Lehrgänge oder langer Zugehörigkeit gab es einige Beförderungen und Ehrungen. So wurde Bernd Heinrich für 40 Jahre Mitgliedschaft in Russee das Ehrenbeil der Wehr verliehen. Hendrik Jöhnk leistet bereits seit 40 Jahren aktiven Dienst und wurde dafür mit dem Brandschutzehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Für eine Dienstzeit von 50 Jahren wurde Frank Jahns geehrt. Für sein außerordentliches Engagement in der Jugendarbeit seit nunmehr 20 Jahren erhielt Hanjo Böning die Leistungsspange in Bronze der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr. Björn Beeck & Christin Beeck