Vom Einrad bis zum Malefiz

AWO Spieliothek beeindruckt mit umfangreichem Angebot

Seit 1980 gibt es sie schon: die Spieliothek der AWO im Dachgeschoss der Kopperpahler Allee 54. Stammkundinnen und -kunden lieben sie, Neulinge staunen immer wieder. Wir verraten Ihnen, wieso auch bekennende Spielmuffel unbedingt einmal einen Blick auf das vielfältige Angebot werfen sollten.

Die Treppenstufen bis in den zweiten Stock sind schnell genommen. Die Tür, die während der Schulzeit jeden Donnerstag von 15–18 Uhr geöffnet ist, steht bereits offen. Der kleine Garderobenflur erstrahlt in warmem Licht. Dann erstreckt sich auch schon der Raum zu einem feinen, aber gar nicht wirklich kleinen Reich: zur Spieliothek, dem von der AWO getragenen und von der Gemeinde Kronshagen geförderten Angebot, das so bunt und umfangreich ist, dass wirklich für alle etwas dabei sein sollte.

Verwalten nicht nur den Spieleverleih, sondern beraten auch gern: Conny Hundertmark und Katja Schröder.

„Herzlich willkommen!“ Mit vergnügtem Lächeln sitzt Conny Hundertmark hinter dem Tresen und verweist gut gelaunt auf den Karteikartenkasten, der vor ihr steht. „Hier ist alles noch oldschool“, bemerkt die Kronshagenerin lachend, die bereits 2013 die Leitung der Spieliothek übernahm, welche sie aktuell zusammen mit zwei Kolleginnen verwaltet. In der Anlaufstelle für große und kleine Spiele-Fans war Conny Hundertmark schon damals keine Unbekannte, denn bereits als Schülerin hat sie eigenen Angaben zufolge Nachmittag um Nachmittag mit ihren Cliquen vor Ort verbracht und sich durch das enorme Angebot gespielt.

Was die Spieliothek damals wie heute für ihre Kundinnen und Kunden bereithält? Wie es der Name schon vermuten lässt, natürlich Spiele – und zwar für jegliches Alter, aber auch in jeglicher Art.

Spielgeräte für drinnen und draußen präsentiert von Katja Schröder, Conny Hundertmark und Jutta Schottowski.
Outdoor-Spielgeräte

Gleich neben dem Ausleihtresen, im vorderen Bereich, lagern die großen Outdoor-Materialien für Gartenfeste, Kindergeburtstage, Gruppenfeiern oder auch einfach für unterhaltsame, sonnige Stunden im Freien – mit Geräten, die nicht unbedingt zur typischen Familienausrüstung gehören. So sind beispielsweise Pedalos dabei, Kegel, Sulkis, das klassische Wikingerschach, aber auch Gruppenskier, Skateboards, Stelzen, Jonglier-Equipment, Jutesäcke zum Sackhüpfen oder Einräder. Im Sommer sind sie sehr gefragt. Hier lohnt sich eine rechtzeitige Reservierung. Besonders beliebte Dinge halten Conny Hundertmark sowie ihre Kolleginnen Katja Schröder und Uta Schottowski allerdings auch in größerer Stückzahl vor – wie zum Beispiel die Süßigkeiten-Wurfmaschinen aus Holz, die sich seit Jahren vor allem bei den jüngeren Generationen großer Beliebtheit erfreuen.

Mit Sorgfalt sortiert Katja Schröder zurückgebrachte Spiele wieder ins Regal. Auch die Hüpftiere und Rollfahrzeuge stehen in Reih und Glied für neue Ausleihen bereit.
Gesellschaftsspiele

Herzstück der Spieliothek sind selbstverständlich die Gesellschaftsspiele, die nicht nur ausgeliehen und zu Hause gespielt, sondern an mehreren Tischen auch gleich direkt vor Ort ausprobiert werden dürfen. „Es sind tatsächlich 960 Spiele, die wir aktuell hier haben“, stellt Conny Hundertmark fest und gerät bei der hohen Zahl selbst erst einmal kurz ins Staunen. Lachend weist sie auf die hellen Holzregale, die rechts und links den Gang säumen. Voll sind sie bis oben hin mit Klassikern wie „Monopoly“, 90er-Jahre-Hits wie dem „Nilpferd in der Achterbahn“, aber auch mit Neuerscheinungen wie „Next Station“ – alle ordentlich in alphabetischer Reihenfolge sortiert.

