„Ein zu früh gibt es nicht“

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Der Aufsteiger von der Förde spielt eine unglaubliche Saison und hat sich an der Tabellenspitze festgebissen. Der Relegationsplatz scheint den Kielern schon nahezu sicher zu sein, und auch der direkte Aufstiegsplatz ist in greifbarer Nähe. Was wäre also, wenn die Anfang-Elf in die höchste deutsche Spielklasse aufsteigen und Mannschaften wie den FC Bayern, BVB oder auch RB Leipzig empfangen würde?

Bereits im März reichten die Verantwortlichen der KSV die Lizenzanträge für die erste und zweite Bundesliga bei der Deutschen Fußballliga (DFL) ein. Wie bereits vor einem Jahr träumen viele Fans mittlerweile vom Aufstieg in das Bundesliga-Oberhaus, während andere sich eher Sorgen darüber machen, ob die KSV nicht direkt wieder absteigen würde und sich erstmal in der 2. Bundesliga etablieren sollte. Vereinspräsident Steffen Schneekloth sagte hingegen gegenüber dem NDR: „Ein zu früh gibt es nicht. Wenn man sich sportlich qualifiziert, muss man das Risiko einer höheren Liga eingehen.“ Es gebe doch nichts Schöneres, als sich in der ersten Liga mit den ganz großen Vereinen zu messen und zu versuchen, seine eigenen Ziele dort auch zu erreichen.

„Wir wollen auch bei einem Aufstieg alle Spiele in Kiel austragen. Alles andere sind Überlegungen für den Notfall. Wir spielen derzeit mit einer Ausnahmegenehmigung. Die wurde auch bei anderen Vereinen schon verlängert“, so Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer der KSV zur Spielstätte der Kieler, die auf dem Papier derzeit weder erst- noch zweitligatauglich ist. Im Rahmen des Lizenzantrages wurde der Hamburger Volkspark als mögliche Ausweicharena angegeben. Im Holstein-Stadion müssten im Falle der Erstklassigkeit u.a. erneut die Flutlichter ausgetauscht, diverse Medienanforderungen erfüllt und das Stadion mit der Torlinientechnik ausgestattet werden. Allein für den Betrieb dieses „Entscheidungshelfers“ würden jedes Spiel etwa 8.000 Euro anfallen.

In der aktuellen Spielklasse würde die KSV 2018/19 zwischen 7,1 und 8,3 Mio. Euro an TV-Geldern erhalten, während es bei einem Aufstieg mindestens 24,5 Mio. Euro wären. Daneben ist die KSV auch weiter in Gesprächen mit potentiellen Sponsoren und erfreut sich einer größeren Attraktivität für mögliche Werbepartner.

(Text & Foto: Stieh)