Wenn Hören im Alter zum Problem wird

767 AOK-Versicherte in Kiel wurden im Jahr 2023 mit Hörhilfen versorgt. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Tipp zum „Welttag des Hörens“ am 3. März: Gehör vor lauten Geräuschquellen schützen

Etwa 25 Prozent der über 60-Jährigen leiden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter einem Hörverlust. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen.

Dabei kann das Gehör leicht eingeschränkt sein bis zur kompletten Gehörlosigkeit. Neben dem Alter ist Lärm ein wesentlicher Risikofaktor. Wer beispielsweise ständig laute Musik über Kopfhörer hört, gefährdet damit seine Hörfähigkeit. Die beste Maßnahme zur Vorbeugung besteht darin, das Gehör vor lauten, permanenten Geräuschquellen zu schützen.

Das Gehör ist 24 Stunden am Tag auf Empfang – im Gegensatz zu den Augen können wir die Ohren nicht schließen. Umso wichtiger ist es, sie insbesondere vor Lärm zu schützen. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der über 65-Jährigen eine Altersschwerhörigkeit aufweisen. Negative Faktoren sind Lärm, Rauchen, Übergewicht, ototoxische Medikamente, Infektionen und Chemikalien. Das Innenohr altert zum Beispiel durch Stress. Abnutzungsschwerhörigkeit wäre der treffendere Begriff, denn Menschen in Industrie-ländern hören im Alter schlechter als etwa gleichaltrige Ureinwohner Australiens.
Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem Verschleiß der Sinneszellen im Innenohr, der sogenannten Haarzellen. Aber auch der Hörnerv und das Hörzentrum werden durch den Alterungsprozess beeinträchtigt. „Die nachlassende Hörkraft im Alter fällt den Betroffenen zu Anfang häufig gar nicht auf, da die Veränderungen in der Regel langsam erfolgen.

Zunächst ist ein hoher Frequenzbereich betroffen – ältere Menschen verstehen Stimmen von Frauen und Kindern schlechter oder hören beispielsweise Vogelgezwitscher nicht mehr“, sagt AOK-Serviceregionalleiter Stefan Kölpin. Mit der Zeit breitet sich die fehlende Wahrnehmung auf immer mehr Frequenzbereiche aus. Betroffenen fällt es dann immer schwerer, einem Gespräch zu folgen, da sie nur noch ‚Wortfetzen‘ mitbekommen. Weitere Anzeichen für einen beginnenden Hörverlust: Betroffene sprechen selbst lauter und haben insbesondere bei lauten Umgebungsgeräuschen Probleme, Worte klar und deutlich zu hören.