Abschiednehmen in Stille

Auf dem Tierfriedhof Russee finden jährlich etwa 120 Beisetzungen statt

Haustiere sind treue Begleiter und Beschützer in der häuslichen Umgebung. Oft werden sie als Mitglieder der Familie empfunden.

Beim Tod des Tieres besteht vielfach der Wunsch nach einer würdevollen Bestattung. Der erste Kieler Tierfriedhof entstand im Jahr 2004 auf dem Gelände des Alten Urnenfriedhofes (Eichhofgelände). Hier wurde der Platz jedoch schnell zu eng.

Seit 2012 können die verstorbenen Lieblinge auf dem Friedhofsgelände in Russee bestattet werden. Liebevoll gepflegte Gräber zeigen, wie wichtig es den Menschen ist, hier einen Platz gefunden zu haben, an dem sie noch einmal Abschied nehmen können. 

Pro Jahr werden in Russee ca. 120 Tiere beerdigt. In der Mehrzahl finden Katzen, Hunde und Meerschweinchen hier ihre letzte Ruhestätte. Die Größe kann frei gewählt werden. Zurzeit gibt es über 700 Gräber auf dem rund 3.000 m² großen Areal. 

Wenn das Haustier stirbt und Hilfe bei der Beerdigung benötigt wird, ist jeden Tag ein Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung zu erreichen (Tel. 0170/ 7985803), und zwar montags bis freitags von 10–18 Uhr und am Wochenende/Feiertag von 10–12 Uhr. Die Beerdigungen finden an allen Werktagen statt. Zu dem vereinbarten Termin bringen die Besitzer ihr verstorbenes Tier mit. Die Beerdigung erfolgt dann still, d. h. das Tier wird in Anwesenheit der Halter in die Erde gelegt. Es besteht dann die Möglichkeit, noch einmal Abschied zu nehmen. Nachdem die Trauernden den Friedhof verlassen haben, wird das Grab mit Erde verschlossen. 

Je nach Größe der Tiere stehen verschiedene Gräber zur Verfügung. Es reicht von Grabstätten für Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Vögel bis zur Grabstätte für große Hunde (über 50 kg). 

Friedhofsleiter Marcel Schulz (links) und Mitarbeiter Patrick Haubrich zeigen ein Gemeinschaftsgrab auf dem Tierfriedhof in Russee. Fotos: Winfried Jöhnk

Es besteht die Wahl zwischen Einzel- und Gemeinschaftsgräbern. Beim Einzelgrab ist eine individuelle Gestaltung nach vorheriger Genehmigung der Friedhofsverwaltung möglich. Die Pflege des Grabes erfolgt durch die Nutzer. Bei den Gemeinschaftsgräbern wird die Bestattung unter dem grünen Rasen vorgenommen. Blumenschmuck kann nur an ausgewiesenen Stellen abgelegt werden. Die Pflege erfolgt durch die Friedhofsverwaltung. 

Soweit möglich und zulässig, werden auch besondere Wünsche erfüllt.
Anfragen bei dem Friedhofsleiter Marcel Schulz, Rendsburger Landstraße 445, 24111 Kiel oder per Mail: tierfriedhof@kiel.de. WJ