Powerfitness beim THW Kiel: Krafttraining für jedes Fitnesslevel

Ole macht die Übung für die geraden Bauchmuskeln vor. Dabei gilt es, den Rücken stabil zu halten und ein Hohlkreuz zu vermeiden.

KIEL LOKAL stellt in einer neuen Reihe verschiedene Trainingsangebote des Turnvereins Hassee-Winterbek (THW) vor. Zum Auftakt besuchen wir den Powerfitness-Kursus von Ole am Montag um 19.10 Uhr.

Gespannt warte ich am Montagabend mit den anderen Teilnehmenden vor der kleinen THW-Halle in der Fröbelstraße auf den Kursbeginn. Weil der Verein in der Nähe liegt, bin ich m

Seit 34 Jahren ist Ole als Übungsleiter aktiv. Seit einem Jahr ist er Teil des THW-Fitness-Teams.
Seit 34 Jahren ist Ole als Übungsleiter aktiv. Seit einem Jahr ist er Teil des THW-Fitness-Teams.

it dem Fahrrad gekommen. Trotzdem beschleicht mich ein leiser Zweifel: Werde ich nach dem Training noch den Heimweg schaffen?
Als der Kurs beginnt, wird allmählich klar: Hier geht es nicht darum, wie viel man schafft. Die elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zwischen 28 und 80 Jahre alt. Übungsleiter Ole (57) passt die Übungen an die unterschiedlichen Fitnessniveaus an und bietet immer wieder Varianten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden an.
Seit 34 Jahren ist Ole als Übungsleiter aktiv, seit einem Jahr gehört er zum Trainerteam der THW-Fitnesssparte. Als ehemaliger Berufssoldat absolvierte er seine Übungsleiterausbildung bei der Bundeswehr. 2015 kam eine Weiterbildung im betrieblichen Gesundheitsmanagement hinzu.

Powerfitness – das klingt zunächst nach schnellen, schweißtreibenden Übungen. Doch Power ist hier wörtlich gemeint. Es geht um Kraft, die gezielt und bewusst eingesetzt wird. „Wir haben auch eine ehemalige Leistungsturnerin dabei. Sie macht dann ein intensiveres Training“, erklärt Ole.
Während der Übungen zeigt er verschiedene Möglichkeiten, sie leichter oder anspruchsvoller zu gestalten. Beim Seitstütz können beispielsweise die Knie auf dem Boden bleiben. Auch bei den Liegestützen gibt es eine einfachere Variante.

Der Ausfallschritt fordert die Beinmuskulatur. Trainer Ole korrigiert die Haltung und gibt Tipps für die richtige Ausführung.
Der Ausfallschritt fordert die Beinmuskulatur. Trainer Ole korrigiert die Haltung und gibt Tipps für die richtige Ausführung. Fotos: Carsten Frahm

Erst einmal locker in Bewegung komme

Los geht es mit der Erwärmung. Wir gehen zunächst locker durch die Halle, dabei werden die Arme gekreist. Anschließend steht das Gleichgewicht auf dem Programm. Einen festen Punkt zu fixieren, dabei einen Fuß zu kreisen und nicht ins Wanken zu geraten, ist schon eine kleine Herausforderung. Danach wird der gesamte Körper gekräftigt. Besonders das seitliche Gehen mit dem Fitnessband hat es in sich. Die Übung wirkt zunächst unspektakulär, doch schon nach wenigen Schritten spüre ich, wie die Muskeln arbeiten. Die Belastung ist deutlich zu merken und wirkt auch nach der Übung noch ein wenig nach.
Was mir während des gesamten Trainings auffällt: Ole hat alle Teilnehmenden im Blick. Er korrigiert die Ausführung und erklärt, worauf zu achten ist. Bei mir beispielsweise sollen die Füße beim Auftreten gerade ausgerichtet werden. So entsteht eine stabile Beinachse, und die Gelenke werden vor Fehlbelastungen geschützt. Gleichzeitig werden Rumpf- und Gesäßmuskulatur aktiviert.

Langsam ist manchmal viel anstrengender

Auch die Arme kommen zum Einsatz. Mit Hanteln werden verschiedene Übungen absolviert, die Ole jeweils vormacht und genau beobachtet. Anschließend geht es auf die Matte – zu den Bauchmuskeln. Zugegeben: nicht gerade meine Lieblingsdisziplin.
Dabei gefällt mir gerade die bewusste Ausführung. Die Übungen werden nicht möglichst schnell absolviert, sondern langsam und kontrolliert. So soll die Kraft genau dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht wird.
Beim langsamen Zurückbeugen und Hinlegen komme ich noch gut mit. Beim anschließenden geraden Aufrichten ist für mich allerdings Schluss. Ole hat prompt eine leichtere Variante parat.
„Das ist eine Frage des Ansprechens der richtigen Muskelpartie. Je häufiger man trainiert, desto besser geht es“, ermuntert er mich. Seitliche Bauchmuskeln, Seitstütz und Liegestütze folgen. Nach den einzelnen Übungen werden die gerade beanspruchten Gelenke immer wieder ausgeschüttelt und gelockert.

 

Angenehm aktiviert

Nach rund einer Stunde ist der gesamte Körper spürbar aktiviert – und gleichzeitig erstaunlich entspannt. Die Powerübungen haben es in sich, allerdings auf eine sanfte, gelenkschonende und sehr bewusste Art.
Den Heimweg mit dem Fahrrad habe ich dann doch noch geschafft. Am nächsten Tag erinnert ein bisschen Muskelkater an die Einheit. Vor allem aber bleibt das gute Gefühl, wieder einmal etwas für den ganzen Körper getan zu haben. CK