Neue Serie über die Livemusik-Szene in Kiel: heute das Max Nachttheater
Wenn wir uns die Tourpläne nationaler und internationaler Musiker ansehen, wird Kiel allzu oft nicht berücksichtigt. Woran liegt das?
In einer neuen Artikelserie wid KIEL LOKAL die Konzerthallen besuchen und mit den Verantwortlichen sprechen. Was ist ihr Eindruck? Und was können sie tun?
Erste Station unserer Rundreise durch die Clubs ist in der Eichhofstraße 1. Der Ort hat eine lange Geschichte mit Konzerten. 1988 haben hier die Toten Hosen gespielt. Damals hieß es allerdings noch Spizz Music Hall. Seit 1989 läuft der Club unter dem Namen Max Nachttheater. In den vergangenen Jahren sind hier Künstler wie Wincent Weiss, Milow, Gregor Myle, Element of Crime, Fiddler´s Green, New Model Army und Arch Enemy aufgetreten.
Beim Eintreten fällt auf, dass die Fassade von einem Baugerüst verdeckt ist. Ein Graffiti-Künstler ist am Werk. „Die Außenfassade wird komplett modernisiert“, erzählt Christian Streck. „Wir stellen uns gerade komplett neu auf.“ Grund dafür ist, dass der Laden seit April 2025 einen neuen Besitzer hat. Nachdem zwanzig Jahre kaum investiert wurde, soll nun nach und nach alles modernisiert werden. Zuerst wurden die Tresen erneuert und das DJ-Pult auf die Bühne verlegt. Als nächstes sollen die Lichttechnik und die Soundtechnik erneuert werden. Die geplanten Kosten dafür liegen bei 600.000 Euro. „Wir machen das nicht in einem Rutsch, sondern haben einen Staffelplan“, so Christian. „Im laufenden Betrieb wird alle zwei Monate etwas Neues gemacht.“
Er selbst arbeitet seit dreieinhalb Jahren im Max. Angefangen hatte er mit einem Studentenjob als Barkeeper, wurde nach einem halben Jahr einer von vier Schichtleitern. „Später habe ich die Konzertleitung übernommen“, erzählt Christian. Die neuen Besitzer haben dem 30-Jährigen die Geschäftsführung übertragen. In dieser Funktion kümmert er sich um alles, was anfällt. Von der Büroarbeit bis zum Aufstellen der Stühle bei Veranstaltungen. Aktuell bietet das Max 350 Sitzplätze. „Wir wollen auf 450 kommen“, verrät er.
Bei den Veranstaltungen hat der Geschäftsführer prinzipiell freie Hand. Sein Fokus liegt zu 70 % auf Club-Veranstaltungen. Dazu zählen die regelmäßigen Discoabende am Freitag und Samstag. Hinzu kommen mindestens ein bis zwei Konzerte im Monat sowie sechs bis acht Comedy- und Zusatzveranstaltungen. Nach seinen Worten reicht das Spektrum „von Wrestling bis zum Philharmonischen Orchester“.
„Wir wollen noch mehr Veranstaltungen machen“, betont er. Anders als früher wird das Max nicht vermietet, sondern tritt selbst als Veranstalter auf. Dabei meldet sich Christian selbst beim Tourmanager. Die Kapazität bei Livekonzerten liegt bei 1.200 Gästen. Die nächsten Konzerttermine sind Doro Pesch (16.12.) und
Hämatom (28.12.).
„Mein Ziel ist, dass wir in zwei Jahren dastehen, dass in Kiel endlich was los ist und man nicht immer nach Hamburg fahren muss.“ CF
