Bombensichere Schutzanlagen

1963: Blick vom ersten Fernmeldeturm auf die Diesterwegstraße und die Pädagogische Hochschule. In der Bildmitte ist der Hochbunker zu sehen. Foto: Stadtarchiv Kiel

Serie mit Archivfotos aus dem Kieler Süden.
Teil 70 über Bunker in den Stadtteilen Hassee und Vieburg

Zwei Kapitel im Geschichtsbuch „802 Jahre Hassee“ handeln über bomben­sichere Luftschutzanlagen. In Kiel entstanden im Zweiten Weltkrieg über 130 Bunker. Während sie in der Innenstadt weitestgehend gesprengt wurden, befinden sich in Hassee und Vieburg noch einige.

Holger Raddatz beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit den Themen Luftschutz und Bunkerbau. Die Faszination begann bereits, als er fünf Jahre alt war, ihn sein Großvater durch Wilhelmshaven fuhr und ihm erklärte, was Bunker sind, warum sie gebaut wurden und dass Opa im Krieg selbst in solchen Bauten gesessen hatte. „Bei einem Luftangriff wird er nur deswegen überlebt haben“, erzählt Holger Raddatz. „Hätte es den Bunker nicht gegeben, wäre meine Mutter nicht geboren worden und damit auch ich nicht.“
Anfang der 2000er-Jahre begann Raddatz im Internet nach Bunkern im gesamten Weser-Ems-Bereich zu recherchieren, aber auch in Bremen, Hamburg und Kiel. Ehrenamtlich betreibt er mehrere Webseiten. Eine davon ist www.bunker-kiel.de.
„Vor allem interessiert mich, was in diesen Anlagen während der Angriffe geschehen ist“, erzählt er. Das Thema ist heute aktueller denn je. „Bunker sollen als Mahnmale für die Zukunft erhalten bleiben“, ist er überzeugt. „Schulklassen können im Geschichtsunterricht nur in solchen Anlagen hautnah erleben, wie es sich in einem Bunker für die Insassen anfühlt.“ CF