Wie nachhaltig ist Kronshagen? Was haben seine Unternehmen und Gewerbetreibenden bereits getan, um Ressourcen einzusparen und den Klimazielen von Bund, Land und Gemeinde ein Stückchen näher zu kommen?
Diese Fragen bewegten Ende Februar die rund dreißig Anwesenden des Firmentalks des Gewerbe- und Handelsvereins (GHK), die es sich bei Gastgeber Autohaus Rehder an langen Tischen bequem gemacht hatten. Unter dem Motto „Nachhaltige Unternehmen und Gewerbestandorte“ warfen gleich drei Vortragende einen Blick auf die Situation vor Ort.
Von DAF bis zur E-Mobilität
Den Beginn machten die Brüder Marco und Timo Rehder, die in einer kleinen Unternehmensvorstellung zunächst die vergangenen 56 Jahre des Familienbetriebs im Schnelldurchgang durchliefen – und dabei Erstaunliches zum Vorschein brachten: Hätten Sie gewusst, dass das Autohaus einst in der Kieler Preußerstraße gegründet worden war? Und dass es von DAF über Toyota, Lada bis hin zu etlichen Jahren als Mazda-Händler immer wieder neue Automarken ausgetestet hat – bis es 2004 mit seinen ersten Hyundai-Modellen zur heutigen Kernmarke fand? Weil das Preis-Leistungs-Verhältnis von Hyundai, so Timo Rehder, einfach „unschlagbar“ war und ist.
Doch zurück zur Nachhaltigkeit: Als PKW-Händler haben die Rehders nicht nur zahlreiche Elektro-Fahrzeuge in ihrem Sortiment. Sie konnten auch berichten, dass ihre E-Zulassungsquote bei 40 Prozent liegt und damit doppelt so hoch ist, wie der deutschlandweite Vergleichswert. Gewiss brächten die neuen Technologien sowohl im Vertrieb als auch im Service immer wieder Herausforderungen mit sich, gab Marco Rehder zu, der auch die Schattenseiten, wie eine kritische, zurückhaltende Einstellung bei Kundschaft, Vertrieblern oder dem Servicepersonal, offen ansprach. Dennoch ist er von der E-Mobilität als spannendem Thema überzeugt und verriet: „Wir haben noch einiges vor!“
Herausforderungen für lokale Infrastruktur
Viel vor haben auch die Versorgungsbetriebe Kronshagen (VBK), ließ Geschäftsführer Alexander Baumgärtner durchblicken, als er über die Kommunale Wärmeplanung referierte. Seit 2025 ist ihr finales Konzept veröffentlicht – und die Situation für Baumgärtner klar: Auch wenn dort große Teile Kronshagens als „dezentraler Bereich“ auf eigene Wärmelösungen angewiesen sind, so stehe schon jetzt fest: Der Umstieg auf Wärmepumpen-Systeme wird die bisherige Infrastruktur stark belasten. „Wir werden in den nächsten Jahren das Gasnetz zurückschrauben müssen und dafür das Stromnetz ausbauen“, so der VBK-Chef.
Nachhaltige Unternehmensführung
Karina Selck und Tamina Spilker, die beiden Klimaschutzmanagerinnen der Gemeinde, gaben mit Projektideen wie einer Recyclingstation, an der nicht mehr benötigte Materialien von Unternehmen als Bastelwerkstoffe für Kindergärten und Schulen gesammelt werden können, schließlich Inspirationen für ressourcenschonende Projekte. Bei einer Fragerunde konnten die GHK-Mitglieder dann außerdem von ihren persönlichen Maßnahmen für eine nachhaltige Unternehmensführung berichten.
Was viele schon jetzt vereint: PKW-Flotten wurden teilweise oder komplett auf Elektro-Mobilität umgestellt, wie zum Beispiel bei der Kurt Burmeister GmbH, den VBK oder bei Trend Immobilien. Auch die voranschreitende Digitalisierung konnte in vielen Büros den Papierverbrauch drastisch minimieren. Beim Fitness-Club Mrs.Sporty, der von 6–22 Uhr ausgesprochen ausgedehnte Trainingszeiten ermöglicht, wird seit der Umstellung auf LED-Beleuchtung kräftig gespart.
Doch was kann darüber hinaus zu einer klimafreundlichen Existenz getan werden und wie können Unternehmen ihre CO2-Bilanz überhaupt berechnen, um eine Klimaneutralität anzustreben? Darüber wollen Gemeinde und GHK künftig in regelmäßigen Diskurs gehen. Um Wissen auszutauschen, zu vermehren und zukunftsweisende Ideen gemeinsam aufzuspüren und weiterzuentwickeln.
Text: Anna Maria Bader
Fotos: Carsten Frahm, Gemeinde Kronshagen
