In diesem Teil unserer Serie mit Archivfotos geht es um den gebürtigen Hasseer Willi Schlünzen. Er hat ein Buch veröffentlicht. „Mein Wiederaufbau West“ ist ein Rückblick auf sein Arbeitsleben, aber auch auf seine Kindheit, die er in der NS-Zeit am Karpfenteich 23 verbracht hat.
Sieben Monate lang hat der 91-Jährige an seinem Buch gearbeitet. „Und wie ich gearbeitet habe“, betont er und beugt sich über einen großen Papierstapel. Hier liegen handgeschriebene Manuskripte, Geburtsurkunde, Zeugnisse, Urkunden, THW-Mitgliedskarte, Arbeitsverträge und vieles mehr. „Auch wahnsinnig viele alte Fotos“, so Schlünzen. „Die musste ich alle chronologisch sortieren.“

Persönliche Funde und Erinnerungsstücke
Als Glücksfall entpuppte sich ein Fund im Sekretär seiner verstorbenen Frau. „Dort fand ich einen ganzen Packen an Briefen, die ich ihr damals geschrieben habe.“ Die Umschläge dieser Briefe zieren den Buchumschlag.
Auf der Rückseite steht: „Eine atmosphärische Zeitreise in die Jahre des Wirtschaftswunders, das weniger ein Wunder war als die Folge zupackender Menschen. Jahre von heute unvorstellbaren Leistungen, auch körperlicher Art. Jahre, die im Zeichen einfacher und daher tiefer erlebter Freuden standen. Früher war sicher vieles nicht besser, aber es war eine Zeit, die die Rückbetrachtung verdient. Zum einen, um sich darüber zu freuen, was besser geworden ist. Doch auch, um zu reflektieren, was wir verloren haben und an deren Wiederherstellung wir arbeiten sollten. Zum Beispiel am gesellschaftlichen Konsens und Miteinander.“
Buchpräsentation und Lesung in Kiel
Zur Buchpräsentation findet am 8. Juli um 19 Uhr eine Lesung beim Verein „Maritimes Viertel“ (Arkonastraße 1) statt. Buchbestellung per Mail an jenss67@aol.com CF






