
Anwohner sind schockiert über Nebenkostenabrechnung auf Hof Hammer
Die 366. Sitzung des Ortsbeirats Russee/Hammer/Demühlen im Vereinsheim des SV Hammer war gut besucht. Viele der Gäste waren Anwohnende aus Hof Hammer, die sich Unterstützung durch den Ortsbeirat bezüglich horrender Heizkosten erhoffen.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Einwohner fragen und regen an“ berichtete die ehemalige Schulleiterin, Sibylle Kilian – hier ausschließlich als Privatperson – von der prekären finanziellen Kehrseite des Blockheizkraftwerks. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die sich im ehemaligen Herrenhaus (mittig im Hof Hammer) befindet, welche der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme dient und als energieeffizientes und klimafreundliches Heizsystem von den Eigentümern der Demandt-Gruppe verbaut wurde.
Hof Hammer ist ein inklusives Wohnprojekt mit insgesamt 160 Wohneinheiten, bei denen es sich ausschließlich um Mietobjekte handelt, die im Jahr 2022 von den Anwohnenden bezogen wurden. Die ersten Betriebskostenabrechnungen der Jahre 2023 und 2024 versetzen die Betroffenen in einen Schockzustand. „Die Heizkosten sind so hoch, es ist beinahe Wucher. Viele Familien mit Kindern müssen mehrere tausend Euro an Heizkosten nachzahlen“, erläuterte Kilian die Situation. Der Arbeitspreis liegt zum Teil bei bis zu 0,49 Cent/KWh.
Diesbezüglich gab es bereits mehrere Versammlungen, auf denen auch Vertreter der Verbraucherzentralen anwesend waren. Einige Mieter haben sich an den Mieterbund gewandt und über diesen sowie über externe Rechtsanwälte Belegeinsicht gefordert – bisher alles erfolglos.
Die Demandt-Gruppe als Eigentümerin, vertreten durch Michael Demandt, reagierte nicht. Einige Mieter haben nun auch von ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch gemacht und die Heizkosten nicht bezahlt. „Wir wissen nichts über das Blockheizkraftwerk, wie die Wärme dahin kommt. Wir bitten daher um Unterstützung durch den Ortsbeirat“, erklärte Kilian das Anliegen der Anwohnenden. Der Ortsbeirat wird nun einen Vertreter der Demandt-Gruppe zur nächsten Ortsbeiratssitzung bitten. Ob sich die Eigentümer den Fragen der Mieterschaft stellen werden, bleibt abzuwarten.
Ausbau Ganztagsschule
„Der Ausbau der Jens-Uwe-Lornsen-Schule schreitet voran”, berichtete Ratsherr Sebastian Thiede (CDU). Denn: Ab dem Schuljahresbeginn 2026/27 haben alle Kinder der ersten Klasse an Grundschulen einen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung. Der Anspruch wird in den Folgejahren schrittweise auf die Jahrgangsstufen zwei bis vier erweitert. Ab dem Schuljahr 2029/30 soll dann allen Kindern der ersten bis vierten Jahrgangsstufen der Rechtsanspruch zustehen.
Aufgrund dieser Vorgabe wird auch das Betreuungsangebot der Jens-Uwe-Lornsen-Schule ausgeweitet. Im Jahr 2025 sind dafür bereits Fördermittel in Höhe von 16.291 Euro durch Bund und Kommune bewilligt worden. Weitere 88.366 Euro sind für das Jahr 2026 beantragt.

