
Sonnenschutz-Projekt in der Kita Kopperpahler Allee beeindruckt und punktet gleich zweifach
Sommer, Sonne, Sonnenschein: Wer liebt sie nicht – die warmen Monate des Jahres? Der richtige Sonnenschutz ist dabei jedoch das A und O. In Kronshagen lernen dank eines Präventionsprojekts schon die Kleinsten, wie guter UV-Schutz funktioniert.
Es ist ganz still in der Kita-Gruppe der Frösche, als Dr. Stefanie Engels an einem sommerlichen Donnerstagvormittag in die gespannten Gesichter der Kinder blickt. „Na“, fragt die Hautärztin in die Runde, „weiß jemand, was die Sonne mit der Haut macht? Warum sie für die Haut gefährlich ist?“ Im Rahmen eines Präventionsprojekts besucht die Kronshagenerin die Kita Kopperpahler Allee, um schon die Jüngsten der Gemeinde für das Thema zu sensibilisieren.
Kaum hat sie ihre Fragen ausgesprochen, schnellen auch schon die Finger der „Frösche“ in die Höhe. Die Kinder wissen bereits so einiges. Von Sonnenbrand ist sogleich die Rede. Aber was langfristig mit der Haut bei starker Sonneneinstrahlung geschieht? „Die Sonne macht die Haut richtig alt“, erklärt Stefanie Engels, berichtet über die Unterschiede von Kinder- und Erwachsenenhaut, davon, dass die Haut von Kindern wesentlich empfindlicher ist. Schnell ist der Bogen zum Sonnenschutz gespannt.
„Wer weiß, wie man sich vor der Sonne schützen kann?“, fragt die Ärztin. „Mit Sonnencreme, mit einem Hut.“ Eine Erzieherin, die sich ebenfalls zu Wort meldet, schlägt längere Kleidung vor, die die Haut bedeckt.
Gemeinsam arbeiten sie sich durch diverse Aspekte, sprechen altersgerecht über UV-Strahlung und erfahren, dass selbst im Schatten kein kompletter Schutz vor dem Sonnenlicht besteht. Unterschiedliche Hauttypen werden ebenfalls angesprochen, wecken Neugier in der Runde. Ja, erklärt Engels, Menschen mit dunklerer Haut sind tatsächlich von Natur aus etwas besser vor der Sonne geschützt als die mit helleren Tönen. Zum Sonnenschutz sollten am Ende jedoch alle greifen.
Wie viel Sonnencreme ist für wen die richtige Dosis?
Die Hautärztin zückt eine Tube Sonnencreme und holt eine gelbe „Sonnenente“ hervor, eine Art Badeente mit Sonderfunktion. Wenn diese in die Sonne gehalten wird, verfärbt sie sich rot. Marie darf es ausprobieren, eilt hinaus und kommt mit einem sonnenbrandrot gefleckten Tierchen zurück.
Jetzt hilft nur die Sonnenmilch. Die nötige Menge, die Stefanie Engels nennt, bringt Klein und Groß zum Staunen: „Ihr braucht einen Teelöffel Creme“, um allein das Gesicht eines Menschen so einzucremen, dass der auf der Tube versprochene UV-Schutz erreicht wird. Ein Junge meldet sich freiwillig, verteilt eifrig die auf dem Löffel präsentierte Milch in seinem Gesicht. „Man wird ja ganz weiß“, stellen die Kinder einhellig glucksend fest. Dann wird auch die Ente mit Creme bedacht. Den Sonnenlichttest besteht sie sofort.
Bleibt festzuhalten? Engels ruft sich mit den „Fröschen“ noch einmal das Wichtigste in Erinnerung. Erstens: „Morgens creme ich mich mit Sonnencreme ein.“ Zweitens: „Wann meiden wir die Sonne?“ – „Mittags!“ Drittens: „Ich trage immer eine Kopfbedeckung.“ Einzig im Winter, von November bis Mitte März, wenn die Sonne in unseren Breiten nicht so stark vom Himmel strahlt, was sich ja auch in den kälteren Temperaturen bemerkbar macht, dürfe, so die Kronshagenerin, das Eincremen vernachlässigt werden. Doch bis dahin dauert es ja noch eine ganze Weile.
Sonnenschutz für die ganze Kita
Munter schrauben die „Frösche“ daher die Tuben auf, die es im Rahmen des vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) organisierten Projekts für alle gibt. Sorgsam cremen sie sich ein und setzen die Sonnenhüte auf, die ebenfalls jeder Kopf erhält, während die Eltern per Mail mit ausführlichen Infos versorgt werden.
Dann eilen die Kinder nach draußen und Stefanie Engels weiter. Insgesamt sechs Gruppen wird sie zusammen mit ihrer Kollegin Sophia Fiedler in der Kita Kopperpahler Allee schulen. Die Aufwandsentschädigung, die die beiden Ärztinnen vom BVDD für ihre Aufklärungsarbeit erhalten, haben sie bereits fest verplant: Auch hiervon sollen nämlich die Kinder der Kita profitieren, sodass das Projekt gleich zweifach punktet.
Mit den 800 Euro als Spende befindet sich das langersehnte Niedrigseilgarten-Projekt des Fördervereins der Kita nun auf der Zielgeraden, sodass es diesen Sommer nicht nur beauftragt werden konnte. Im August wird bereits seine Einweihung gefeiert.
Text und Fotos: Anna Maria Bader