Auf Schatzsuche in Kronshagen: Geocaching

Christine und Michael Appel: Geocaching Kronshagen

Geocaching? Davon gehört haben in den vergangenen Jahrzehnten gewiss schon viele. Doch wie funktioniert das Hobby eigentlich genau? Gemeinsam mit zwei Geocachern aus dem Hasselkamp begab sich das Kronshagen Magazin auf Schatzsuche.

Wir öffnen die Tür, atmen die herrliche Sommerluft und gehen los, ab nach draußen. Dort findet die Suche nämlich statt und dort sind auch Christine und Michael Appel seit 2010 immer wieder unterwegs, erst als neugierige, bald als passionierte Geocacher.

Wie alles mit einem GPS-Gerät begann

„Wir waren schon immer wild am Wandern“, erzählt Michael, der sich grundsätzlich gern in der Natur aufhält. Als seine Frau Ende der Nullerjahre einen Zeitungsbericht über das anhand von Koordinaten geleitete Suchspiel las, wünschte sie sich prompt ein GPS-Gerät zum Geburtstag. Gemeinsam probierten sie es aus, entdeckten aber nicht nur ihren ersten „Cache“, also den Schatz, den es zu finden gilt. Die beiden tauchten ein in eine Welt, die ihre Augen allein beim Erzählen begeistert aufleuchten lässt.
Seit der US-Amerikaner Dave Ulmer am 3. Mai 2000 nach der Freigabe von genauen Satellitendaten für die Allgemeinheit den allerersten „Schatz“ (einen wetterfesten Behälter mit unterschiedlichen Inhalten) versteckte und die Koordinaten im Internet veröffentlichte, sodass die Suche beginnen konnte, ist die GPS-Schnitzeljagd weltweit zu einem bunten Hobby für Groß und Klein angewachsen.
Organisiert wird alles dabei hauptsächlich über den weltweit größten Anbieter Geocaching.com des US-amerikanischen Unternehmens Groundspeak.

Handy-Screen Geocaching KronshagenChristine zückt ihr Handy, loggt sich ein und erklärt, dass es unterschiedliche Mitgliedschaften gibt. Basic-Mitglieder, die die Angebote kostenfrei nutzen können, bekommen beispielsweise den Zugriff auf leichte Caches. Premium-Mitglieder, wie die beiden Kronshagener, können für erschwingliche 30 Dollar pro Jahr (rund 26 Euro) das volle Angebot nutzen. Was das umfasst? Ganz unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, vom Grundschulniveau bis hin zu hochkomplexen Rätseln, von einfachen Ein-Stationen-Suchen bis hin zu einer ganzen Reihe von versteckten Hinweisen, die nacheinander oder auch miteinander kombiniert am Ende zur Lösung führen.
Wie die dann aussieht? Grundsätzlich geht es darum, einen Behälter zu finden, in dem sich in der Regel ein Logbuch befindet. Hier trägt jeder Geocacher sich mit seinem Namen und dem aktuellen Datum ein, als Beweis, den Cache auch tatsächlich gefunden zu haben. Im leichten Fall ist dies beispielsweise eine Plastikbox, wie eine wasserdichte Brotdose, in der ein kleines Heftchen zum Eintragen bereitliegt. Im komplizierten Fall ähnelt der Cache jedoch einem Alltagsgegenstand und ist auf den ersten Blick gar nicht als Behältnis zu erkennen.
Michael zückt eine Kunststoffschraube, die zum Befestigen von Weidezäunen verwendet wird, und schmunzelt, als er ein Gewinde aufdreht und einen feinen eingerollten Papierstreifen zum Vorschein bringt. Auch dies ist ein Logbuch.

Logbuch Geocaching Kronshagen
Rückseite eines Logbuchs mit hilfreichen Hinweisen. Damit die Schätze nicht von Unkundigen missinterpretiert und entfernt werden, sind größere Behälter meist mit erklärenden Infos versehen.

