Wen werden Sie wählen?

Diskussionsrunde mit sieben OB-Kandidaten

So voll ist die Michaeliskirche sonst nur zu Weihnachten. Sämtliche Kirchenbänke waren gefüllt mit Menschen, die sich zur Oberbürgermeisterwahl informieren wollten.

Eingeladen hatte das Demokratieprojekt Kiel-Hassee, und zwar bewusst nur die demokratisch ausgerichteten Kandidaten. Den beiden Bewerbern von AfD und Die Basis wollte man kein Podium bieten. An ihrer statt haben sich einige Störenfriede ins Publikum eingeschleust, die durch Zwischenrufe oder provokante Fragen Unruhe stiften wollten. Den Organisatoren gelang es aber gut, die Diskussionsrunde auf sachliche Themen zu konzentrieren. Und so durften sich sechs OB-Kandidaten und eine Kandidatin zuerst selbst vorstellen und später nacheinander zu Fragen über den Autobahnausbau, über den öffentlichen Nahverkehr und auch über soziale Gerechtigkeit äußern.
Außerdem hatte das Publikum die Möglichkeit, konkrete Fragen an einzelne Kandidaten zu stellen.
Den meisten Zuspruch und Applaus erhielt Samet Yilmaz (Die Grünen), durchaus kritisch wurde Gerrit Derkowski (parteilos) hinterfragt, da er offen bekannte, kein Verwaltungsexperte zu sein. Stattdessen punktete er in der Rhetorik. Ulf Daude (SPD) hielt sich wacker an sein Parteiprogramm, Marcel Schmidt (SSW) verwies auf gute Vorbilder in den skandinavischen Ländern, Björn Thoroe (Linke) plädierte für bezahlbaren Wohnraum in Kiel, und Florian Wrobel (Die Partei) sorgte mit satirischen Antworten für so manchen Lacher. Als einzige Frau komplettierte
Viola Ketelsen (Volt) die Runde. Was die Kandidaten konkret über den Stadtteil Hassee zu sagen hatten, lesen Sie auf Seite 3. CF