Unmut beim Ausbau der A 21

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Im gut gefüllten Saal der Stiftung Drachensee berichtete Tiefbauamtsleiter Peter Bender während der Ortsbeiratssitzung über den derzeitigen Sachstand und den geplanten Ausbau der B 404 zur A 21.

Während der 1,8 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Wellseedamm und Neumeimersdorf bereits fertiggestellt wurde, sind der Ausbau der B 404 zur A 21 bis zum Barkauer Kreuz und die Südspange erst jetzt als vordringlicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2030 festgelegt worden.

Der Abschnitt zwischen Klein Barkau und dem Kieler Wellseedamm befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Zunächst müssen im Bereich Kronsburg / Wellsee / Rönne allerdings die Fledermäuse kartiert werden. Das dauert zwei Vegetationsperioden, also zwei Jahre.

Knackpunkt ist die Anschlussstelle Edisonstraße (siehe Foto). Nach Ansicht des Bundes genüge für den Verkehr die bereits vorhandene Anschlussstelle Wellseedamm. „Aus-
nahmsweise ist aber eine Teilanschlussstelle genehmigt worden“, berichtete Bender. Diese müsse allerdings die Stadt Kiel selbst finanzieren, da der Bund nur für „zwingend Notwendiges“ aufkomme. Die Bearbeiter der DEGES schauen sich diesen Bereich nochmal an.

Sofern eine Notwendigkeit erkennbar ist, übernimmt der Bund die Kosten. Auf die Frage des OBR-Vorsitzenden Christian Jopen, inwieweit die Belange des Stadtteils Hassee in den geplanten Ausbau einfließen und welche Gestaltungsspielräume es gäbe, gab Bender zu: „Gestaltungsspielräume gibt es für den Ortsbeirat nur indirekt.“ Man könne allerdings „Anträge an die Verwaltung initiieren“, so der Tiefbauamtsleiter. OBR-Mitglied Sebastian Borkowski
wollte wissen, inwieweit der Luftreinhalteplan bei dem Ausbau berücksichtigt würde. „Es gibt ganz harte gesetzliche Vorgaben“, antwortete Bender knapp. „Diese müssen auch erfüllt werden.“

Auf die Frage eines Vertreters von „Klimagürtel Kiel“ (siehe auch Seite 8), wie viel Fläche vom Vieburger Gehölz tatsächlich gerodet werden müsse, teilte Bender mit: „Es wird sicherlich den einen oder anderen Baum geben, aber es wird keine großen Bestände betreffen.“ Man werde in diesem Bereich sehr sensibel vorgehen. Die Flächeninanspruchnahme sei nach seiner Ansicht auch deshalb gering, da die B 404 in dem Bereich bereits vierspurig ausgebaut ist und auch ein Radweg parallel verlaufe. Der Radweg soll auf die Nebenstrecke entlang der Flintbeker Straße verlegt werden.

Als Termin zur Fertigstellung der A 21 ist das Jahr 2030 angegeben. „Das Ziel 2030 halte ich für sehr ambitioniert bis unmöglich“, relativierte Bender.

Keine „anna“ mit der Diakonie?
Nun soll endlich auch der Stadtteil Hassee eine Anlaufstelle Nachbarschaft (kurz anna) erhalten. Diese Aufgabe hat die Stadt nach Aussage von Jürgen Meereis – ohne Einbezug ansässiger Eirichtungen im Stadtteil – der Diakonie übertragen. „Ich weiß nicht, wie eine optimale anna aussieht, aber wir haben viele Einrichtungen im Stadtteil, die bereits gute Dienste leisten“, gab das OBR-Mitglied zu bedenken. „Es werden Mittel für ansässige Einrichtungen gestrichen, um damit neue Einrichtungen im Stadtteil zu fördern, die hier noch keinen Bezug haben“, so Meereis weiter. Auch Matthias Schlenzka hofft auf eine Einbindung bestehender Einrichtungen: „Ich freue mich, dass nun ein Gespräch mit der Stadt geplant ist. Wie die Einbindung der Einrichtungen erfolgt, vermag Herr Leisner besser zu beurteilen“, so der Pastor der Michaelis-Kirchengemeinde.

Nächste OBR-Sitzung
Die 325. Sitzung des Ortsbeirats wird am 17. März um 19.30 Uhr in der Christlichen Schule Kiel in der Diesterwegstraße 20 abgehalten.

Text: Baade; Foto: Frahm