Mit Teleskopstange, Leiter und Bauhelm auf Schatzsuche

Die Kreativität scheint grenzenlos, wenn die beiden berichten, wo sie in der Vergangenheit schon überall Caches gefunden haben. „In sechs Metern Höhe im Wald“ sei keine Seltenheit, weshalb fortgeschrittene Geocacher oft Teleskopstangen zum Angeln dabeihaben. Auch eine Leiter, eine Warnweste oder ein Bauhelm können nützlich sein, wenn die Koordinaten beispielsweise auf eine Verkehrsinsel hinweisen, auf der sich einzig und allein ein großes Straßenschild befinde. Die Schutzkleidung helfe dabei, Passanten nicht zu verwirren und inkognito zu bleiben, denn um einen Geocache nicht zu verraten, ist ein möglichst unauffälliges Verhalten angeraten. Die Leiter unterstützt dieses Auftreten und ermöglicht gleichzeitig die Suche am Verkehrsschild – nach einem kleinen, wie auch immer gearteten (Miniatur-)Behältnis, in dem sich das Logbuch versteckt.

Schmunzelnd präsentiert Michael auch ein solches Döschen: ein kleines, zylindrisches Metallteil, nicht größer als ein Centstück. Per Magnet lasse es sich problemlos an Metallteilen in der Öffentlichkeit verstecken. Unscheinbar und unsichtbar für das ahnungslose Auge und doch gelistet, beziehungsweise von den sogenannten „Reviewern“ auf der Onlineseite verwaltet.
Die Schatzersteller, die die Caches bestimmen und pflegen, nennen sich wiederum „Owner“. Sie betreuen auch das Logbuch, schauen, dass immer genug Platz zum Schreiben darin vorhanden ist und freuen sich über die Vielfalt der Einträge.

Die Appels: Geocaching als Leidenschaft

Auch die Appels sind längst zu Ownern geworden. Als im Frühjahr 31 Caches allein in Kronshagen gelistet waren, stammten ganze sieben von ihnen. In ganz Deutschland haben sie mittlerweile rund 100 versteckt, in Dänemark zehn. Sie kommen gut herum, genießen den Austausch mit anderen, die ihr Hobby teilen.
„Die Geocacher treffen sich sehr gerne“, auch auf Events, sagt Christine, die besonders die Vielfalt an dem Hobby schätzt. „Jeder kann es so spielen, wie es seinem Naturell entspricht.“

Two Apples Geocaching Kronshagen
hristine und Michael Appel mit ihrem Logo: den TwoApples

Ebenso individuell könne auch jeder seinen Cacher-Namen gestalten. Die Kronshagener halten einen Stempel hoch, mit dem sie sich in den Logbüchern verewigen: Zwei Äpfel sind darauf zu sehen, die TwoApples, wie ihr Nachname. Auch als „Travelbugs“ ließen sie ihr Logo auf kleinen Holzplättchen verewigen, die sie hier und da als Tauschgegenstände bei den Caches deponieren und die – stets gut mitgeloggt – als Tauschgegenstände um die ganze Welt wandern.

Geocaching Kronshagen
Hier, mitten im Ortskern von Kronshagen, ist ein Geocache versteckt.

Auf Geocaching-Tour durch Kronshagen

Unsere Kurzwanderung führt uns nicht um die Welt, aber in den Ortskern von Kronshagen hinein. Es ist eine leichte Suche, die Christine zur Veranschaulichung ausgewählt hat. Die Koordinaten beschreiben die bunt bemalten Garagen neben dem Bahnhaltepunkt. Ein GPS-Gerät ist dabei heute nicht mehr nötig. Das erledigt das Smartphone längst für uns, wo wir auf den entsprechenden Seiten im Internet auch ein paar Rätselfragen finden, die uns schließlich tatsächlich zum Schatz führen.
Wo der versteckt ist? Das wird hier natürlich nicht verraten. Aber melden Sie sich doch gern auf der Plattform an. Sie müssen nur den Ort und die Schwierigkeitsstufe auswählen und schon kann die Suche beginnen. Viel Spaß dabei.

Text und Fotos: Anna Maria Bader