Botschafter für den Norden

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Godewind ist ein Stück Kulturgut aus Schleswig-Holstein. Die in den 1970er-Jahren gegründete Formation macht sowohl plattdeutsche als auch hochdeutsche Texte. Ihr Repertoire umfasst inzwischen 45 Alben und über 800 eigene Lieder.

Die Redaktion KIEL LOKAL hat sich zusammen mit Sven Zimmermann von der Rockschule Russee aufgemacht, um Godewind in ihrer Homebase auf einem Resthof in Jevenstedt zu besuchen. Nach einer herzlichen Begrüßung setzen wir uns mit Anja Bublitz (Gesang), Gerd Jürgen Ohl (Piano), Heiko Reese (Schlagzeug) und eben Sven Zimmermann (Bass) zu Kaffee aus Rosenbechern und Brötchen mit Fleischsalat und selbstgemachter Erdbeermarmelade zusammen, um ein bisschen zu plaudern.

Wie bezeichnen die Träger des Plattdeutschen Oskars selbst ihre Musik? „Das wussten wir schon damals nicht“, sagt Gerd Jürgen alias Shanger, letztes verbliebenes Gründungsmitglied. „Wir wurden anfangs in die Volksmusik-Schublade gesteckt, weil es Mundart war. Wir selbst kamen eher von der Popmusik. Irgendjemand ist mal auf den Begriff Folkpop gekommen. Damit können wir am besten leben.“ Sven widerspricht: „Wir haben einen eigenen Stil. Ich würde das als Godewind bezeichnen.“

Die Musiker sehen sich jede Woche. „Die Band ist für uns wie eine Familie“, sagt Sven. „So einen Heimathafen braucht man schon.“ Heimathafen, das steht so auch auf den offiziellen Godewind-Taschen.

Für das Songwriting sind Sven und Shanger zuständig. „Ein guter Song braucht eine Harmonie und Melodie“, so ihre Erfolgsformel. Die Liedtexte schreiben alle gemeinsam, alle singen auch plattdeutsch – außer Sven, denn der ist kein „Native Speaker“ … „Ein guter Song entsteht bei uns in wenigen Minuten“, verrät Sven. „Wenn es gut läuft, kann ich innerhalb von zwei Wochen ein ganzes Album schreiben.“ Was davon bei Godewind keinen Zuspruch findet, landet bei seinem Soloprojekt „Ich bin ’ne Deutschrockband“. Auch die anderen Musiker sind noch anderweitig aktiv. Shanger und Heiko spielen in unterschiedlichen Bands. „Nur das, wozu wir Bock haben“, lacht Shanger.

Anja dagegen ist professioneller unterwegs. Sie singt öfter Backing Vocals für Künstler aus dem deutschen und internationalen Popbereich. Außerdem ist sie als Agnetha mit der Tribute-Band „Abba Fever“ unterwegs.

Jubiläums- und Weihnachtstour
Dieses Jahr feiert Godewind ihr 40-jähriges Bandbestehen. Zu diesem Anlass finden das ganze Jahr über Jubiläumskonzerte statt. 2019 wird zugleich das Abschiedsjahr für Shanger. „Es ist das letzte Jahr, in dem ich mit Godewind auf Tour gehe, ich ziehe mich Ende 2019 von der Bühne zurück“, gibt er bekannt. „40 Jahre liegen jetzt hinter mir. Nach weit über tausend Konzerten und mehreren hunderttausend Kilometern auf Deutschlands Straßen erschien mir das 40. Jahr der richtige Zeitpunkt zu sein, das Kapitel für mich zu beenden. Das bedeutet natürlich nicht das Ende von Godewind.“ Am 11. Dezember treten Godewind im Kultur-Forum der Kieler Stadtgalerie auf. Weitere Termine unter www.godewind.de.

(Text: Frahm; Foto: Godewind)