Helga und Jürgen Gebauer aus der Pestalozzistraße geht es wie vielen Kieler Hausbesitzern: Sie machen sich Gedanken darüber, wie sie ihr Haus zukunftsgerecht beheizen und unabhängig von Gas werden können.
„Ob wir hier in der Siedlung überhaupt Fernwärme bekommen, ist fraglich. Und wenn ja, wann mag das kommen?“, fragte sich das Ehepaar. Ihre alte Gasheizung war schon über 20 Jahre alt und hätte wohl noch ein paar Jahre gehalten. Vielleicht aber auch nicht. Bevor sie nun im Kalten sitzen, haben die Gebauers sich über Wärmepumpen informiert. Sie haben Kontakt zu lokalen SHK-Betrieben aufgenommen, eine Beratung der Stadtwerke Kiel in Anspruch genommen, doch letztendlich standen sie vor folgendem Problem: „Welcher Handwerker macht so kleine Aufträge, um das Fundament für die Wärmepumpe zu erstellen?“
Entscheidung für einen Komplettanbieter
Aus dem Grund haben sie sich für einen Komplettanbieter entschieden, der ein Gesamtpaket aus Beratung, Einbau und Service anbietet. Nach der Vertragsunterzeichnung kam ein Berater, um sich die Verhältnisse im Haus anzusehen. Das Haus in der Pestalozzistraße wurde 1938 erbaut, aber 1986 grundsaniert, vergrößert und isoliert. Weil es bereits gedämmt ist, kommt es mit einer relativ niedrigen Vorlauftemperatur von 45 Grad aus. So läuft die Wärmepumpe besonders effektiv. Ein Energieberater hat die Heizlastberechnung gemacht, ein Elektroniker einen neuen Sicherungskasten installiert und Leitungen verlegt. Auch das Fundament für das Außengerät und die Kernbohrung wurden werkseits übernommen. „Die Mitarbeiter haben zwei bis drei Tage hier gearbeitet, und schon war alles fertig“, freut sich Jürgen Gebauer. „Sie haben auch unseren Gasanschluss abgeklemmt und den Zähler bei den Stadtwerken abgegeben.“
Selbst die erforderlichen technischen Daten für den Förderantrag wurden an die KfW übermittelt. „Wir mussten das nur noch online bestätigen. Innerhalb von einer halben Stunde haben wir die Genehmigung für die Auszahlung erhalten“, erzählen Helga und Jürgen Gebauer.
Schneller Einbau und hohe Förderung
Da sie als Rentner den Einkommensbonus und wegen des über 20 Jahre alten Gasbrenners den Schnelligkeitsbonus erhalten, haben sie Anspruch auf die maximale Förderung von 70 %.
Letztlich ist für die neue Heiztechnik ein Eigenanteil von 16.000 Euro angefallen. Das hätten sie auch für eine klassische Heizanlage für ihr ca. 200 m² großes Zweifamilienhaus mit Einliegerwohnung ausgeben müssen. „So aber sind wir unabhängig von Gas. Die Gaspreise werden vermutlich in den nächsten Jahren deutlich teurer“, meint Jürgen Gebauer. Besser noch: „Wir haben jetzt ungefähr 40 % Einsparung bei den Heizkosten.“ Die Werte sind über das Handy einsehbar. Das System würde auch bei Störungen warnen. „Bisher hatten wir noch keine Störung. Wir mussten nach dem Einbau nur ein- bis zweimal die Wasserleitungen nachfüllen“, sagt der Hausherr. „Das Konzept stimmt, die verwaltungsmäßige Abwicklung kann man verbessern“, so Jürgen Gebauer. „Bei Anfragen bekommt man niemanden ans Telefon. Jeder Stelle hat eine eigene E-Mail.“ In der Hinsicht ist man bei lokalen Anbietern besser bedient. Gleiches gilt für die Wartung, die im April durch lokale Betriebe erledigt wurde.
„Insgesamt sind wir mit dem Einbau sehr zufrieden“, lautet das Fazit von Helga Gebauer: „Ich bin froh, dass wir das gemacht haben.“ Sie kann es anderen Hausbesitzern empfehlen, eine Wärmepumpe einzubauen. CF
