Kann ich mir die Wohnung überhaupt leisten?

Anwohnende vom Hof Hammer verständnislos über fehlende Antworten zu den Nebenkostenabrechnungen

Die Turnhalle der Jens-Uwe-Lornsen-Schule ist bei der 357. Sitzung des Ortsbeirats Russee/Hammer/Demühlen gut gefüllt, erhoffen sich viele der Anwohnenden vom Hof Hammer nach mehr als drei Jahren Kampf gegen ihre Nebenkostenabrechnungen endlich Antworten.

Was einst als Vorzeigeprojekt mit idyllischer Lage in Hammer begann, entwickelte sich für die Bewohnenden zum Alptraum. Teilweise kamen Nebenkostenabrechnungen über 4.000 Euro an. Anwohnende bekamen jedoch weder Auskünfte vom Investor noch Belegeinsicht, wie KIEL LOKAL bereits in der letzten Ausgabe berichtete. Der Ortsbeirat hatte daher Vertreter der Demant-Gruppe, dem Investor des Bauprojekts, zur Sitzung am 21. April eingeladen.

Gerd Goldhammer, Architekt und damals zuständiger Bauleiter, stellt sich den Fragen, hat allerdings nur wenige Antworten.  Er erklärt, dass der Investor einen Dienstleistungsvertrag mit den Stadtwerken habe und die Kosten selbst vorverauslagt habe. Deshalb bestünde auch von Seite der Demant-Gruppe ein großes Interesse an einer Aufklärung. 

„Die hohen Heizkosten sind ein Phänomen, für das ich noch keine Erklärung habe“, entschuldigt sich Goldhammer. Er gibt an, die Stadtwerke seien Inhaber des Blockheizkraftwerks, welche die Kosten wiederum beim Investor einreichen, der diese auch bereits bezahlt hat. Der Investor gibt die Rechnungen dann 1:1 an die Mieter weiter. Ob die hohen Schwankungen der Kilowattpreise gegenüber einem Direktbezug bei den Stadtwerken möglicherweise an einem Systemfehler liegen könnten oder an einem Wärmeverlust im Nahwärme-Netzwerk, bei dem ein Abgang von 30–40 % durchaus möglich sei, konnte in der Sitzung nicht geklärt werden. 

Auf Nachfrage, warum die Bewohner keine Rückmeldung oder einen Zwischenbericht erhielten, schildert Goldhammer: „Wir haben alle möglichen Sachverständigen gefragt, deren Gutachten für mich allerdings nicht nachvollziehbar waren, deshalb gab es auch keine Zwischenberichte. Im Namen des Investors kann ich mich nur für fehlende Zwischennachrichten entschuldigen, das ist schlecht gelaufen. Die Punkte, die Sie angesprochen haben, werden alle geprüft, es wird aber dauern”, so der Architekt.

Die Frage, wann nunmehr mit Belegeinsicht zu rechnen sei, bleibt offen. „Diese Frage möchte ich derzeit nicht beantworten, wir werden dies schnellstmöglich umsetzen“, gibt Goldhammer zur Antwort, sehr zum Unmut der Zuhörer und Mieter.

Nach den nüchternen Antworten sind die Teilnehmenden mehr als verärgert. Zwar wird anerkannt, dass Goldhammer sich den Fragen stellt, allerdings ist nicht nachvollziehbar, warum niemand aus der Geschäftsführung gekommen ist, der auch sprachfähig ist. 

Es wird vereinbart, dass Herr Goldhammer oder ein Vertreter der Demant-Gruppe spätestens zur Juni-Sitzung wiederkommt und mitteilt, was die Prüfung der Vorgänge gezeigt hat. Auch einen Vertreter der Stadtwerke wird der Ortsbeirat einladen. Die nächste Sitzung findet am 19. Mai 2026 um 19.30 Uhr statt. Der Sitzungsort wird noch bekannt gegeben. VB