Ortsbeirat Hassee/Vieburg: Die Jugend besser integrieren

Oliver Voigt (rechts) und Thorsten Becherer.
Wechsel im Vorsitz: Oliver Voigt (rechts) übergibt an Thorsten Becherer.

Ortsbeirat Hassee/Vieburg wählt einen neuen Vorsitzenden

Nach der Hälfte der Wahlperiode gibt es einen Wechsel im ehrenamtlichen Vorsitz des Ortsbeirates Hassee/Vieburg.

Der bisherige Amtsinhaber Oliver Voigt (Bündnis 90 / Die Grünen) sagt dazu: „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen aufzuhören. Ich habe zu wenig Zeit, um das Amt so auszufüllen, wie es das verdient hat.“
Nach geheimer und einstimmiger Wahl tritt Thorsten Becherer (ebenfalls Bündnis 90 / Die Grünen) die Nachfolge an. Mit ihm fällt dem Ortsbeirat auch gleich die Aufgabe zu, die Jugend besser ins kommunale Politikgeschehen zu integrieren, wie auch der kürzlich installierte „Jugendortsbeirat“ verdeutlicht. Und so richtete der neue Vorsitzende seine ersten Worte auch an die junge Generation: „Ich hoffe, dass sich die Jüngeren nicht davon abhalten lassen, dass es hier so formal zugeht.“
Becherer sieht eine wichtige Aufgabe des Ortsbeirates darin, die Jugend abzuholen und für Politik zu begeistern.
Bevor allerdings der Jugendortsbeirat seine ersten Anliegen vortrug, wurde noch der nachrückende Vertreter des Südschleswigschen Wählerverbands SSW, der langjährige Ratsherr Marcel Schmidt, in sein neues Ehrenamt eingeführt.

Was bewegt Jugend im Stadtteil?

Zur besseren Verankerung des Jugendortsbeirates im Stadtteil ist geplant, den WiPo-Unterricht an der Gemeinschaftsschule Hassee, die Jugendzentren und Jugendeinrichtungen mit ins Boot zu holen.
Was brennt den jüngeren Einwohnern des Stadtteils auf den Nägeln? Das möchte der Ortsbeirat wissen. Da fallen den Jugendlichen sofort zwei Dinge ein – und es werden voraussichtlich noch viel mehr Anregungen kommen.

Der Verbindungsweg zwischen Schleswiger Straße und Mädchentreff an der Rendsburger Landstraße.
Angstraum Matschweg Schleswiger Straße. Hier ist es abends stockfinster.

Ein unangenehmer dunkler Angstraum sei der unbeleuchtete, matschige Verbindungsweg zwischen Schleswiger Straße und Mädchentreff an der Rendsburger Landstraße.
Außerdem stößt die Hausordnung der Stadt Kiel für die Jugendeinrichtungen auf Unverständnis. Diese regelt nämlich neuerdings, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge nicht in den Einrichtungen aufgeladen werden dürfen (aus Brandschutzgründen, wie vermutet wurde). Der Ortsbeirat möchte sich der Sache annehmen. Möglicherweise können öffentliche Ladestationen denjenigen die Situation erleichtern, die mit fast leerem Akku angereist sind.

Rücksichtsloses Parken im Bereich Danewerkstraße

Die Verkehrssituation in der Danewerkstraße wird einmal mehr zum Anlass genommen, von der Stadtverwaltung Verbesserungen der Aufenthaltsqualität einzufordern. Genannt wurde gleich ein ganzes Bündel von Missständen, die dringend zu beseitigen wären. Hauptproblem ist demnach das rücksichtslose Parken, entweder im Kreuzungsbereich, in zweiter Reihe oder auf den teilweise sowieso matschigen und kaputten Gehwegen. Es kam die Frage auf, inwieweit im Notfall große Rettungsfahrzeuge überhaupt noch an den Ort des Geschehens vorrücken könnten. Es herrschte Einigkeit, dass diese Situation nicht allein durch Knöllchen und Abschleppen oder gar durch Einsicht lösbar ist. Der Ortsbeirat legt dem Tiefbauamt nahe, hier baulich etwas zu verändern.

Dauerthema Eltern-Taxi

Auch das Dauerbrennerthema Eltern-Taxis beschäftigte den Ortsbeirat. Von der Schulleitung der Theodor-Heuss-Schule (THS), vertreten durch Antje Schrand, wird das Konzept „walking bus“ ins Gespräch gebracht. Außerdem, so die Schulvertreterin, müssten in gewissem Abstand von der Schule Eltern-Haltestellen eingerichtet werden, für die während der Bringe- und Abholzeiten selbstverständlich ein Parkverbot gelten muss. Unter „walking bus“ wird ein Standort verstanden, an dem sich mehrere Schulkinder treffen können, um zur besseren Sichtbarkeit und Sicherheit den Rest des Schulweges gemeinsam zurückzulegen. Frau Schrand nannte es „hoch problematisch“, dass viele Eltern trotz der Gefährdung anderer Kinder ihre Sprösslinge am liebsten mit dem SUV bis ins Klassenzimmer fahren möchten.
Im Bereich um die THS müsse wegen der für Grundschüler unhaltbaren Situation etwas getan werden. In anderen Stadtteilen wurden bereits Lösungen umgesetzt, daran müsse man sich orientieren.

Fahrradbügel am Kolonnenweg

Nicht zum ersten Mal beschäftigte den Ortsbeirat das Thema Fahrradbügel. Die Fahrrad-Parksituation im Bereich der Bus-Endhaltestelle im Kolonnenweg / Schönwohlder Weg / Rodenbeker Weg wird als problematisch geschildert. Der Ortsbeirat möchte sich dafür einsetzen, dass eine Abstellanlage geschaffen wird. Das Tiefbauamt wird um Vorschläge gebeten. Falls es an „Kieler Bügeln“ mangeln sollte, könne man am Bahnhof Hassee sicherlich einige abziehen, da diese Anlage mehr als üppig ausgestattet sei.
Die nächste OBR-Sitzung findet am 21. April um 19.30 Uhr statt. Der Tagungsort stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest und kann unter www.kiel.de abgerufen werden. JM