Zweimal im Jahr kaufen Conny Hundertmark und ihr Team neue Spiele ein und sortieren unbeliebte Ladenhüter aus. „Es sind ungefähr 20–30 Spiele, die angeschafft werden“, erzählt sie und zeigt auf das Regal, in dem sie die aktuellen Neuheiten gut sichtbar präsentieren. „Wizard Deluxe“ ist diesmal dabei, „Slide“, aber auch ein Klassiker wie „Activity Original“. Bei der Auswahl lassen die Frauen sich meist von Kundinnen und Kunden, Bekannten, Freunden und deren Empfehlungen leiten. Das „Spiel des Jahres“ sowie das „Kinderspiel des Jahres“ sind jedes Mal mit dabei, spannende Neuheiten, aber eben auch mal ein alter Schatz, „wo wir verwundert feststellen, den haben wir noch gar nicht.“

Ob sie bei all der Auswahl auch persönliche Lieblingsspiele empfehlen können? „Skyjo definitiv“, schießt es aus Conny Hundertmark hervor. Katja Schröder, deren Herz für Strategiespiele schlägt, ist von „Sky Team“ überzeugt. Grundsätzlich können sie aber zu fast jedem Spiel oder jeder Richtung etwas sagen und beraten auf Wunsch auch gern, wobei sie auf ihren ganz persönlichen Erfahrungsschatz zurückgreifen können – und auf das, was spielfreudige Kundinnen und Kunden bei der Rückgabe erzählen.

Kleinkinder-Spielbedarf

Nicht nur erfahrene Spielerinnen und Spieler, auch die Jüngsten kommen in der Spieliothek auf ihre Kosten. Am Ende des Flures öffnet sich der Raum nämlich zu einem weiteren Kapitel. Hier türmen sich bis fast unter die Decke Spiele und Spielsachen für die Kleinsten. Erste Spiele für Kinder ab eins beziehungsweise drei bis zum Grundschulalter füllen die Regale. Aber auch ein Schaukelpferd, Kugelbahnen in verschiedensten Ausführungen, Hüpfpferde, Rollwägelchen und Bauklotzkisten warten darauf, bespielt zu werden.
Kostenloses Ausleihen für drei Wochen

„Viele kommen zu den Öffnungszeiten, um vor Ort zu spielen“, berichtet Katja Schröder. Dabei ist auch die Ausleihe ganz unkompliziert und sogar so gut wie kostenlos – abgesehen von einem kleinen Betrag für die Outdoor-Geräte. Für jede Person, die erstmals etwas leihen möchte, wird nach Zahlung einer einmaligen Gebühr von drei Euro eine Karte angelegt. Pro Karte kann ein Spiel ausgeliehen werden. Die Frist beträgt drei Wochen, bei Outdoorspielen eine, wobei auch eine telefonische Verlängerung möglich ist.

„Jedes Spiel, das zurückgebracht wird, überprüfen wir“ einmal gründlich auf Vollständigkeit, erzählt Conny Hundertmark – damit vermisste Teilchen schnell wiedergefunden werden können. Falls doch mal etwas verloren geht, ist das aber auch kein Grund zur Panik. „Wir haben einen großen Fundus an Ersatzteilen“, erklärt die Kronshagenerin und zieht ein paar prall gefüllte Schubladen einer kleinen Kommode auf, in der es von Plättchen, Würfeln und Pylonen nur so wimmelt. Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Verbrauchsgütern wie Blöcken oder Stiften. Natürlich dürfen diese mitbenutzt werden. Was aufgebraucht ist, wird vom Spieliothek-Team bei Bedarf einfach nachgekauft.

„Im Jahr 2024 hatten wir wöchentlich übrigens 13,5 Besucherinnen und Besucher“, berichtet Conny Hundertmark noch schnell und blickt ihre Kolleginnen unternehmungslustig an. Ob sie die Zahl in diesem Jahr toppen werden? Vielleicht. Frisch eingetroffene Spiele für neugierige neue wie alte Besucherinnen und Besucher stehen auf alle Fälle schon für zahlreiche gesellige Stunden bereit.

Text und Fotos: Anna Maria Bader

Spieliothek
Kopperpahler Allee 54
24119 Kronshagen
0431/ 58 92 11
geöffnet donnerstags 15–18 Uhr