„Wir brauchen den ÖPNV jetzt“

Endstation Hauptbahnhof? Der Ortsbeirat Hassee/Vieburg wünscht sich für den Stadtteil wieder attraktivere Anbindungen ohne Umstiege.

Ortsbeirat Hassee/Vieburg hakt nach, was aus früheren Beschlüssen geworden ist

In der 372. Sitzung des Ortsbeirates (OBR) Hassee/Vieburg in der Seniorenresidenz
„Haus am Holunderbusch“ ging es am 20. Januar um offene Themen der vergangenen Ortsbeiratssitzungen.

Das Ziel der Sitzung war es, „zu zeigen, was sich in den letzten Jahren nicht bewegt hat“, so Thorsten Becherer (Grüne). „Das ist wichtig, damit die Themen ins Protokoll gehen und wir wieder eine Rückmeldung von der Stadtverwaltung bekommen“, ergänzte Oliver Voigt (Grüne). Folgende Punkte wurden unter anderem in der Sitzung angesprochen.

Öffentlicher Nahverkehr

Mitte 2023 wurden die Buslinien 12 und 13 zwischen Hauptbahnhof und Schulensee aufgrund von Fahrpersonalmangel eingestellt und durch die Linien 780 und 790 der Autokraft ersetzt. Aktuell gilt wieder die Taktung wie vor den Einschränkungen, auch an Sonntagen. Nach wie vor bemängelte der OBR jedoch, dass die Buslinien am Hauptbahnhof enden. „Schade, dass die alten KVG-Linien 12 und 13 nicht wieder eingeführt wurden, denn Umstiege am Hauptbahnhof sind kompliziert“, so Hans Wischmann (Die Linke / Die Partei).
Thorsten Becherer ergänzte: „Von Hauptbahnhof bis Strande wurde aufgerüstet. Warum wurde dies bei uns im Stadtteil nicht wieder eingeführt?“ Hier sollte seitens der Stadtverwaltung ein aktueller Stand mitgeteilt werden – auch im Zusammenhang mit der Stadtbahn, „wo wir außen vor bleiben“, so Becherer. Der Einwand vom Ratsmitglied Jürgen Meereis, dass „die Stadtbahn den Kieler Süden nicht außen vor lässt, sondern in Ausbaustufe 5 oder 6 berücksichtigt“, wurde daraufhin rege diskutiert. Becherer unterstrich die lange Zeitspanne: „Die erste Linie der Stadtbahn gibt es in zehn Jahren. Wir brauchen den ÖPNV jetzt. Was ist geplant, um dessen Attraktivität zu steigern?“ So einigte man sich darauf, einen Sachstandsbericht über die Buslinien einzufordern.

Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten an der Brücke Winterbeker Weg beginnen. Während die Fußgänger und die Radfahrer auf die Hilfsbrücke ausweichen können, kommt der Autoverkehr hier nicht mehr durch.
Brückenneubau Winterbeker Weg

Ab dem Frühjahr werden der Brückenneubau und der Rückbau der alten Brücke erfolgen. Der Fuß- und Radwegverkehr soll dann auf die neu errichtete Hilfsbrücke ausweichen. Für den Autoverkehr wird während der Bauphase die Verbindung über die Brücke am Winterbeker Weg voll gesperrt. Der OBR bekommt hierzu aktuelle Stände von der Stadt mitgeteilt und gibt diese weiter. Im Zuge der Herstellung der Brückenanlage soll auch der Radwegausbau Wulfsbrook/Helgolandstraße erfolgen. Ebenso soll der Bereich Rendsburger Landstraße / Helgolandstraße durch die Neugestaltung der Brücke verbessert werden.

Warum wurde ein Teil des Radwegs in der Saarbrückenstraße zurückgebaut? Hier wird der Ortsbeirat bei der Stadtverwaltung nachhaken.
Radweg Saarbrückenstraße

Zwischen der Kreuzung B76 und Westring bis zum Hasseer Bahnhof gab es früher in der Saarbrückenstraße einen schmalen Radweg, der abgeschafft wurde. Nach mehrfacher Mitteilung einer Überplanung, die bisher nicht umgesetzt wurde, soll hier noch einmal nachgehakt werden.

An der Ecke Heckenrosenweg / Hamburger Chaussee wird kein Mikrowald entstehen, da die Fläche für eine zukünftige Bebauung vorgesehen ist.
Es wird keinen Miniwald am Heckenrosenweg geben

Der im Mai 2024 vom OBR und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) angeregte „Tiny Forest“ an der Ecke Hamburger Chaussee / Heckenrosenweg konnte nicht realisiert werden. Diese Fläche ist weiterhin für eine Bebauung durch die Kieler Wohnungsgesellschaft (KiWoG) vorgesehen – trotz ihrer geringen Größe. „Soll hier statt dem Tiny Forest ein Tiny House gebaut werden?“, spöttelte Solveig Seelbach (CDU). Über aktuelle Bebauungspläne im Stadtteil wird bei der KiWoG nachgefragt.

Rote Bänke als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Nachdem der OBR im Jahr 2024 dem Grünflächenamt mehrere Orte zur Aufstellung einer roten Bank im Stadtteil vorgestellt hatte, „haben wir hier nie wieder etwas gehört“, so OBR-Vorsitzender Oliver Voigt. Hierauf soll eine erneute Anfrage bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt sowie eine Sachstandserfragung beim Grünflächenamt erfolgen.

Einmündung von Pestalozzistraße auf die Hamburger Chaussee

Auf die Frage zweier Anwohnerinnen, wie es um die Planung „einer der gefährlichsten Stellen im Stadtteil“ stünde, verwies Christian Jopen (SPD) auf das Sitzungsprotokoll vom 16.11.2024, das online bei der Stadt einzusehen ist. Hier sind unter Punkt 7.1. die Pläne des Tiefbauamts hinterlegt. So soll hier zur Verbesserung der Sichtqualität eine Station der SprottenFlotte errichtet werden. Darüber hinaus bittet der OBR die Stadt, konkrete Baumaßnahmen in einer der nächsten Sitzungen vorzustellen.

Geschwindigkeitsanzeiger

Um die Verkehrssicherheit in der Helgolandstraße zu verbessern, wurde im September 2025 ein Antrag auf die Errichtung eines temporären Geschwindigkeitsanzeigers gestellt. Dieser wird nun installiert, um das vorgeschriebene Tempo 30 zu kontrollieren.
Die nächste OBR-Sitzung findet am 17. Februar um 19.30 Uhr auf dem Gelände der Müllverbrennung Kiel (MVK) statt. CK