Seit 2024 ist ein geländegängiges Löschgruppenfahrzeug LF 20 Kat S-SH des Katastrophenschutzes des Landes Schleswig-Holstein aus der 14. Brandschutzbereitschaft in Ottendorf stationiert. Es dient daher nicht nur dem örtlichen Schutz, sondern im Katastrophenfall allen Bürgern Schleswig-Holsteins.
Neues Löschfahrzeug stärkt den Katastrophenschutz
Mit dem neuen LF 20 Kats hat die Freiwillige Feuerwehr Ottendorf eine deutliche Verstärkung ihrer technischen Möglichkeiten erfahren. „Wir sind mit 45 aktiven Kameradinnen und Kameraden auf einem historischen Höchststand und haben erstmals in der Geschichte Ottendorfs zwei Löschgruppen“, freut sich der Ottendorfer Gemeindewehrführer Thies Bornstedt und erklärt weiter: „Die erforderlichen LKW-Führerscheine werden zwar von der Gemeinde bezuschusst, da aber zwölf Kameraden heute schon einen LKW-Führerschein haben, sind wir im Prinzip gut aufgestellt, müssen aber in den kommenden Jahren weiter ausbilden.“
Hilfe bei Starkregen und fehlender Löschwasserversorgung
Die bestehende Grundausbildung auf Amtsebene für alle Feuerwehrleute umfasst ab der „Truppmann 2“-Ausbildung grundsätzliche Komponenten des Katastrophenschutzes. Ab der Gruppenführerausbildung werden diese umfassend erarbeitet und ständig vertieft. Die jetzt aufgestellte 14. Brandschutzbereitschaft wird ebenso Übungen mit den drei Zügen durchführen, um auf die möglichen Einsatzereignisse vorbereitet zu sein. Die Schwerpunkte liegen in der Löschwasserversorgung und ebenso in der Hilfeleistung bei Starkregenereignissen durch Abpumpen.
Das Bereitstellen von Trinkwasser durch die Feuerwehr ist möglich, da dort Trinkwasser in die Löschtanks gefüllt ist, dieses müsste aber für den menschlichen Verzehr wahrscheinlich aufbereitet werden. Im Falle eines Blackouts kann durch die Lichtmasten an den beiden Fahrzeugen z. B. an einem zentralen Sammelpunkt in der Nacht eine gute Beleuchtung stattfinden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn es keine Feuerwehreinsätze mit höherer Priorität gibt.
Licht, Strom und Kommunikation im Krisenfall
Eine Stromversorgung durch die Stromgeneratoren ist grundsätzlich nur für die fahrzeugeigenen Geräte vorgesehen. „Eine Ausnahme in entsprechenden Einsatzlagen etwa zum Aufladen von Handys ist sicher denkbar, aber nicht dauerhaft möglich“, erklärt Thies Bornstedt. „Die Feuerwehr in Ottendorf ist von der Sirene über Funk und Fax durch Batterielösungen maximal 72 Stunden unabhängig vom normalen Stromnetz versorgt, wobei das nicht für das Gebäude selbst gilt. Über den vorhandenen zentralen Netzeinspeisepunkt kann theoretisch durch einen großen Stromerzeuger die Stromversorgung der Feuerwache aber dauerhaft sichergestellt werden.“ Da beide Fahrzeuge mit Megafonen und insbesondere das LF 20 Kat S-SH auch mit einer Lautsprecherdurchsageanlage ausgestattet sind, kann die Bevölkerung gut informiert werden.
Gut vorbereitet – Selbsthilfe bleibt entscheidend
Die Entwicklung der Feuerwehr Ottendorf ist gerade in den letzten Jahren sehr beispielhaft, wenngleich vor dem Hintergrund der wachsenden Herausforderungen wie Extremwetterereignissen und Blackout-Szenarien oder auch Auswirkungen drohender geopolitischer Konflikte sich das Anforderungsmaß für alle Menschen deutlich erhöht hat. Die verantwortungsbewusste eigene Vorsorge für den Krisenfall ist daher oberstes Gebot. Auch wenn die Feuerwehr gut vorbereitet ist, sollte die Selbsthilfe immer an erster Stelle stehen.
Text und Fotos: Ingmar Behrens
