Infoabend der Siedlergemeinschaft Hammer über kostengünstige Maßnahmen zur Dämmung
Die Stadt Kiel, genauer gesagt das Umweltschutzamt, verfügt über eine Klimaschutzabteilung, in der rund zehn Personen tätig sind.
Die Abteilung koordiniert Maßnahmen, um die Landeshauptstadt so schnell wie möglich klimaneutral zu machen. Dazu zählt auch, Hausbesitzer zu informieren, wie diese ihre Häuser sinnvoll energetisch ertüchtigen können. Unterstützt werden auch regionale Initiativen wie die Energiegruppe der Siedlergemeinschaft Hammer.
Erst dämmen, dann die Wärmepumpe
Beim jüngsten Infoabend im Vereinsheim des SV Hammer führte Sam Warmke vom Umweltschutzamt in das Thema ein: „Wer etwas am Haus machen möchte, sollte zuerst dämmen, weil Sie so den Energiebedarf senken.“ Danach wird die Wärmepumpe installiert, damit sie nicht überdimensioniert ist. Eine Sanierung ist aber keine Voraussetzung für den Einbau einer Wärmepumpe. „Bei größeren Sanierungsvorhaben lohnt es sich, einen Sanierungsfahrplan erstellen zu lassen“, bekräftigte Jasper Harten. Der Energieberater stellte schwerpunktmäßig einfache Maßnahmen vor, die Hausbesitzer selbst durchführen können; angefangen mit der Wärmedämmung der Kellerdecke. „Manchmal hat man gar nicht so viel Platz, dass man die geförderte Dämmstärke von 12 cm erreicht“, weiß der Energieberater aus der Praxis. „Wenn Sie nur 6 cm dämmen können, bringt das auch etwas. Es wird nur nicht von der KfW gefördert.“
Bezüglich der Materialauswahl wies Harten darauf hin, dass Polyurethan-Hartschaumplatten doppelt so gut isolieren wie Holzfaserplatten. „Im Heizungskeller würde ich immer dazu raten, nicht brennbare Materialien zu verwenden: also Mineralfaser“, betonte Harten.
Wer schon dabei ist, die Kellerdecke zu dämmen, sollte auch die Wände zum Treppenabgang und den Treppenlauf unterseitig dämmen. „Das ist Frickelarbeit“, bemerkte Harten, der zudem auf Türdichtungen aufmerksam machte.

Eine schnelle und kostengünstige Do-it-yourself-Maßnahme ist die Ummantelung wärmeführender Heizungsrohre im Keller. Faustregel: Die Isolierung sollte so dick wie das Rohr sein. Die anfallenden Materialkosten liegen lediglich bei einem Euro pro Meter.
Der Energieberater rät dazu, eine sogenannte Dämmtapete hinter die Heizkörper zu kleben: „So geht die Wärmestrahlung nicht in die Außenwand. Die Alu-Kaschierung reflektiert die Wärme besser in den Raum“, erklärte er. „Schwierig ist es nur, hinter die Heizkörper zu kommen.“
Ein weiterer Tipp zum Selbermachen: den Innenraum des Rollladenkastens mit Dämmplatten auszukleiden.
Großes Energiesparpotenzial bietet die oberste Geschossdecke, wenn der Dachboden ungeheizt ist. Der Raum zwischen den Dachbalken kann gut mit Dämmung gefüllt werden. „Wichtig ist eine luftdichte Schicht unterhalb der Dämmung, sofern eine OSB-Platte darüber verlegt wird“, betonte Jasper Harten. „Besonders oberhalb von Feuchträumen wie dem Bad ist das entscheidend, um Schimmelbildung zu vermeiden.“
Nicht vergessen sollten Sie die Luke der Dachbodentreppe. Hier empfahl Harten, erst auszumessen, wie viel Platz für die Dämmung zur Verfügung steht. „Das sind alles überschaubare Maßnahmen, die mit etwas handwerklichem Geschick leicht ausführbar sind“, so sein Fazit. „Für Sie fallen nur die Materialkosten an.“
Kerndämmung vom Fachmann
Eine weitere kostengünstige Möglichkeit ist Kerndämmung. Dabei wird bei Häusern mit zweischaligem Mauerwerk die Luftschicht mit Dämmmaterial verfüllt. „Es wird ein Loch in die Fassade gebohrt, durch das wir Dämmstoff-Granulat mittels eines Schlauchs einblasen“, konkretisierte der Experte Jürgen Schlicht und ergänzte: „Wir machen jedes Haus an einem Tag fertig.“
Weil Kerndämmung eine wichtige Maßnahme ist, bei der mit wenig Aufwand viel Energie eingespart werden kann, hat die Kieler Klimaschutzabteilung ein Förderprogramm aufgelegt. „Wir fördern die ersten zehn Kerndämmungen in Hammer. Sie bekommen 20 % Förderung – bis zu 1.000 Euro“, versprach Sam Warmke. Es reicht aus, bei dem formlosen Antrag ein Angebot einzureichen.

Praxisbeispiele aus Hammer
Ergänzt wurde der Infoabend durch Praxisbeispiele. Zwei Hausbesitzer zeigten konkret, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sie selbst in Eigenleistung umgesetzt haben. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe von KIEL LOKAL. CF
