Wird der Aubrook bald gesperrt?

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Das Top-Thema bei der 326. Sitzung des Ortsbeirats Hassee/ Vieburg, die diesmal aufgrund der Corona-Pandemie außerhalb unseres Stadtteils im neuen Rathaus abgehalten wurde, war die mögliche Sperrung der Straße Aubrook. Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen aufgrund überhöhter Geschwindigkeiten einiger Autofahrer.

Doch wie kommen Anlieger zukünftig in ihre Schrebergärten? Und wie wird die Grundversorgung gewährleistet, wenn auf Höhe des Parkplatzes ein Klapp-Pfeiler von der Stadt Kiel installiert wird? Die Bewohner und Anlieger hatten einige Fragen an den Ortsbeirat (OBR).

„Wir als Ortsbeirat sind vom Bauausschuss zur Prüfung der aufgezeigten Möglichkeiten zur Sperrung des Aubrooks aufgefordert worden“, berichtete der OBR-Vorsitzende Christian Jopen. „Eine Fahrradstraße ist im Moment keine Option, da Fahrradfahrer nicht den vorrangigen Verkehr abbilden würden. Auch Schikanen und Barrieren würden nicht zum gewünschten Zweck – die überhöhte Geschwindigkeit in diesem Bereich zu reduzieren – führen. Außerdem seien solche Baumaßnahmen baurechtlich nicht umsetzbar“, gab Jopen die Aussagen des Bauausschusses wieder.

„Die einzige derzeit umsetzbare Möglichkeit ist die Installation eines Klapp-Pfeilers“, so der Vorsitzende. Dieser solle auf Höhe des großen Parkplatzes installiert werden, damit weiterhin die Möglichkeit besteht, den Aubrook beidseitig bis zum aufgestellten Pfeiler zu befahren und ausreichend Wendemöglichkeiten bestehen. Ziel ist es, den Durchgangsverkehr einzuschränken und den Aubrook sicherer zu gestalten.

Mehrere Betroffene stehen der geplanten Maßnahme skeptisch gegenüber. Wie komme ich zukünftig auf meine Koppel? Und wie gelangen ältere Menschen in ihre Gärten, ohne lange Fußwege absolvieren zu müssen? Waren nur einige der Fragen der Teilnehmer. „Wir wollen die Betroffenen hören und haben deshalb auch viele Gespräche geführt mit Anwohnern, der ansässigen Hundeschule, dem Kleingärtnerverein Kiel-Hassee als auch dem Kreisverband Kiel der Kleingärtner,“ so Jopen.

„Anwohner mit einem berechtigten Interesse erhalten eine Genehmigung und können den Klapp-Pfeiler mit einem Anruf beim Bauhof hinunterklappen lassen“, schlichtet der OBR Vorsitzende. Die Grundversorgung wird gesichert sein, da die Verwaltung diese darüber informiert, dass bestimmte Straßen nur noch über andere Zuwegungen erreichbar sein werden. „Für Fußgänger und Radfahrer ist es gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit saugefährlich. Ich würde meine Kinder dort nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen und finde die Pfeiler-Lösung definitiv gut“, befürwortete ein Anwohner die Idee. Um die Wirksamkeit dieser Maßnahme im Blick zu haben, will der Ortsbeirat sie nach einer einjährigen Laufzeit prüfen lassen.

Sichere Straßenbeleuchtung
Stellung nehmen musste der Ortsbeirat Hassee auch zum Jahresprogramm Straßenbeleuchtung der Landeshauptstadt Kiel. Mitaufnehmen lassen wollte der Vorsitzende dort insbesondere auch die Ecke Krusenrotter Weg/ Krummbogen hinter der Begrünung. „Dieser Fußweg ist sehr dunkel, wie wir schon oft von Anwohnern und auch vom Seniorenbeirat gehört haben. Wir müssen diesen Angstraum durch eine ausreichende Beleuchtung nehmen“, so Jopen. Jürgen Meereis wünschte sich außerdem eine bessere Beleuchtung der Veloroute 10, zwischen Saarbrückenstraße und Winterbeker Weg, am Kurvenbereich vor Hausnummer 179a.

Radverkehr priorisieren
Der Radweg an der Saarbrückenstraße ist dem OBR wichtig. Dieser solle hochgezogen werden. Nach jetziger Planung soll dort erst in den Jahren 2022/2023 etwas passieren. Dies möchte der OBR gerne schon früher umgesetzt wissen.

Fußweg unterm Fernsehturm
Es ist eine „never ending story“, leitete Jürgen Meereis seine Rede ein. „Der Weg unterm Fernsehturm im Viehburger Gehölz ist seit drei Jahren gesperrt und sollte bereits im November letzten Jahres fertig gestellt sein. Es ist aber erkennbar nichts passiert. Das finde ich extrem unbefriedigend“, ließ Meereis seinen Unmut frei. Diesbezüglich wird der Ortsbeirat nun nochmals eine Anfrage bei der Verwaltung stellen.

Lärmbelästigung an der Schule
An den Wochenenden und Abenden wird der Schulhof der Christlichen Schule zu einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche. Dies ist insbesondere für Anwohner ein Ärgernis: „Ich habe großes Verständnis, da ich selbst in der Jugendarbeit tätig bin. Aber teilweise sind es bis zu hundert Jugendliche, die dort Party machen und es herrscht Geschrei und eine hohe Lautstärke“, berichtete ein Anwohner. „Es werden Steine geworfen und bei meinem Nachbarn flogen sogar Melonenstücke über den Zaun.“ Der Ortsbeirat sucht nun das Gespräch mit dem Schulleiter und Jugendlichen. Auch der kommunale Ordnungsdienst soll befragt werden. „Jugendliche brauchen Entfaltungsmöglichkeiten, aber nicht ohne Regeln“, gab Christian Jopen zu bedenken.

Nächste OBR-Sitzung
Die nächste Sitzung findet am dritten Dienstag im Oktober, dem 20.10.2020, um 19.30 Uhr statt. Der Sitzungsort wird auf der Internetseite der Stadt Kiel bekannt gegeben.

Text: Baade; Foto: ©Baade