Klimaspaziergang in Flintbek: Tipps für mehr Klimaanpassung

Klimaanpassung Flintbek: Kleiner Raum, große Wirkung: Selbst minimale Blühstreifen bieten Insekten einen wertvollen Lebensraum.
Kleiner Raum, große Wirkung: Selbst minimale Blühstreifen bieten Insekten einen wertvollen Lebensraum.

Wie dringlich das Thema Klimafolgenanpassung ist, zeigte sich bereits wenige Tage vor dem Klimaspaziergang, der am 30. Juni stattfand. Unerträgliche Hitze führte an vielen deutschen Wetterstationen zu neuen Allzeithochs.

Bei dem rund zweistündigen Spaziergang durch Flintbek gab es an zahlreichen Stationen ausführliche Informationen von Beate Oedekoven (Verbraucherzentrale) und Miriam Hentrich (Klimaanpassungsmanagerin beim Kreis Rendsburg-Eckernförde). Schwerpunkt war die „Klimafolgenanpassung“, mit der auf die bereits spürbaren Auswirkungen der Erderwärmung reagiert wird. Weniger wurde auf den „Klimaschutz“ eingegangen, durch den die Ursachen des Klimawandels bekämpft werden.

Grünflächen als natürliche Klimaanlagen

Der Spaziergang machte auf die vielfältigen Funktionen von Pflanzen im Ort aufmerksam. Bäume spenden an heißen Tagen nicht nur wertvollen Schatten, sondern kühlen ihre Umgebung aktiv durch Verdunstung von Wasser.
Auch Gründächer bieten immense Vorteile: Sie isolieren Gebäude, speichern Feuchtigkeit und entlasten bei Starkregen die Kanalisation. Zudem schaffen Pflanzen wichtigen Lebensraum für eine artenreiche Tierwelt.

Klimaanpassung Flintbek: Oase im Schatten: Die Sitzbank unter dem Baum profitiert spürbar von der kühlenden Verdunstung der Blätter.
Oase im Schatten: Die Sitzbank unter dem Baum profitiert spürbar von der kühlenden Verdunstung der Blätter.
Klimaanpassung Flintbek: Unsichtbare Hitze: Das Thermobild der rechts abgebildeten Rotbuche macht die Temperaturunterschiede verschiedener Oberflächen sichtbar.
Unsichtbare Hitze: Das Thermobild der oben abgebildeten Rotbuche macht die Temperaturunterschiede verschiedener Oberflächen sichtbar.
Fotos: Thomas Praefcke

Schutz vor Starkregen und Überflutungen

Die Gemeinde setzt bei Neubaugebieten bereits auf moderne Entwässerungskonzepte. Regenwasser wird direkt vor Ort zurückgehalten und versickert bzw. verdunstet überwiegend, was den natürlichen Wasserkreislauf stärkt und das Kanalsystem entlastet. Trotzdem bleibt ein Restrisiko für Überflutungen bestehen. Gefährdete Bereiche lassen sich online über die „Hinweiskarten Starkregengefahren“ ermitteln. Da es sich hierbei jedoch nur um theoretische Prognosen handelt, sind Abweichungen in der Realität möglich.

 

Praktische Tipps: Vom Blühgarten bis zur Rückstauklappe

Die Fachleute des Rundgangs gaben den Teilnehmenden zudem viele praktische Hinweise für den Alltag mit. So reduzieren helle Gebäudefassaden und Dächer die Aufheizung von Innenräumen, während Blühgärten die Biodiversität fördern. Deutlich kritisiert wurden Schottergärten. Sie heizen sich extrem auf, bieten Insekten keinen Lebensraum und blockieren durch eine Folie meist das Versickern von Regenwasser.
Für den Schutz des eigenen Hab und Guts wurde der Einbau einer Rückstauklappe im Keller empfohlen, um Wasserschäden bei Starkregen zu verhindern. Auch sollte der Versicherungsschutz genau überprüft werden. TP