Kieler Waldkonzept
„Der Kieler Stadtwald soll erhalten werden“, erläuterte Oberförster und Sachbereichsleitung Falk Hurrelmann vom Grünflächenamt. Der Stadtwald ist im Durchschnitt um die 60 Jahre alt. Alte Bäume, das heißt solche, die älter als 100 Jahre sind, finden sich im Kieler Stadtwald eher selten, da sie nur zehn Prozent der Gesamtfläche ausmachen.
„Während wir im Jahr 1870 noch 90 Hektar Waldfläche in Kiel hatten, haben wir mittlerweile (2026) 1.100 Hektar, davon knapp 100 Hektar im Stadtteil Hammer“, erklärte der Oberförster.
Der überwiegende Teil ist gepflanzt. Nach der gesetzlichen Vorgabe des § 6 LWaldG SH dient der Stadtwald vorwiegend der Erholung und soll auch für zukünftige Generationen erhalten werden. Wanderer, Jogger und Naturliebhaber können die Natur im Kieler Stadtwald auf rund 120 Kilometern Waldweg genießen.
Nach den politischen Vorgaben soll durch gezielte Waldumbaumaßnahmen ein klimaresilienter Wald entstehen. Bestehende, klimatolerante Baumarten, wie die Eiche, werden dafür gezielt begünstigt. Problematisch ist dagegen das Eschentriebsterben. „Die Bäume kippen uns regelrecht um, obwohl das Klima für diese hervorragend ist. Auf die Esche können wir nicht mehr setzen“, referierte Hurrelmann. Auch die Kiefer kann sich aufgrund des feuchten Klimas bei uns leider nicht durchsetzen.
Bereits jetzt ist der Stadtwald allerdings sehr nah am „Naturwald“. Um noch mehr Naturnähe zu schaffen, wurden zuletzt auch in Hammer viele Fichten entnommen, da es sich um standortfremde Bäume handelt. Die Maßnahme war trotz Unverständnisses der Anwohnenden durchgeführt worden, da bereits Vitalverluste bei den Fichten zu erkennen waren.
Um eine „sichere Erholung“ zu gewährleisten, mussten im letzten Jahr außerdem ca. 1.500 „Gefahrbäume“ gefällt werden, also solche, bei denen die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. „Dafür flitzt ein zertifizierter Baumkontrolleur circa ein halbes Jahr nur durch die Wälder und kontrolliert, ob bei Bäumen die Gefahr besteht, dass diese umfallen könnten“, erklärte Hurrelmann.
Gehweg am Ihlkatenweg
Der Anwohner Herbert Schramm machte den Ortsbeirat auf die unbefriedigende Verkehrssituation des „Geh- und Wanderweges“ am Ihlkatenweg aufmerksam. Diesbezüglich hatte der Ortsbeirat zur Sitzung am 17.3.2026 eine Vertreterin der Gemeinde Mielkendorf eingeladen, die jedoch ausblieb.

Foto: Vanessa Baade
Herbert Schramm erläuterte die Situation wie folgt: „Vom befestigten Weg läuft man bei schlechtem Wetter voll in die Matsche.“ Konkret handelt es sich um den Fußgängerweg ortsauswärts auf der linken Seite hinter der Stadtgrenze Kiel, Ortseingang Mielkendorf, direkt hinter dem Ortseingangsschild. Dort endet der geteerte Bürgersteig auf einer Art Trampelpfad auf der Wiesenfläche, der einst als Wanderweg deklariert wurde. Dieser wird von Fußgängern genutzt, die zum Tiergehege oder auch zu Fuß zum Restaurant „Ihlkate Athen“ gehen.

Bei Regen ist dieser allerdings teilweise vollständig unterspült. Ohne entsprechende Kanalisierung kann das Oberflächenwasser nicht abfließen und sammelt sich laut Schramm auf einer Fläche von ca. zwölf Metern auf der niedrig gelegenen Fläche des Wanderweges. Dieser ist dann zu Fuß gar nicht mehr nutzbar.
Auch aufgrund der Enge des Weges weichen Fußgänger mit Gehhilfen, Rollatoren, Menschen in Rollstühlen und Familien mit Kinderwagen auch im nicht überspülten Zustand oft auf die Straße aus. Dies führt zu Gefahrensituationen, da es sich laut Schramm beim Ihlkatenweg um eine der meistbefahrenen Straßen in Russee handelt.
Die Gefahrensituation könnte nach Ansicht des Anwohners dadurch beseitigt werden, dass z. B. die tiefer liegende Fläche aufgeschüttet und in die Aufschüttung ein Abflussrohr zum naheliegenden Abwassergraben geführt wird. Des Weiteren bildet sich am Übergang zum Ihlseeweg bei Regen ebenfalls eine große Wasserpfütze, die es den Fußgängern oft nicht möglich macht, den Ihlseeweg zu queren, um Richtung Tiergehege zu gelangen. Ein Ausweichen auf die Sandfläche ist oftmals nicht möglich, da dort viele Fahrzeuge parken, z. B. um in das Tiergehege zu gehen.
Um dies zu verhindern, schlägt Herbert Schramm vor, den Übergang für Fußgänger zum Ihlseeweg durch Feldsteine oder Poller behindertengerecht freizuhalten und den Bankettverlauf (seitlicher Bereich neben der Fahrbahn, Anmerkung der Redaktion) mit Leitpfählen zu bestücken. Der Ortsbeirat wird sich bezüglich dieses Anliegens noch mal an die Gemeinde Mielkendorf wenden.
Die nächste Ortsbeiratssitzung findet am 21. April statt. Der Sitzungsort wird noch bekannt gegeben. VB