Freiwillige Feuerwehr Kiel-Russee war oft bei Entstehungsbränden im Einsatz
Zur Jahreshauptversammlung am 16. Januar stellte die Freiwillige Feuerwehr Kiel-Russee eindrucksvolle Statistiken vor und ehrte ihre Mitglieder.
Weniger Brandeinsätze, dafür mehr Logistikalarme gab es im abgelaufenen Jahr 2025 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Kiel-Russee. Insgesamt 73-mal wurden die 58 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer zum Einsatzdienst alarmiert, davon 42-mal zu einem Feuer. Beim Großfeuer auf dem Firmengelände von Assmann waren die Russeer Freiwilligen mit vor Ort.
Der überwiegende Teil der Brandeinsätze beschränkte sich aber meist auf sogenannte Entstehungsbrände, wie beispielsweise ein angebranntes Essen auf dem Herd (14-mal). Dazu kamen technische Hilfeleistungen für Menschen in Not oder die Abklärung eines vermeintlichen Gasgeruchs, aber auch Fehlalarmierungen waren darunter.
„Der Großteil aller Einsätze fand 2025 tatsächlich werktags und zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr abends statt“, stellte Gruppenführer Niklas-Alexander Wendt während seiner Statistik-Präsentation fest. „Daher gilt unser Dank auch den Arbeitgebern, die unsere Einsatzkräfte für die Einsätze freistellen.“
Hohe Immobilienpreise als Hürde
Die Einsatzstärke zu erhalten, ist für die Wehrführung inzwischen zur Herausforderung geworden. Insbesondere das Ortsgebiet Russee, aber auch das umliegende Einsatzgebiet seien ein schwieriges Pflaster für die Mitgliedergewinnung. „Im vergangenen Jahr haben uns beispielsweise zwei langjährige Mitglieder verlassen, weil sie hier kein bezahlbares Eigentum erwerben konnten.“ Der Trend, dass sich Menschen weniger im Ehrenamt engagieren, mache auch vor der Feuerwehr nicht halt.
Zusätzlich müsse man die Erneuerung des Feuerwehrhauses sowie weitere Parkplätze für den Einsatzfall langfristig planen. „Dabei bitte ich die Planerinnen und Planer um die Weitsicht, Objekte, die sich in unserer Nähe oder unmittelbarer Nachbarschaft zum Kauf anbieten, in die Überlegungen miteinzubeziehen.“
Zugute kommt der FF ihre gute Jugendarbeit. Am Abend der Jahreshauptversammlung wurden vier neue Mitglieder der Jugendfeuerwehr in den aktiven Feuerwehrdienst übernommen. „Das ist auch mit Blick auf die schwindenden Zahlen bei vielen Vereinen ein Erfolg“, bekräftigte Wehrführer Arne Beeck.


Mit dem „Tag der offenen Tür“ hat die FF Russee im vergangenen Jahr etwa 1.000 Besucher erreicht. „Zusätzlich berichten wir über unsere Arbeit in den Sozialen Medien und denken auch an eine professionell begleitete Kampagne zur Mitgliederwerbung“, ergänzte Arne Beeck.

Ein Augenmerk legten die Führungskräfte auf interessant gestaltete und praxisnahe Dienstabende. Hinzu kamen 117 interne und externe Fortbildungen, beispielsweise in Erster Hilfe, zur Motorsägenführung oder im sogenannten Flash-Over-Container. „Sie dienen einerseits der fachlichen Ausbildung der Einsatzkräfte, sind andererseits aber auch ein gutes Argument für Interessentinnen und Interessenten“, sagte Björn Beeck, stellvertretender Wehrführer.
Ehrung für Engagement
Wer sich in der FF Russee engagiert, scheint überdurchschnittlich häufig lange dabei zu bleiben. So gab es während der Versammlung mehrere besondere Ehrungen für große Verdienste im Feuerwehrwesen. Günter Jahns ist 1969 in die Jugendfeuerwehr Russee eingetreten und war neben Uwe Maaß Teil der Wehrführung. Er hat die Ausbildung der FF ab Mitte der 1990er-Jahre Schritt für Schritt modernisiert und maßgeblich geprägt. Von 1982 bis Ende 2025 war Jahns Atemschutzgeräteträger – „ein echtes Vorbild für jedes aktive Mitglied im Feuerwehrdienst“, bemerkte Stadtwehrführer Hans Bernhard Hassenstein während der Ehrung. Auch beruflich setzte er sich für die Feuerwehr Kiel ein. Für seine Verdienste erhielt Günter Jahns das Schleswig-Holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.

Günter Jahns, Günther Meier und Horst-Uwe Kraupner gaben ihre Funkmeldeempfänger ab und bekamen individuell gestaltete Geschenke aus Feuerwehrgerätschaften. Sie schieden aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus und sind nun Teil der Ehrenabteilung.

Die Vertreter der Feuerwehr Kyritz und des Kreises Ostprignitz-Ruppin hatten selbst einen Orden im Gepäck. Sie ehrten Dennis Märtens mit der Ehrennadel des Landkreises Ostprignitz-Ruppin für seine Anstrengung, die Verbindung mit den Feuerwehrleuten aus Brandenburg zu erhalten, unter anderem durch gegenseitige Besuche der Jugendfeuerwehren.
Christin Beeck wurde für 30 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Russee ausgezeichnet. Torben Benthien und Hanjo Böning sind seit 25 Jahren Feuerwehrmitglieder und erhielten das Brandschutzehrenzeichen in Silber. Carina Pries und Stefan Reißig sind seit 20 Jahren dabei.
Arne Beeck ist einstimmig als Wehrführer wiedergewählt worden. Die Vereidigung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Christin Beeck
